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Wenn Fantasie zu Stein wird: Die echten Burgen aus Game of Thrones & Harry Potter

25.5.2024Von RoyalLegacy Redaktion
Wenn Fantasie zu Stein wird: Die echten Burgen aus Game of Thrones & Harry Potter

Es gibt Momente, in denen sich reine filmische Fantasie (Fantasy) für uns irgendwie weit realer und greifbarer anfühlt als die trockene Geschichte selbst. Wenn wir heute unsere Augen schließen und an “Burgen” denken, stellen wir uns nicht zwangsläufig immer sofort die staubigen, halben Ruinen und komplexen Grundrisse aus einem dicken Geschichtsbuch (History textbook) vor; sehr oft visualisieren wir stattdessen automatisch die unmöglichen, himmelstürmenden, magischen Turmspitzen der Zauberschule Hogwarts oder die massiven, eisigen und windgepeitschten Zinnen der Festung Winterfell (Winterfell) aus dem hohen Norden von Westeros. Aber hier liegt die wahre Magie verborgen: Viele dieser unglaublichen, fantastischen Orte existieren tatsächlich in der realen Welt (Those places exist).

Nun, zumindest zum größten Teil. Während moderne CGI (Computer Generated Imagery) im Nachhinein natürlich furchteinflößende, feuerspeiende Drachen (Dragons), unmöglich hohe zusätzliche Wehrtürme (Extra towers) und dramatische, stürmische Hintergründe am Computer hinzufügt, sind die steinernen Fundamente (Foundations) dieser weltweit geliebten Fantasy-Welten jedoch absolut real, sie sind oft extrem alt (Very old) und – das ist die beste Nachricht für Fans – sie sind in den meisten Fällen für die Öffentlichkeit völlig problemlos besuchbar (Visitable). Von den regnerischen, stimmungsvollen und düsteren mittelalterlichen Innenhöfen in den grünen Tälern Nordirlands (Northern Ireland) bis hin zu den von der Mittelmeersonne gebackenen, dicken Steinforts der zerklüfteten Küste Kroatiens (Croatia) – hier ist Ihr exklusiver, definitiver Leitfaden (Guide) zu den tatsächlichen, realen europäischen Burgen und Schlössern, die Westeros und die magische Wizarding World für Millionen von Zuschauern eindrucksvoll zum Leben erweckten.


1. Doune Castle, Schottland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 (Das Hollywood der historischen Burgen)

Bekannt aus (As Seen In): Game of Thrones (als die Festung Winterfell), Die Ritter der Kokosnuß / Monty Python and the Holy Grail (als das legendäre Schloss Anthrax / Castle Anthrax), Outlander (als der Sitz des MacKenzie-Clans, Castle Leoch)

Wenn es irgendwo auf der Welt ein unbestrittenes “Hollywood der Burgen” (“Hollywood of Castles”) gibt, dann ist es ganz sicher dieses Bauwerk: Doune Castle. Gelegen in malerischer Landschaft in der Nähe der schottischen Stadt Stirling (Stirling), ist diese beeindruckend intakte und wehrhafte Festung (Fortress) aus dem 14. Jahrhundert eine absolute Legende unter den Location-Scouts der Filmindustrie (Filming legend).

Die Hollywood-Fantasie (The Fantasy): In der alles entscheidenden, berühmten Pilotfolge der HBO-Serie Game of Thrones diente diese Burg als das reale, physische Set für das Zuhause der Familie Stark: Winterfell. Erinnern Sie sich an das opulente Festmahl (The feast), bei dem die Starks den anreisenden König Robert Baratheon feierlich begrüßen? Diese Szenen wurden direkt in der echten, steinernen Großen Halle (Great Hall) von Doune gedreht. Und der raue Innenhof, in dem der junge Bran Stark in der allerersten Folge unter den wachsamen Augen seiner Brüder das Bogenschießen übt (Practices archery), während Jon Snow und Robb Stark von der Galerie herabschauen? Das ist genau der zentrale Innenhof (Courtyard) von Doune Castle, den Sie heute betreten können.

Die schottische Realität (The Reality): Ursprünglich erbaut von Robert Stewart, dem mächtigen Duke of Albany (der in der Geschichte oft als der machthungrige “ungekrönte König von Schottland” / “uncrowned king of Scotland” bezeichnet wird), ist Doune architektonisch ein absolutes, herausragendes Meisterwerk des extrem kompakten, effizienten und wehrhaften schottischen Burgendesigns (Compact design). Es diente historisch sowohl als königlicher Rückzugsort (Royal retreat) als auch als luxuriöses Jagdschloss (Hunting lodge) für die Stuart-Könige.

  • Was Sie unbedingt sehen müssen (Must-See): Der gewaltige, imposante, 100 Fuß (ca. 30 Meter) hohe Torhausturm (Gatehouse tower) ist das Herzstück der Anlage. Er beherbergt die Halle des Lords (Lord’s Hall) in der noch heute ein gigantischer, spektakulärer Doppel-Kamin (Double fireplace) erhalten ist, der groß genug ist, um ganze Tiere darin zu braten.
  • Ein brillanter Fun Fact (Fun Fact): Für Comedy-Fans gibt es ein besonderes Highlight: Terry Jones (Terry Jones), das berühmte Mitglied der Comedy-Truppe Monty Python, spricht höchstpersönlich und exklusiv die Texte des offiziellen Audio-Guides der Burg! Während Sie durch die Räume wandern, erklärt er Ihnen trocken und humorvoll, wie das Filmteam bei den Dreharbeiten zur “Ritter der Kokosnuß” in den 70er Jahren tatsächlich halbierte Kokosnüsse (Coconuts) benutzte, um das Klappern von Pferdehhufen (Horse sounds) zu imitieren, ganz einfach aus dem banalen Grund, weil das geringe Budget des Films es schlichtweg nicht erlaubte, echte, teure Pferde (Real horses) für den Dreh zu mieten.

2. Alnwick Castle, England 🇬🇧 (Die Flugschule von Hogwarts)

Bekannt aus (As Seen In): Harry Potter und der Stein der Weisen / Harry Potter and the Sorcerer’s Stone (als die Außenanlagen von Hogwarts), Downton Abbey (als das herrschaftliche Brancaster Castle / Brancaster Castle)

Erinnern Sie sich an den ikonischen Moment, als der junge Harry Potter seine allererste, nervenaufreibende Flugstunde auf dem Besen (Broomstick lesson) bei der strengen Madame Hooch hatte? Als er diese Szene drehte, stand Daniel Radcliffe auf dem perfekt manikürten, sattgrünen Rasen direkt vor den majestätischen Mauern von Alnwick Castle in der nördlichen englischen Grafschaft Northumberland.

Die zauberhafte Fantasie (The Fantasy): Alnwick (das von den Einheimischen übrigens traditionell immer “Ann-ick” ausgesprochen wird, das ‘l’ und ‘w’ sind stumm) lieferte in den ersten beiden Filmen die absolut quintessenzielle, magische Außenansicht (Exterior) für die Zauberschule Hogwarts. Auch die spektakuläre und chaotische Szene im zweiten Film, in der Harry und sein bester Freund Ron Weasley den fliegenden, verzauberten blauen Ford Anglia (Flying Ford Anglia) mit voller Wucht in die gewalttätige, peitschende Weide (Whomping Willow) krachen lassen? All dieses Chaos fand direkt im echten Inneren Vorhof (Inner Bailey) dieser gewaltigen Burg statt.

Die aristokratische Realität (The Reality): Alnwick ist keine leere Ruine; es ist tatsächlich das zweitgrößte, noch heute kontinuierlich bewohnte (Inhabited) Schloss in ganz England (direkt nach dem berühmten königlichen Windsor Castle). Es ist seit über erstaunlichen 700 Jahren ununterbrochen der majestätische Stammsitz der extrem wohlhabenden und historisch mächtigen Familie Percy (Percy family), den Dukes of Northumberland. Es ist also weit mehr als nur ein temporäres, leeres Filmset (Film set); es ist ein lebendiges, funktionierendes Zuhause (Living home), dessen Innereien mit unfassbar prachtvollen, verschwenderischen Staatsgemächern (Lavish state rooms) aufwarten, die bis unter die Decke mit unbezahlbarer klassischer italienischer Kunst (Italian art) und feinsten Seidentapeten gefüllt sind.

  • Perfekt für Kinder (For Kids): Die Gutsverwaltung der Burg weiß genau, was ihre Besucher wollen. Sie bieten im Sommer auf dem Rasen regelmäßig sehr unterhaltsame, von Schauspielern geleitete “Besen-Flugtrainings”-Sitzungen (Broomstick Training) für Kinder (und junggebliebene Erwachsene) an – und zwar an exakt dem identischen historischen Ort, an dem auch der fiktive Harry das Fliegen auf der Leinwand erlernte. Es ist vielleicht ein kleines bisschen kitschig (Cheesy), aber für echte Potter-Fans absolut unverzichtbar und essenziell (Essential).
  • Spannend für Erwachsene (For Adults): Direkt neben der eigentlichen Burg liegt der atemberaubende Landschaftsgarten “The Alnwick Garden”. Dieser beherbergt unter anderem den berühmt-berüchtigten “Giftgarten” (Poison Garden). Dieser abgetrennte Bereich ist buchstäblich randvoll mit hochgiftigen, tödlichen Pflanzen (Deadly plants) aus aller Welt, darunter Rizin (Ricin), der tödliche Schierling (Hemlock), Tollkirschen und sogar Cannabis-Pflanzen (die natürlich alle aus strikten Sicherheitsgründen streng hinter verschlossenen, hohen Eisengittern / Behind locked gates gehalten und von Aufsehern bewacht werden). Ein faszinierender Kontrast zur heilen Potter-Welt.

3. Festung Lovrijenac, Kroatien 🇭🇷 (Die Hochburg der Macht in Westeros)

Bekannt aus (As Seen In): Game of Thrones (als der imposante Rote Bergfried / The Red Keep in der Hauptstadt Königsmund / King’s Landing)

Spektakulär balancierend und geradezu drohend thronend auf einem steil abfallenden, 37 Meter hohen, nackten Felsen (37-meter high rock), der sich direkt knapp außerhalb der massiven westlichen Stadtmauer der alten dalmatinischen Küstenstadt Dubrovnik in Kroatien erhebt, ist die Festung Lovrijenac für jeden Fan der Serie sofort und ohne den kleinsten Zweifel als das unheilvolle Zentrum der Macht, der Rote Bergfried (The Red Keep), erkennbar.

Die blutige Fantasie (The Fantasy): Dies ist der fiktive, sonnendurchflutete Ort, an dem der sadistische Kinderkönig Joffrey Baratheon (King Joffrey) sein blutiges, grausames Turnier zu seinem Namenstag (Name day tournament) abhalten ließ. Es ist exakt jener Ort, hoch oben auf den Zinnen, an dem Königin Cersei Lannister in zahllosen Szenen süffisant Rotwein nippte (Sipped wine), auf die Stadt hinabschaute und zynisch die völlige Zerstörung (Destruction) all ihrer vielen Feinde plante. Die atemberaubenden, glitzernden Panoramablicke hinab über die fiktive Schwarzwasserbucht (Blackwater Bay) – die in der Realität natürlich das türkisfarbene, warme Adriatische Meer (Adriatic Sea) ist – sind absolut echt und keine Computergrafik.

Die strategische Realität (The Reality): Diese mächtige, alleinstehende Festung, die aufgrund ihrer exponierten, strategischen Lage oft ehrfürchtig als das “Gibraltar von Dubrovnik” (“Dubrovnik’s Gibraltar”) bezeichnet wird, wurde historischen Quellen zufolge im 11. Jahrhundert in einer geradezu panischen, extremen Bauzeit von nur drei kurzen Monaten (Three months) hastig in den Fels gehauen und errichtet. Der einzige Grund für diese Eile? Man wollte verzweifelt verhindern, dass die verhassten, rivalisierenden Venezianer (Venetians), deren Flotte bereits im Anmarsch war, rechtzeitig dort anlanden und ihr eigenes, feindliches Fort bauen konnten, um die Stadt zu bedrohen. Das architektonische Design der Festung birgt ein absolut geniales und paranoisches Geheimnis: Die Außenmauern, die direkt in Richtung des offenen Meeres (Facing the sea) und potenzieller Invasoren blicken, sind unfassbare, massive 12 Meter dick (12 meters thick) und nahezu unzerstörbar. Die Rückmauern der Festung jedoch, die direkt in Richtung der eigenen Stadt Dubrovnik (Facing the city) weisen, sind im extremen Kontrast dazu nur lächerliche 60 Zentimeter dünn (60 centimeters thick). Warum diese eklatante Diskrepanz? Die herrschenden Stadtväter waren misstrauisch gegenüber absolut jedem. Dies wurde absichtlich so konstruiert, damit für den hypothetischen Fall, dass der eigene, bezahlte Festungskommandant jemals verräterisch werden und versuchen sollte, von dort oben aus einen bewaffneten Putsch (Coup) gegen die Regierung von Dubrovnik anzuzetteln, die schweren Kanonen der Stadt (City’s cannons) die dünne, schwache Rückwand der Festung völlig problemlos in Schutt und Asche legen (Blast through) und die Revolte sofort niederschlagen könnten. Pures, paranoisches, aber architektonisches Genie (Genius).


4. Castle Ward, Nordirland 🇬🇧 (Das Herz des echten Nordens)

Bekannt aus (As Seen In): Game of Thrones (als der zentrale, schlammige Innenhof von Winterfell / Winterfell Courtyard)

Während das schottische Doune Castle für den ursprünglichen Pilotfilm als erstes Winterfell fungierte, übernahm nach der Serienbestellung das in der Grafschaft Down (County Down) in Nordirland gelegene Anwesen Castle Ward diese gewaltige, schlammige Rolle als Hauptdrehort für das Zuhause der Familie Stark während fast der gesamten epischen ersten Staffel (Season 1).

Die nordische Fantasie (The Fantasy): Dies war der raue, mittelalterliche Hof, auf dem die fast vollständig versammelte Familie Stark in der ersten Episode in einer Reihe Aufstellung nahm, um den König Robert Baratheon und seinen goldenen Tross nervös aus dem Süden zu begrüßen (Greeted King Robert). Das kleine, wehrhafte echte Turmhaus (Tower house), das dort heute real steht, wurde von den Spezialeffekt-Künstlern der Serie am Computer geschickt verlängert, mit Schnee bestreut und radikal transformiert (Transformed with CGI), um visuell wie ein winziger, integrierter Teil eines endlos großen, weitläufigen, düsteren nordischen Festungskomplexes (Sprawling northern complex) zu wirken.

Die architektonisch gespaltene Realität (The Reality): Das heutige Hauptgebäude des Anwesens ist in Wahrheit kein mittelalterliches Schloss, sondern ein extrem exzentrisches, faszinierendes Herrenhaus (Mansion) aus dem 18. Jahrhundert, das die Architekturhistoriker in den Wahnsinn treibt. Es ist buchstäblich in der Mitte geteilt: Eine Hälfte der riesigen Fassade ist streng im eleganten palladianisch-klassischen Stil (Classical) gehalten, während die exakte andere Hälfte der Fassade im wilden, verspielten neugotischen Stil (Gothic) errichtet wurde. Der fast schon komische historische Grund dafür? Der erbauende Ehemann und seine Ehefrau (Husband and wife) konnten sich bei den teuren Bauplänen schlichtweg absolut nicht auf einen gemeinsamen architektonischen Stil einigen (Couldn’t agree on a style), also bauten sie einfach beide! Aber nur ein kurzes Stück entfernt auf dem riesigen Gelände steht das Old Castle Ward, ein hartes, echtes und ungeschmücktes steinernes Turmhaus aus dem Jahr 1610. Und genau das ist das Gebäude, das in der Serie weltbekannt wurde.

  • Die Aktivität für Fans (Activity): Das Anwesen hat sich voll und ganz dem Thron-Tourismus verschrieben. Sie können sich heute vor Ort in dicke, pelzbesetzte, authentische Stark-Mäntel (Stark cloaks) hüllen, sich von Mitarbeitern, die aussehen wie perfekte “Jon Snow”-Doppelgänger (Lookalikes), fachgerecht im traditionellen Bogenschießen unterrichten (Learn archery) lassen. Mit etwas Glück können Sie an speziellen Tagen sogar die berühmten Northern Inuit-Hunde treffen – genauer gesagt die Hunde Odin und Thor, die damals als kleine, flauschige Welpen (Puppies) die ikonischen Schattenwölfe (Direwolves) der Stark-Kinder in der allerersten Folge der Serie verkörperten.

5. Königlicher Alcázar von Sevilla, Spanien 🇪🇸 (Die schwüle Hitze von Dorne)

Bekannt aus (As Seen In): Game of Thrones (als die luxuriösen, sonnenverwöhnten Wassergärten von Dorne / Water Gardens of Dorne)

Der fiktive, exotische Herrschaftssitz des mächtigen Hauses Martell (House Martell) ganz im extremen Süden von Westeros, in den Büchern und der Serie berühmt für seine entspannte Einstellung zur Moral, seine atemberaubende Schönheit (Beauty), seine drückende Hitze (Heat) und seine kühlenden, kunstvollen Wassergärten, ist in der harten Realität niemand Geringeres als der weltberühmte, majestätische königliche Palast von Sevilla im spanischen Andalusien.

Die exotische Fantasie (The Fantasy): Dies ist exakt die wunderschöne, sonnendurchflutete Kulisse, in der der einhändige Ritter Jaime Lannister sich in der Serie heimlich einschleicht, um zu versuchen, seine (vermeintliche) Nichte Myrcella vor den rachsüchtigen Sandschlangen zu retten (Rescue Myrcella). Die extrem üppigen, blühenden Gärten (Lush gardens), die unfassbar filigranen, bunten Fliesenarbeiten (Intricate tile work) an den Wänden und die sanft leuchtenden, goldenen Kuppeln (Golden domes) der Palastgebäude fangen die extrem distinktive, offene und sinnliche Kultur (Culture) von Dorne, wie sie von George R.R. Martin beschrieben wurde, absolut makellos und perfekt ein.

Die königliche Realität (The Reality): Der Reales Alcázares de Sevilla (Der Königliche Alcázar) ist kein Museum, er ist offiziell der mit Abstand älteste königliche Palast (Oldest royal palace) in ganz Europa, der auch heute noch regelmäßig von der spanischen Königsfamilie aktiv genutzt wird (Still in use), wenn sie in der Stadt weilt. Er ist ein weltweit gefeiertes, atemberaubendes Paradebeispiel für die sogenannte Mudéjar-Architektur (Mudéjar architecture) – eine absolut einzigartige, harmonische und wunderschöne historische Verschmelzung (Mix) von christlichen und islamischen Baustilen (Christian and Islamic styles), die nach der Reconquista in Südspanien florierte.

  • Was Sie unbedingt sehen müssen (Must-See): Der unbestrittene Höhepunkt ist der “Patio de las Doncellas” (Der Innenhof der Jungfrauen / Patio of the Maidens). Er wird dominiert von einem langen, völlig ruhigen und spiegelnden Reflexionsbecken (Reflecting pool), das von vertieften, duftenden Orangen-Gärten (Sunken gardens) und filigransten, steinernen Spitzenbögen flankiert wird. Es ist ein Ort von derart vollkommener, atemberaubender Schönheit (Breathtakingly beautiful), dass die TV-Produzenten für die Dreharbeiten absolut null Prozent Computereffekte (Zero CGI) benötigten, um ihn auf dem Bildschirm völlig magisch (Magical) und fremdartig aussehen zu lassen. Die Realität war besser als jede Animation.
  • Ein absolut essenzieller Reise-Tipp (Tip): Kaufen Sie Ihre Eintrittstickets (Tickets) zwingend und ohne Ausnahme bereits viele Wochen im Voraus online (Weeks in advance). Die Warteschlange (The queue) für spontane Besucher am Haupteingang, die keine Vorbestellung haben, kann in der unbarmherzigen, sengenden andalusischen Sommersonne (Andalusian sun) leicht quälende Stunden lang sein (Hours long).

6. Kathedrale von Durham, England 🇬🇧 (Die heiligen Hallen der Zauberei)

Bekannt aus (As Seen In): Harry Potter (als die schneebedeckten und sonnigen Kreuzgänge von Hogwarts / Hogwarts Cloisters)

Okay, an dieser Stelle müssen wir technisch gesehen kurz einhaken: Es handelt sich hierbei zweifellos um eine normannische Kathedrale (Cathedral) und nicht im strengen militärischen Sinne um eine Burg (Not a castle). Aber in der extrem volatilen politischen Landschaft des rauen englischen Mittelalters war diese architektonische Trennlinie ohnehin oft extrem unscharf und fließend (The line was blurry). Die immens mächtigen, regierenden Fürstbischöfe (Prince-Bishops) von Durham verfügten über enorme weltliche Reichtümer und befehligten völlig legal ihre eigenen, privaten, schwer bewaffneten Privatarmeen (Armies!), um den Norden Englands gegen die wilden Schotten zu verteidigen. Daher waren ihre “Kirchen” oft gebaut wie absolute Festungen. Die massiven, wunderschönen, von alten Bögen überspannten steinernen Kreuzgänge (Cloisters) der Kathedrale von Durham sind für Millionen von Filmfans heute absolut ikonisch (Iconic).

Die winterliche Fantasie (The Fantasy): In genau diesen quadratischen Kreuzgängen, dick mit (künstlichem) Schnee bedeckt, lässt der kleine Harry Potter im ersten Teil der Filmreihe seine treue weiße Schneeeule Hedwig in den grauen Winterhimmel fliegen (Releases Hedwig in the snow). Es ist aber auch exakt jener feuchte Ort aus dem zweiten Film (Die Kammer des Schreckens / Chamber of Secrets), an dem Rons kaputter Zauberstab nach hinten losgeht und er als Strafe dafür schmerzhaft und unaufhörlich große, schleimige Nacktschnecken erbrechen muss (Vomits slugs). Und im angrenzenden Kapitelsaal, der als Klassenzimmer für Verwandlung fungierte, lehrte die strenge Professor McGonagall die staunenden Schüler, wie man auf magische Weise lebendige Tiere direkt in wunderschöne, kristallene Wasserkelche verwandelt (Animals into water goblets).

Die normannische Realität (The Reality): Der Bau dieser unfassbaren, monumentalen Kirche begann im Jahr 1093. Heute gilt sie unter Historikern weltweit unbestritten als eines der großartigsten, am perfektesten erhaltenen und wuchtigsten Beispiele für die echte, unverfälschte normannische Architektur (Norman architecture) auf dem gesamten Erdball. Sie ist ein spirituelles Machtzentrum und beherbergt den alten, verehrten Schrein des Heiligen St. Cuthbert (Shrine of St. Cuthbert) sowie das historische, respektierte Grab des berühmten Gelehrten Beda Venerabilis (Tomb of the Venerable Bede). Was die Architektur jedoch im Inneren am allermeisten auszeichnet und berühmt macht, sind die extrem massiven, dicken steinernen Stützsäulen (Massive pillars) im Kirchenschiff. Diese Säulen sind nicht glatt, sondern tief mit gigantischen, aufwendigen und sich wiederholenden abstrakten und geometrischen Mustern (Geometric patterns) (wie Rauten und Zickzack-Linien) behauen. Dieser wuchtige, fast schon barbarisch anmutende und doch elegante architektonische Stil ist völlig einzigartig für Durham (Unique to Durham) und lässt das Innere des Gebäudes tatsächlich wie die uralten, gewichtigen und geheimnisvollen Hallen einer echten, Jahrtausende alten Zauberschule wirken. Kein Set-Designer in Hollywood hätte sich eine passendere, authentischere Kulisse ausdenken können.


Das endgültige Urteil: Fahren Sie dorthin! (The Verdict: Go There!)

Das bewusste, aktive Bereisen (Visiting) all dieser unglaublichen und sehr realen Drehorte erfüllt einen weitaus tieferen Zweck als nur das Knipsen eines schnellen Instagram-Selfies. Es schlägt eine wundervolle, greifbare und lehrreiche Brücke (Bridges the gap) zwischen genau den fantastischen, epischen Geschichten (Stories), die wir auf unseren Bildschirmen so sehr lieben, und der oft noch viel unglaublicheren, echten historischen Vergangenheit (History), die diese fiktiven Universen überhaupt erst maßgeblich inspiriert (Inspired) hat.

Egal, in welches dieser Lager Sie sich persönlich auch einordnen – ob Sie ein absoluter, detailversessener “Thrones”-Fanatiker (Fanatic) sind, ein eingefleischter, mit Schal bewaffneter “Potterhead”, der alle Zaubersprüche auswendig kennt, oder einfach “nur” ein normaler Reisender mit einem tiefen, ehrlichen Interesse an der faszinierenden Geschichte Europas (History buff): Wenn Sie an einem kalten, nebligen schottischen Morgen völlig allein auf den moosbedeckten, windigen Zinnen (Battlements) des echten Winterfell (Doune Castle) stehen, oder mit hallenden Schritten ehrfürchtig durch die uralten, schattigen Kreuzgänge (Halls) streifen, die Hogwarts ihr Gesicht gaben, dann dient all dies unweigerlich als eine mächtige, stumme, aber sehr deutliche Erinnerung an eine oft vergessene Tatsache. Die Erinnerung (Reminder), dass die wahrhaftig große Magie (Magic), nach der wir uns in Filmen und Büchern so sehr sehnen, letztendlich oft nichts anderes ist, als unsere eigene, reale und komplexe menschliche Geschichte (History), die nur geduldig darauf wartet, von uns wieder neu entdeckt (Waiting to be discovered) und geschätzt zu werden. Packen Sie Ihre Koffer.