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Der Ultimative 7-Tage-Schloss-Roadtrip: Deutschland nach Frankreich

25.4.2024Von Schloss-Experte
Der Ultimative 7-Tage-Schloss-Roadtrip: Deutschland nach Frankreich

Bereit für das ultimative europäische Abenteuer? Dieser 7-tägige Schloss-Roadtrip führt Sie von den Märchengipfeln Bayerns zur gotischen Pracht des Loiretals und zur Gezeiteninsel Mont Saint-Michel.

Dies ist nicht nur eine Reise – es ist eine Reise durch 1.000 Jahre europäischer Geschichte, Architektur und Legende.


Überblick

Gesamtstrecke: ~1.200 km Dauer: 7 Tage / 6 Nächte Beste Reisezeit: Mai-Juni oder September-Oktober Startpunkt: München, Deutschland Endpunkt: Paris, Frankreich

Was Sie Sehen Werden:

  • 🏰 Schloss Neuschwanstein (Deutschland)
  • 🏰 Château de Chambord (Frankreich)
  • 🏰 Mont Saint-Michel (Frankreich)

Tag 1: München → Schloss Neuschwanstein

Strecke: 120 km (1,5 Stunden) Übernachtung: Füssen, Deutschland

Morgen: Mietwagen in München Abholen

Starten Sie früh.

Nachmittag: Schloss Neuschwanstein

Ihre vorgebuchte Tour ist um 15 Uhr (mindestens 2 Wochen im Voraus buchen!).

Muss-Tun:

  • Spaziergang zur Marienbrücke für DAS ikonische Foto
  • Besuch von Schloss Hohenschwangau
  • Erkunden Sie Füssen

Wo Übernachten: Hotel Hirsch oder Altstadthotel zum Hechten

Warum München der perfekte Startpunkt ist

München ist nicht nur ein praktischer Ausgangspunkt – es ist auch ein kulturelles Erlebnis für sich. Die bayerische Landeshauptstadt bietet eine ideale Einstimmung auf die mittelalterliche und romantische Schlosslandschaft, die Sie auf dem weiteren Weg erwartet. Planen Sie, falls möglich, einen Anreisetag ein, um die Altstadt, den Englischen Garten und die weltberühmte Pinakothek zu erkunden. Der Viktualienmarkt ist zudem ein ausgezeichneter Ort, um Reiseproviant für die erste Etappe einzukaufen.

Schloss Neuschwanstein: Mehr als nur eine Fassade

Schloss Neuschwanstein ist zweifellos das bekannteste Schloss der Welt. Was viele Besucher überrascht: Dieses Bauwerk, das wie aus dem Mittelalter stammt, wurde erst 1869 begonnen. König Ludwig II. von Bayern ließ es als persönlichen Rückzugsort errichten, inspiriert von den Opern Richard Wagners und von romantischen Vorstellungen des Mittelalters. Mit modernster Technik seiner Zeit ausgestattet – Zentralheizung, fließend Warm- und Kaltwasser sowie eine elektrische Klingelanlage – vereinte das Schloss mittelalterliche Optik mit viktorianischem Komfort.

Der Thronsaal im dritten Obergeschoss ist eines der spektakulärsten Räume des Schlosses: Byzantinische Mosaiken, ein prächtiger Kronleuchter und überwältigende Wandmalereien schaffen eine sakrale Atmosphäre. Ironie der Geschichte: Der Thron wurde nie aufgestellt. König Ludwig II. starb 1886 unter mysteriösen Umständen, nur 11 Nächte nach dem Einzug ins Schloss.

Die Marienbrücke, eine schmale Hängebrücke über eine 90 Meter tiefe Schlucht, bietet die berühmteste Aussicht auf das Schloss. Kommen Sie früh morgens, um diesen Aussichtspunkt ohne Gedränge zu genießen und das Schloss im weichen Morgenlicht zu fotografieren.


Tag 2: Füssen → Romantische Straße → Heidelberg

Strecke: 350 km (4 Stunden) Übernachtung: Heidelberg, Deutschland

Morgen: Fahren Sie die Romantische Straße

Halt in Rothenburg ob der Tauber.

Nachmittag: Ankunft in Heidelberg

Erkunden Sie das Heidelberger Schloss.

Die Romantische Straße: Eine Reise durch das Herz Deutschlands

Die Romantische Straße ist eine der bekanntesten Ferienstraßen Deutschlands und verbindet auf etwa 460 Kilometern den Main mit den Alpen. Sie führt durch malerische mittelalterliche Städtchen, weite Felder und idyllische Flusstäler. Für unseren Roadtrip empfehlen wir einen ausgedehnten Stopp in Rothenburg ob der Tauber – der besterhaltenen mittelalterlichen Stadt Deutschlands.

Schlendern Sie durch die gut erhaltene Altstadt, besuchen Sie das Kriminalmuseum und probieren Sie die lokale Spezialität „Schneeball” – ein süßes Gebäckwerk, das in jeder Bäckerei der Stadt angeboten wird. Die Stadtmauer ist vollständig begehbar und bietet einzigartige Ausblicke auf die Fachwerkhäuser und Türme der Stadt.

Heidelberg: Romantik und Ruine

Das Heidelberger Schloss ist eine der bedeutendsten Burgruinen Deutschlands. Die imposante Anlage thront 80 Meter über der Altstadt und dem Neckar und bietet einen atemberaubenden Panoramablick. Besonders beeindruckend ist das Heidelberger Fass im Keller des Schlosses – das größte Weinfass der Welt mit einem Fassungsvermögen von 221.726 Litern.

Die Altstadt von Heidelberg mit ihrer barocken Hauptstraße, der ältesten Universität Deutschlands (gegründet 1386) und den zahlreichen Cafés und Restaurants lädt zu einem gemütlichen Abendspaziergang ein. Die Alte Brücke über den Neckar mit dem Stadttor aus dem 14. Jahrhundert ist ein weiteres Muss.


Tag 3: Heidelberg → Rheintal → Luxemburg

Strecke: 280 km (3,5 Stunden)

Morgen: Rheintal-Burgen

Burg Rheinstein und Marksburg besuchen.

Das Mittelrheintal: Burgen ohne Ende

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz gehört seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist eine der romantischsten Landschaften Europas. Auf etwa 65 Kilometern reihen sich mehr als 40 Burgen und Schlösser aneinander – mehr als in jedem anderen vergleichbaren Flusstal der Welt.

Burg Rheinstein in der Nähe von Trechtingshausen war eine der ersten Burgen, die im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil restauriert wurde. Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen ließ sie als Sommerresidenz herrichten, und sie vermittelt noch heute das Flair einer bewohnten Adelsburg. Die Aussicht auf den Rhein und die gegenüberliegenden Weinberge ist außergewöhnlich.

Die Marksburg bei Braubach ist die einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein und damit historisch besonders wertvoll. Hier können Besucher eine authentische mittelalterliche Wehranlage mit Waffenkammer, Burgküche und gotischer Kapelle erleben. Die Führungen sind informativ und lebhaft.

Wer mehr Zeit hat, sollte auch einen Stopp am Loreley-Felsen einplanen – dem Ort, an dem der Sage nach eine schöne Frau Rheinschiffer mit ihrem Gesang ins Verderben lockte. Der Aussichtspunkt bietet eine spektakuläre Sicht auf die gefährlichste Rheinkurve.

Die anschließende Fahrt nach Luxemburg führt durch malerische Weinberge und das Moseltal. Die Stadt Luxemburg selbst, Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, ist ebenfalls UNESCO-Welterbe und lohnt einen kurzen Stopp an der Festungsanlage „Chemin de la Corniche”.


Tag 4: Luxemburg → Reims → Château de Chambord

Strecke: 450 km (5 Stunden)

Morgen: Durch die Champagne

Champagner-Haus-Tour in Reims.

Reims: Kathedralen und Champagner

Reims ist eine Stadt mit doppeltem historischen Reiz: Die gotische Kathedrale Notre-Dame de Reims ist einer der beeindruckendsten Kathedralen Frankreichs, in der die französischen Könige über Jahrhunderte gekrönt wurden. Karl der Große, Ludwig IX. und zuletzt Karl X. – insgesamt 25 Könige wurden hier gesalbt. Die Kathedrale mit ihren feingliedrigen Steinskulpturen und den farbenprächtigen Chagall-Fenstern verdient mindestens eine Stunde Besichtigungszeit.

Die zweite Attraktion von Reims sind die Champagnerkeller. Die großen Häuser wie Taittinger, Mumm und Veuve Clicquot bieten Führungen durch ihre unterirdischen Katakomben an, in denen Millionen von Flaschen reifen. Eine Verkostung im Anschluss ist natürlich Pflicht.

Château de Chambord: Die Krone des Loiretals

Nach einer langen Fahrt erreichen Sie am Abend das Loiretal und Château de Chambord – das größte Schloss im Loiretal und eines der architektonischen Meisterwerke der französischen Renaissance. Mit 440 Räumen, 365 Kaminen und einer Grundfläche so groß wie ein kleines Stadtquartier ist Chambord schlicht überwältigend.

König Franz I. ließ das Jagdschloss ab 1519 errichten, verbrachte aber selbst nur wenige Wochen seines Lebens hier. Die legendäre Wendeltreppe im Zentrum des Schlosses – zwei ineinandergeschlungene Treppen, die sich nie berühren – soll von Leonardo da Vinci entworfen worden sein, der am Hof Franz I. lebte.


Tag 5: Loiretal

Strecke: 100 km

Besuchen Sie Château de Chenonceau und Château de Amboise.

Das Loiretal: Schloss um Schloss

Das Loiretal ist das „Garten Frankreichs” und beherbergt eine Konzentration historischer Schlösser, die weltweit einzigartig ist. Über 300 Schlösser und Herrenhäuser liegen entlang des Flusses – ein ganzes Füllhorn an Architekturgeschichte.

Château de Chenonceau – auch „Schloss der Damen” genannt – ist vielleicht das romantischste Schloss Frankreichs. Es wurde von Frauen erbaut, bewohnt und gerettet: Katharina Briçonnet beaufsichtigte den Bau, Diane de Poitiers ließ den Garten anlegen, und Katharina von Medici verwandelte es in ein Prachtschloss. Der Brückenbau über den Fluss Cher, der das Schloss überspannt, ist einzigartig in der Schlossarchitektur. Im Zweiten Weltkrieg verlief die Demarkationslinie direkt durch das Schloss – eine Seite war besetzt, die andere frei.

Château d’Amboise thront hoch über der Loire und der gleichnamigen Stadt. Es war eines der wichtigsten Königsschlösser der frühen französischen Renaissance. Leonardo da Vinci lebte hier seine letzten Lebensjahre und ist in der Schlosskapelle Saint-Hubert begraben. Das nahe gelegene Manoir du Clos Lucé, Leonardos letzter Wohnort, ist heute ein Museum mit Modellen seiner Erfindungen.

Nutzen Sie den Abend für eine Erkundung der Loiredörfer, einen Besuch eines lokalen Weinguts oder eine Bootsfahrt auf dem Fluss.


Tag 6: Chambord → Mont Saint-Michel

Strecke: 280 km (3,5 Stunden)

Nachmittag: Mont Saint-Michel

Abtei-Tour.

Mont Saint-Michel: Eine Welt für sich

Wenn Sie sich dem Mont Saint-Michel nähern und die Silhouette der Abtei langsam über dem Wattenmeer auftaucht, werden Sie verstehen, warum dieser Ort seit Jahrhunderten Pilger und Reisende aus aller Welt anzieht. Die Gezeiteninsel – technisch gesehen ein tidally connected tidal island – erhebt sich 80 Meter über dem Meeresspiegel und beherbergt eine der bedeutendsten gotischen Abteiarchitekturen Europas.

Die Benediktinerabtei wurde im 10. Jahrhundert gegründet und über Jahrhunderte erweitert. Heute ist sie UNESCO-Welterbe und nach Paris der meistbesuchte Ort Frankreichs. Der aufsteigende Weg durch das mittelalterliche Dorf, vorbei an Restaurants und Souvenirläden, führt schließlich zur Abtei selbst – einem labyrinthischen Komplex aus Kreuzgängen, Refektorien und gotischen Kapellen, der auf engstem Raum aufeinander gestapelt scheint.

Der Gezeiteeffekt ist das Spektakulärste am Mont Saint-Michel: Bei Springflut steigt das Wasser mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Meter pro Minute und kann das gesamte Wattenmeer überschwemmen. Es wird empfohlen, die Gezeitentabellen im Voraus zu studieren und einen Besuch zur Flutzeit einzuplanen. Übernachten Sie möglichst auf der Insel selbst oder in einem der umliegenden Dörfer wie Pontorson – nach dem Abzug der Tagestouristen verwandelt sich Mont Saint-Michel in einen geradezu mystischen Ort.


Tag 7: Mont Saint-Michel → Paris

Strecke: 360 km (4 Stunden)

Mietwagen in Paris zurückgeben.

Der letzte Tag: Ankunft in Paris

Die Fahrt von Mont Saint-Michel nach Paris führt durch die normannische Landschaft mit ihren Apfelplantagen und Rinderweiden. Ein letzter Stopp in der Stadt Chartres mit ihrer gotischen Kathedrale lohnt sich, bevor Sie die Metropole Paris erreichen.

Paris selbst bietet noch einmal Schlossarchitektur der Superlative: Das Schloss Versailles am Stadtrand ist einer der schönsten Barockpalastkomplexe der Welt und ein würdiger Abschluss dieser Reise. Der Spiegelsaal, die Wasserspiele und der weitläufige Park machen Versailles zu einem Erlebnis, das Sie Stunden beschäftigen kann.

In Paris selbst wartet der Louvre – einst königliche Residenz und heute das größte Kunstmuseum der Welt. Auch wenn Sie nach einer Woche voller Schlösser keine weiteren Museen mehr benötigen, ist ein Spaziergang am Abend entlang der Seine mit Blick auf Notre-Dame und das Palais Royal ein schöner Abschluss dieser außergewöhnlichen Reise.


Wichtige Planungstipps

Mietwagen

  • 2 Wochen im Voraus buchen
  • Budget €50-80 für Mautgebühren
  • Franzöische Autobahnen sind mautpflichtig; planen Sie eine Vignette oder Bargeld ein
  • Ein Navigationsgerät oder eine gute Offline-Karten-App ist unverzichtbar
  • Achten Sie auf internationale Versicherungsdeckung

Eintrittstickets im Voraus buchen

Für Schloss Neuschwanstein ist eine Vorabbestellung zwingend empfohlen – in der Hochsaison sind Tickets Wochen im Voraus ausverkauft. Für den Mont Saint-Michel und Château de Chambord empfehlen sich ebenfalls Online-Buchungen, um Wartezeiten zu vermeiden.

Sprache

In Deutschland sprechen die meisten Touristenattraktionen Englisch. In Frankreich ist zumindest ein Grundwortschatz auf Französisch hilfreich und wird sehr geschätzt. Laden Sie einen Übersetzungs-App herunter.

Beste Reisezeit im Detail

  • Mai und Juni: Grüne Landschaften, angenehme Temperaturen (15-22°C), moderate Besucherzahlen
  • September und Oktober: Weinlese im Loiretal, Herbstfarben am Rhein, deutlich weniger Touristen als im Sommer
  • Juli und August: Hochsaison mit langen Öffnungszeiten, aber auch sehr vollen Parkplätzen und teuren Hotels

Geschätztes Budget (Pro Person)

  • Gesamt: €1.300-2.050
  • Mietwagen: €300-500 (je nach Fahrzeugklasse)
  • Unterkunft: €600-900 (6 Nächte, Mittelklasse)
  • Eintrittsgelder: €80-120
  • Verpflegung: €200-350
  • Maut und Benzin: €120-180

Dieser Roadtrip ist mehr als eine Reiseroute – er ist eine Einladung, die vielfältige Geschichte und Kultur Europas auf einer einzigen, unvergesslichen Fahrt zu erleben. Von den Märchentürmen Neuschwansteins über die romanischen Burgen des Rheintals bis hin zur gotischen Pracht des Loiretals und der mystischen Silhouette Mont Saint-Michels im Abendlicht: Jeder Tag bringt neue Wunder, jede Kurve eine neue Überraschung.

Bereit zu planen? 🏰🚗✨