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Die Streckbank und das Rad: Die furchtbare Realität des mittelalterlichen Kerkers

1.6.2024Von History Editor
Die Streckbank und das Rad: Die furchtbare Realität des mittelalterlichen Kerkers

Absolut jede Burg, die etwas auf sich hält und heutzutage zahlende Touristen anlockt, verfügt über einen tiefen, feuchten, unterirdischen Kerker (Dungeon). Und fast ausnahmslos jeder dieser Kerker hat eine Sammlung extrem grausamer, blutiger Geschichten über bestialische Folter (Torture) parat. Es ist in der Regel exakt der Moment während der Burgführung (The tour), an dem die Stimme des dramatischen Reiseleiters absichtlich zu einem unheilvollen, mysteriösen Flüstern (Whisper) herabsinkt und er mit einer weitausladenden Geste auf die verrosteten, furchterregenden und oft überaus spitz zulaufenden eisernen Werkzeuge und Instrumente an der feuchten Wand (Implements on the wall) zeigt.

Aber stellen Sie sich einmal ernsthaft die Frage: Wie viel von all dem blanken Grauen, das uns in unzähligen Filmen und Serien (In movies) routinemäßig vorgesetzt wird, ist historisch betrachtet eigentlich echt (Real)? Die nüchterne, historische Wahrheit über diese Epoche ist oft weitaus überraschender, unvorhersehbarer und in mancherlei Hinsicht sogar noch erschreckender als jede Fiktion: Echte, gerichtlich angeordnete Folter war im Mittelalter tatsächlich extrem selten (Rare), sie war unglaublich streng rechtlich durchreguliert (Highly regulated), der Einsatz eines professionellen Henkers war für die Städte unfassbar teuer (Expensive), und sie war wohl genau aus diesem Grund – weil sie derart kalt, methodisch und hochgradig bürokratisch (Bureaucratic) ablief – noch ungleich furchteinflößender als die oft kolportierten Mythen. Sie entsprang absolut nicht dem spontanen, unkontrollierten psychopatischen Sadismus (Sadism) eines verrückten Kerkermeisters im Rausch; vielmehr handelte es sich um einen völlig legalen, offiziellen und staatlich legitimierten, gerichtlich verordneten Rechtsweg (Legal process).

Der große Mythos der “Eisernen Jungfrau” (The Myth of the Iron Maiden)

Lassen Sie uns diesen dunklen Tauchgang in die Abgründe am besten gleich damit beginnen, ein für alle Mal einen der bekanntesten und beliebtesten klassischen Horror-Tropen (Horror trope) komplett zu ruinieren und historisch zu entkräften. Die Eiserne Jungfrau (The Iron Maiden) – jenes ikonische, aufrecht stehende, oft anthropomorphe Sarkophag- oder sargähnliche (Coffin) Gebilde, das im Inneren dicht an dicht mit langen, rostigen Eisenspitzen (Spikes) bestückt ist und sich langsam, quälend und knirschend über dem schreienden Opfer (The victim) schließt – ist eine absolute, vollkommene und historische Fälschung (Fake). Dieses angeblich so typisch mittelalterliche Gerät existierte im echten, historischen europäischen Mittelalter de facto überhaupt nicht (Never existed). Weder vor noch nach der Inquisition. Es gibt weltweit in den Archiven absolut keinerlei glaubwürdige, echte mittelalterliche schriftliche Zeugnisse (Medieval accounts) darüber, es gibt keine einzige zeitgenössische Zeichnung (Drawings) oder Skizze, und es hat sich auch nirgendwo auf der Welt ein echtes, datiertes Original (Surviving originals) aus dieser frühen Epoche erhalten. Die weithin mit Abstand allerberühmteste Eiserne Jungfrau, die jemals existierte (die oft in Büchern gezeigte “Jungfrau von Nürnberg” / Virgin of Nuremberg), wurde in Wirklichkeit erst sehr, sehr viel später – und zwar erst im späten 19. Jahrhundert (19th century), also mehrere lange Jahrhunderte (Hundreds of years), nachdem das düstere Mittelalter bereits offiziell und endgültig geendet hatte – gezielt konstruiert und gebaut (Built). Und zwar exakt und ausschließlich zu dem profanen Zweck, als ein extrem makaberes Museumsexponat (Museum exhibit) zu dienen. Man wollte die staunenden, schaudernden viktorianischen Touristen (Victorian tourists) der damaligen Zeit gezielt schockieren und befriedigen, denn diese elitären Touristen wollten unbedingt und zutiefst daran glauben (Wanted to believe), dass all ihre mittelalterlichen Vorfahren nichts anderes als unzivilisierte, blutrünstige, grausame und sadistische Wilde (Savages) gewesen waren. Wenn Sie also heute in irgendeinem schlecht beleuchteten Burg- oder Foltermuseum vor einer solchen Eisernen Jungfrau stehen und gruseln, dann starren Sie im Grunde genommen nur auf eine gut gemachte, teatralische viktorianische Theater-Requisite (Victorian prop), die speziell für Touristen entworfen wurde.

Die echten, absolut realen Folterinstrumente der damaligen Justiz (The Real Instruments)

Die tatsächlichen, gerichtlich bewilligten und in den Verliesen angewandten Werkzeuge (Tools) der peinlichen Befragung waren zumeist weitaus schlichter (Simpler), extrem billig aus einfachen Hölzern herzustellen (Cheaper) und in ihrer physischen, direkten Wirkung am menschlichen Körper ungleich viel grausamer (Crueler). Sie verließen sich nicht auf komplizierte Mechanismen mit zig Nieten und Spitzen, sondern auf absolut fundamentale, unerbittliche Gesetze der Physik (Physics) – auf brutales Dehnen, massives Strecken (Stretching), zerstörerisches Zerquetschen (Crushing) und die simple, unbarmherzige Kraft der Schwerkraft (Gravity).

1. Die Streckbank (The Rack)

Sie ist das unangefochten absolut berüchtigtste (Most infamous), am meisten gefürchtete und mit weitem Abstand in ganz Europa am allerhäufigsten, regelmäßig eingesetzte Foltergerät (Widely used device).

  • Der einfache, aber tödliche Mechanismus (The Mechanism): Das oft nackte, wehrlose Opfer (The victim) wurde mit dem Rücken auf einen flachen, hölzernen Tisch (Wooden table) oder einen großen Holzrahmen gelegt. Die empfindlichen Handgelenke (Wrists) des Opfers wurden mit dicken Hanfseilen straff an einen rotierenden Holzzylinder (Walze / Rollers) an einem Ende des Tisches gebunden, und die Knöchel (Ankles) wurden an eine identische, separate Walze am exakt gegenüberliegenden, anderen Ende gefesselt. Anschließend wurde von dem stoischen Henker langsam ein eiserner Hebel oder eine Kurbel bedient (Handle was turned), wodurch sich die Holzwalzen in entgegengesetzte Richtungen drehten (Rotating) und die Seile (Ropes) mit unaufhaltsamer, massiver und rein mechanischer Gewalt immer straffer anspannten und zogen (Pulling).
  • Das unfassbare Grauen für den Körper (The Horror): Diese extrem rohe, mechanische Maschine dehnte und zerrte nicht nur schmerzhaft an den Muskeln (Stretch muscles) der Gliedmaßen. Die rohe, zahnradgetriebene physische Gewalt der Walzen war derart stark und übermächtig, dass sie die festen Gelenke des menschlichen Körpers buchstäblich und hörbar gewaltsam direkt aus ihren jeweiligen, knöchernen Gelenkpfannen (Out of their sockets) riss und sprengte (Popped joints). Zuerst gaben in der Regel unter enormem Schmerz die empfindlichen, komplexen Schultergelenke (The shoulders) auf, kurze Zeit später dann die massiven, starken Hüftgelenke (The hips). Historische Aufzeichnungen betonen immer wieder, dass allein das feuchte, laute, reißende Geräusch (The sound) von zerreißenden Knorpeln (Cartilage) und laut peitschend und knallend reißenden, dicken Sehnen und Bändern (Ligaments snapping) derart laut und bestialisch war, dass es unbeteiligten Zuhörern regelrecht extrem übel und schlecht (Sickening) davon wurde. Ein ausgewachsener, großer Mensch konnte auf dieser Maschine im Extremfall theoretisch physisch bis zu fast 30 Zentimetern in die Länge gestreckt (Stretched by up to 12 inches) werden – was den Körper natürlich für den Rest des Lebens völlig irreparabel ruinierte und zerstörte.
  • Der eigentliche, wahre psychologische Zweck (The Purpose): Die Streckbank war juristisch betrachtet in allererster Linie das absolut ultimative, perfekte Instrument für das effiziente Verhör (Interrogation tool). Tatsächlich war in den allermeisten rechtlichen Fällen schon allein die reine, ausgesprochene Androhung (The threat) des Einsatzes der Streckbank und das bloße Vorzeigen (Zeigen der Instrumente) völlig ausreichend (Enough), um Menschen zum Reden zu bringen. Im berüchtigten Londoner Tower (Tower of London) wandten die königlichen Kerkermeister sehr oft eine extrem bösartige, perfide psychologische Taktik (Psychological tactic) an: Sie sperrten einen neuen Gefangenen ganz bewusst in eine benachbarte Zelle direkt neben den Folterraum (Room next to the rack) ein. Wenn dieser neue Gefangene stundenlang durch die kalten Steinmauern hindurch das Flehen und die durchdringenden Schreie (Screams) eines anderen Opfers mit anhören musste, brach sein Widerstand meistens extrem schnell und freiwillig zusammen.

2. Die Tochter des Straßenkehrers (The Scavenger’s Daughter)

Diese furchtbare Höllenmaschine war im Prinzip architektonisch das absolute, genaue Gegenteil der weit verbreiteten Streckbank. Sie wurde der Legende nach von einem Mann namens Sir Leonard Skeffington (Sir Leonard Skeffington), dem damaligen eifrigen und brutalen Leutnant des Towers von London (Lieutenant of the Tower of London) in der blutigen und brutalen Regierungszeit des mächtigen Königs Heinrich VIII. (Henry VIII), persönlich konzipiert und erfunden (Invented). Anstatt die Arme und Beine des Opfers gewaltsam auseinanderzuziehen und zu strecken, tat diese Erfindung genau das exakte Gegenteil: Sie zerquetschte (Crushed) und komprimierte den Menschen mit schierer Gewalt in sich zusammen. Das Instrument bestand im Wesentlichen aus einer sehr dicken, schweren, eisernen A-förmigen Klammer (A-shaped iron brace) oder einem Reif. Das nackte Opfer wurde gezwungen, sich tief hinzuknien (Knelt), der eiserne Reifen wurde um ihn gelegt, und dann wurde die Klammer durch ein Gewinde mechanisch immer weiter, unbarmherzig zusammengezogen (Tightened). Dies zwang (Forcing) den Nacken und den gesamten Kopf des Unglücklichen mit immensem Druck immer weiter und schmerzhaft steil nach unten, bis das Gesicht fast die eigenen Knie berührte (Head down to the knees). Das kalte, eiserne Gerät quetschte, schnürte und presste (Compressed) den menschlichen Körper derart extrem, winzig und gewaltsam zusammen (Violently), dass durch den massiven, enorm ansteigenden Blutdruck das Blut (Blood) oftmals buchstäblich in Strömen aus der eigenen Nase (Nose) und den Ohren (Ears), und teilweise auch unter den Fingernägeln hervor, herausgedrückt (Forced out) wurde. Der unfassbar hohe, mechanische Druck durch bloße Kompression (Compression) reichte völlig aus, um sowohl das Rückgrat (Back) zu brechen als auch fast sämtliche Rippen (Ribs) im Brustkorb zersplittern zu lassen.

3. Das berüchtigte Rad (Das Richtrad / The Breaking Wheel / Catherine Wheel)

Es ist sehr wichtig zu verstehen: Das Rad war keine Methode der peinlichen Befragung oder des Verhörs (Interrogation); es war eine offizielle, äußerst grausame, extrem schmerzhafte, rein öffentliche Methode der ultimativen und endgültigen Hinrichtung (Execution). Diese spezielle, sehr langwierige Form der Todesstrafe war explizit nur für die allerschlimmsten, meistgehassten Kriminellen (Worst criminals) der damaligen Gesellschaft gesetzlich reserviert, wie zum Beispiel für Elternmörder (Parricides), Staatsverräter oder extrem gefährliche, mörderische Straßenräuber (Highwaymen), die Händler ermordet hatten. Das Vorgehen (The Mechanism): Das zum Tode verurteilte Opfer wurde entkleidet und fest an ein normales, großes, massives hölzernes Wagenrad (Wooden wagon wheel) (oder ein Andreaskreuz) gebunden. Der Scharfrichter (The executioner) nutzte dann eine sehr schwere, eiserne Keule oder Stange (Iron bar), um mit gezielten, wuchtigen Schlägen völlig methodisch und absichtlich, fast wie bei einer perversen Operation (Systematically), alle Knochen (Bones) sowohl in den Ober- und Unterarmen (Arms) als auch in den Oberschenkeln und Unterschenkeln (Legs) an mehreren, vorher festgelegten Stellen zu zertrümmern (Break). Nachdem die Gliedmaßen zu einer gallertartigen Masse zerschlagen waren, fädelte oder flocht der Henker diese zerschmetterten, unnatürlich verbiegbaren Arme und Beine (Shattered limbs) auf makabre, kunstvolle Weise regelrecht durch die hölzernen Speichen (Spokes) des Rades hindurch. Anschließend wurde das gesamte Rad mitsamt dem völlig zerschlagenen, auf ihm festgebundenen Opfer aufgerichtet und ganz hoch oben auf einen eigens dafür aufgestellten, in die Luft ragenden Pfahl gehisst (Hoisted onto a high pole). Das Schrecklichste daran: Der zertrümmerte Verurteilte wurde dort oben, hoch in der Luft, oft noch völlig bei Bewusstsein und sehr wohl am Leben (Alive) belassen. Der Tod war nicht der unmittelbare Zweck; der Tod trat erst extrem quälend langsam und viel später durch den massiven physischen Schock (Shock), durch einsetzen de Dehydration (Dehydration), oder, wie oft geschehen, dadurch ein, dass das wehrlose Opfer bei lebendigem Leibe von herbeifliegenden, hungrigen Aasvögeln wie Krähen oder Raben angefressen wurde (Eaten by birds). Es konnte unter diesen unvorstellbaren Qualen in manchen Fällen tatsächlich quälende, endlose Tage dauern, bis das Opfer endlich verstarb (Take days to die).

4. Die Mundbirne (Die Angstbirne / The Pear of Anguish)

Dieses spezielle Instrument sah, wie der makabre Name schon sehr deutlich sagt, von der äußeren Form her tatsächlich exakt aus wie eine glatte, metallene Birne (Metal pear). Sie bestand jedoch aus drei oder vier einzelnen, beweglichen metallenen Blättern (Leaves). Das eiserne, kalte Gerät wurde dem Angeklagten gewaltsam in den geschlossenen Mund (Mouth) – oft laut Urteil als Strafe spezifisch für überführte Gotteslästerer, Ketzer (Heretics), Gottesleugner oder nachweisbare Lügner (Liars) – oder in ganz besonders grausamen, demütigenden Fällen auch in andere empfindliche, intime Körperöffnungen eingeführt (Other orifices). Anschließend wurde von außen an der Mechanik ein spezieller, kleiner Schraubschlüssel (Screw key) langsam gedreht (Turned). Dies führte unweigerlich dazu, dass sich die metallenen Blätter im Inneren der Öffnung gnadenlos und langsam immer weiter nach außen ausdehnten (Expand) und förmlich wie eine tödliche, stählerne Blume erblühten (Blossom outwards), wodurch das weiche, empfindliche innere Gewebe des Mundes (oder Schlimmeres) systematisch, völlig unwiderruflich aufgerissen, zerstört und brutal verstümmelt wurde (Mutilating the internal soft tissue).

  • Die große, hitzige moderne akademische Debatte (Modern Debate): Einige vorsichtige und akribische moderne Historiker (Historians) weisen heute oft zu Recht darauf hin und argumentieren heftig (Argue), dass die allermeisten dieser Instrumente, die heute in Museen gezeigt werden, vielleicht nur Schuhspanner (Shoe-stretchers) oder höchstens antike chirurgische Spreizer (Surgical tools) gewesen sein könnten. Ihr Hauptargument ist, dass viele der tatsächlich noch heute als Beweis erhaltenen originalen historischen Exemplare (Surviving examples) dieser “Birnen” nur über derart schwache, winzige kleine Sprungfedern (Springs too weak) verfügen, dass sie technisch gesehen rein physikalisch niemals genug Kraft aufbringen könnten, um beispielsweise den starken, massiven Unterkieferknochen eines erwachsenen, sich wehrenden Menschen (Human jaw) auch nur im Ansatz gewaltsam aufzubrechen (Force open). Aber selbst wenn es in der Praxis so war, bleibt die schiere Androhung (Psychological terror) einer solchen barbarischen Verletzung als Mittel der psychologischen Folter absolut unbestritten und furchterregend gültig (Remains valid).

5. Die Ketzergabel (The Heretic’s Fork)

Ein extrem simples, trügerisches, aber absolut teuflisch effizientes und perfides Instrument. Es war eine extrem scharfe, zweiseitige, doppelendige Eisengabel (Double-ended fork) mit jeweils zwei Zinken an beiden Enden. Das eine, scharfe Ende ruhte unerbittlich direkt hart auf dem Knochen des Brustbeins (Sternum / Breastbone) des Opfers, während das obere, ebenso spitze Ende sich direkt schmerzhaft von unten eng unter das Kinn (Under the chin) in das weiche Fleisch bohrte. Diese Gabel wurde mit einem harten, ledernen Riemen extrem fest (Strapped) direkt um den nackten Hals (Neck) geschnallt. Der Foltermechanismus war so perfide wie einfach: Das unglückliche, gefesselte Opfer konnte seinen schweren, ermüdeten Kopf ab diesem Moment absolut nicht mehr auch nur einen Millimeter nach unten neigen oder auch nur leicht senken (Could not lower their head), ohne dass sich die rasierklingenscharfen eisernen Spitzen sofort gnadenlos sofort tief in sein eigenes, empfindliches Kinn und sein Brustbein bohrten (Piercing). Die Opfer wurden mit dieser Gabel um den Hals oft völlig allein in eine dunkle, kalte Zelle gestellt und sich selbst überlassen (Left in a cell). Früher oder später setzte beim menschlichen Körper völlig natürlich die absolut unvermeidliche, bleierne, ultimative körperliche Erschöpfung (Exhaustion) ein. Sowie das arme Opfer unweigerlich einschlief und in der Folge sein Kopf vor Müdigkeit auch nur einen Bruchteil nach vorne auf die Brust fiel (Head dropped to sleep), bohrten sich die kalten, spitzen eisernen Zinken mit enormer Wucht tief und schmerzhaft ins Fleisch und rissen (Woke up) ihn sofort, augenblicklich und schreiend wieder in die Realität und in den extremen Schmerz zurück (In pain). Es war, kurz gesagt, nichts anderes als eine brillante, völlig grausame und extrem gnadenlos effiziente Maschine für den methodischen, tödlichen und absoluten Schlafentzug (Sleep deprivation).

Wir neigen heutzutage, mit unserer modernen Moral, stark dazu und gehen allzu leichtfertig davon aus, dass die mittelalterlichen Menschen allesamt einfach nur völlig verrückte, irrationale, grausame Monster (Just monsters) und wilde Bestien waren, die völlig grundlos Menschen quälten. In der historischen Realität und im absolut strikten, rechtlichen Kontext jedoch war die Anwendung (In reality) von Folter ganz konkret ein völlig offizielles, zutiefst geregeltes, rechtliches und gerichtliches Instrumentarium (Legal tool), das unter Richtern den fast schon höflichen, euphemistischen, lateinischen Namen “Die Frage” oder peinliche Befragung (The Question) trug. Besonders und ganz speziell im absolut dominierenden Römischen Recht (Roman Law), nach dem fast alle großen, fortschrittlichen kontinentaleuropäischen Länder und Staaten (Continental European countries) streng und penibel handelten (Followed), war der gesetzlich zwingend geforderte Standard für die Beweisführung (Standard of proof) – ganz besonders, bevor eine unwiderrufliche, tödliche Hinrichtung bei schweren Kapitalverbrechen verhängt werden durfte (Capital crimes) – absolut astronomisch, erdrückend hoch (Very high). Um einen Menschen völlig legal auf den Scheiterhaufen oder an den Galgen zu bringen, benötigte ein strenger mittelalterlicher Richter absolut zwingend entweder:

  1. Die völlig unabhängigen, klaren und völlig übereinstimmenden, fehlerfreien Aussagen von exakt zwei unbestechlichen und völlig neutralen, unbescholtenen männlichen Augenzeugen (Two eyewitnesses) (was in der Praxis der damaligen Zeit absolut fast nie der Fall und extrem schwer zu finden war).
  2. Ein unterschriebenes, gestandenes, absolut umfassendes und vollständiges, eigenes Schuldgeständnis des verzweifelten Täters selbst (A confession).

Das unlösbare juristische Dilemma war also dieses: Wenn Sie als Täter beispielsweise einen verhassten Konkurrenten spät nachts völlig heimlich (Secretly), leise im dunklen Wald hinterrücks überfielen und ermordeten (Murdered), gab es naturgemäß und ganz offensichtlich (Naturgemäß) absolut keine verwertbaren Zeugen für die feige Tat (No witnesses). Damit jedoch der oft völlig korrekte und rechtsstaatliche (und sehr bürokratische) Gerichtshof Sie trotzdem überhaupt nach geltendem, altem Gesetz völlig ordnungsgemäß (Legally) wegen Mordes rechtskräftig verurteilen und anschließend hinrichten durfte (Execute you), musste das frustrierte und in seinen Regeln gefangene Gericht nun logischerweise zwingend (Needed) und unter allen denkbaren Umständen ein Geständnis von Ihnen erlangen. Sie durften einen Mann nicht einfach nur auf den bloßen, vagen Verdacht oder auf eine reine Vermutung hin aufhängen (Just guess). Der Aktenberg musste zwingend durch eine Unterschrift sauber geschlossen werden. Die physische, extreme Folter (Torture) wurde also vom Gericht und den Richtern keineswegs als die eigentliche Bestrafung des Verbrechens angesehen (Not seen as punishment); sie wurde von den studierten Juristen vielmehr extrem trocken und rein pragmatisch lediglich als ein legitimer, legaler Weg betrachtet (Seen as a way), um den widerspenstigen Häftling mürbe zu machen und ihn endlich dazu zu bringen, den notwendigen rechtlichen Papierkram für sein eigenes Todesurteil (The paperwork signed) zu unterschreiben. Interessant und sehr aufschlussreich ist auch die Tatsache, dass in dem Moment, in dem das gewünschte rechtliche Geständnis endlich vollständig formuliert und unterschrieben (Obtained) war, die grausame Folter sofort abgebrochen und offiziell für beendet erklärt werden musste (The torture stopped), und der wesentlich bürokratischere, kühlere Teil der schnellen Hinrichtung sofort und reibungslos beginnen konnte (Execution began).

Wichtige rechtliche Anmerkung: In England, das sich nicht dem Römischen, sondern dem traditionellen Common Law (Common Law) und den Geschworenengerichten (Juries) verpflichtet fühlte, war die offizielle Folter für gewöhnliche Verbrechen durch den Sheriff oder Richter eigentlich technisch und streng gesehen absolut völlig illegal (Technically illegal). Nichtsdestotrotz wurde sie natürlich trotzdem oft praktiziert – die mächtigen britischen Könige (Kings) und Königinnen hebelten dieses Gesetz sehr oft aus und genehmigten grausame Folterungen (Authorized it) fast routinemäßig völlig legal durch sehr spezifische, schriftliche königliche Sonderbefehle (Special warrant), insbesondere wenn es um absolute Schwerverbrechen wie gefährlichen Hochverrat gegen die britische Krone ging (Treason cases).

Die Oubliette: Die kalte, passive Folter des völligen Vergessens (The Passive Torture)

Hier begegnen wir dem wohl furchterregendsten, dunkelsten und absolut extremsten psychologischen Grauen, das sich ein Mensch ausdenken kann (Psychological horror). Die gefürchtete Oubliette (Oubliette) (deren Name sich sehr zutreffend vom französischen Wort oublier / Oublier herleitet, was schlicht „völlig vergessen“ / To forget bedeutet) war ein winzig kleines, extrem tiefes und völlig abgeschottetes Verlies (Dungeon), dessen enge Wände meist, oft bizarr und klaustrophobisch wie eine umgedrehte, flache Flasche (Bottle-shaped) direkt und massiv in den kalten Fels des Fundaments geschlagen waren.

  • Das extrem ausweglose Design (Design): Es handelte sich um ein sehr tiefes, absolut winzig enges (Narrow), oft in feuchtem Fels gelegenes Verlies, ein dunkles tiefes dunkles Erdloch (Pit), zu dem es als absolut einzigen, exklusiven Zugang lediglich eine winzig kleine, von oben verriegelte und tonnenschwere hölzerne (oder oft auch eiserne) Falltür befand, die direkt oben in der extrem massiven Decke lag (Accessed only by a trapdoor in the ceiling). Das Platzangebot unten war erschütternd: Der harte, extrem nasse, meist unebene und schlammige Felsboden war in vielen Fällen viel, viel zu klein, eng und uneben für einen erwachsenen Mann, als dass man sich dort auch nur ansatzweise, bequem, gerade und entspannt vollständig darauf hätte ausgestreckt zum Schlafen hätte hinlegen können (Lie down fully).
  • Die unmenschliche Erfahrung der Isolation (The Experience): Die armen Häftlinge, die diesen Schacht betraten (Prisoners), wurden sehr langsam, oft ohne Kleidung und unter Tränen, an einem groben Seil durch dieses winzige Loch von den Wärtern tief hinabgelassen (Lowered down on a rope) – und dann einfach dort von der Welt der Lebenden komplett zurückgelassen (Left). Ab dem dumpfen Knall der zufallenden Klappe befanden sie sich in völliger, erdrückender und absolut schwarzer, eiskalter und feuchter Finsternis (No light). Es drang durch die massive, dicke steinerne Wand und die meterdicke Decke absolut nicht ein einziger, rettender Ton der lebendigen Welt von draußen in das Grab zu ihnen durch (No sound). Einzig gelegentlich und in großen Abständen wurde ihnen von den Wachen ein kleiner, schmutziger, wasserdurchtränkter Eimer mit dem allernotwendigsten und extrem minimalen, feuchten, oft bereits verschimmelten Essen (Minimal food) und schmutzigem, abgestandenem Wasser laut klappernd an einem kurzen Strick herabgelassen, der für das Überleben nicht ausreichte (Lowered in a bucket). Diese Menschen wurden nicht hingerichtet; sie wurden schlicht und ergreifend von ihren Feinden durch Ignoranz von dieser Welt komplett, systematisch und eiskalt und rückstandslos und vollständig weggelöscht (Deleted from the world). Wenn Sie heute das beeindruckende Warwick Castle besuchen, können Sie noch immer mit einem eiskalten Schauer auf dem Rücken in eine solch originale Oubliette hinabschauen (Look down). Die Schwärze und dichte Dunkelheit dort tief unten (Darkness is absolute) im feuchten Loch ist absolut undurchdringlich und tief, dicht und erdrückend (Absolute).

Der Scharfrichter (Der Henker): Der extrem einsame, gefürchtete Killer im Staatsauftrag (The Lonely Killer)

Der Mann in der Maske, der all diese oft extrem grausamen Folterungen tatsächlich persönlich bei Kerzenlicht durchführte (The man doing the torturing), war für gewöhnlich alles andere als ein hochgeschätzter Diener der Gesellschaft; er war vielmehr das absolute, unterste Ende und ein bedauernswerter, völlig ausgegrenzter sozialer Aussätziger der damaligen Gesellschaft (Social outcast). Berufe wie jene, in denen regelmäßige öffentliche Hinrichtungen verübt wurden (Executions) und professionelle, grausame Folterungen (Torture) täglich angewandt und durchgeführt wurden, galten im damaligen sozialen Kontext offiziell, gesetzlich (und auch im Volksempfinden) zutiefst als zutiefst unreine, “infame”, unehrenhafte und stark diskreditierte Handwerke (Infamous trades). Der geächtete Henker (The Executioner) selbst und oft auch seine gesamte arme Familie (Wife and children) waren durch strenge soziale und oft gesetzliche Tabus sehr oft gezwungen, getrennt und völlig isoliert weit außerhalb, getrennt vom Schutz der schützenden Stadtmauern zu leben und zu wohnen (Live outside the city walls). Es galt als ein Tabu. Es gab de facto niemanden von Ehre; absolut keine einzige, respektable Familie in der Stadt würde es wagen oder sich vorstellen, ihre eigenen Kinder in die düstere Familie eines solch ehrlosen Scharfrichters einheiraten zu lassen (Marry into his family), was bedeutete, dass in diesen Familien das furchtbare und verdammte Amt (und der Stempel des Ausgestoßenen) zwangsläufig über zahllose Generationen hinweg tragischerweise exklusiv und ohne Alternative vom Vater direkt auf den eigenen blutigen Sohn vererbt wurde. Dem Henker wurde zudem oftmals auch von den Priestern der Zutritt zur großen Kirche verwehrt (Banned from entering churches). Das größte Paradoxon: Ganz paradoxerweise, zutiefst widersprüchlich (Paradoxically) waren eben jene Männer, diese verachteten Scharfrichter, oft auch hochgradig respektierte, geschickte und nachgefragte Heiler (Skilled healers) in ihrer Gesellschaftsstruktur. Gerade weil sie durch ihre furchtbare tägliche, blutige Arbeit mit der Streckbank und durch Hinrichtungen die komplexe, feine menschliche Anatomie und die Funktionsweise von Knochen und Sehnen so extrem und erstaunlich gut und tiefgreifend aus der grausamen Praxis im dunklen Keller in- und auswendig kannten (Knew anatomy so well) (primär natürlich aus der brutalen, blutigen Praxis des Knochenbrechens / From breaking it), fungierten sie oft und regelmäßig ganz heimlich – oft im Dunkeln der späten Nacht – quasi als Chirurgen. Sie verkauften Kräuter, setzten (Set) komplizierteste, schlimm zersplitterte, gebrochene Knochen (Broken bones) auf geniale Art und Weise fehlerfrei zusammen oder verkauften und verabreichten (Sold) heimlich selbstgemischte, sehr gute und rettende lindernde und wirkungsvolle, heilende Medikamente (Medicines) an die Armen. Sie betätigten sich damit extrem gewinnbringend, heimlich als illegale (On the side) und oft erstaunlich erfolgreiche inoffizielle, heimliche und begehrte, kompetente Chirurgen und Wunderheiler für die Ärmsten (For the poor) in der Gemeinde. So verschmolzen in dieser einen tragischen Person auf groteske und völlig makabre, kaum zu glaubende Art und Weise sowohl der absolute, tödliche Tod als auch oft das seltene, rettende Leben und die Heilung.

Folgen Sie der blutigen historischen Blutspur (Follow the Blood)

Um das ganze in einen greifbaren historischen Kontext zu rücken; hier sind einige extrem prominente und berühmte adlige Opfer (Famous victims), die diese furchtbaren Methoden am eigenen Leib schmerzhaft erleben mussten:

  • Der berühmte Guy Fawkes (Guy Fawkes): Dieser Mann wurde über extrem qualvolle, lange, endlose und schmerzhafte Tage hinweg zermürbend auf der berüchtigten Londoner Streckbank zerrissen und gestreckt (Tortured on the Rack). Als er Tage später schließlich, völlig gebrochen, das unterschriftsreife Geständnis unterzeichnete (Signed his confession), war seine schwache, verwischte und fast völlig unleserliche, unerkennbare, zittrige Unterschrift unter dem Dokument (Barely legible scrawl) nur noch ein erbärmliches, winziges Echo von seiner einst vorher extrem geraden, festen und extrem sicheren, schönen großen Handschrift (Firm hand) aus der Zeit lange vor der grausamen Streckung (Before the torture). Er war durch die Folterkörperlich derart stark geschädigt, zerschmettert und gebrochen (Broken), dass er die Stufen (Scaffold) auf das eigene, hohe Schafott, wo ihn der Galgen und Tod erwarteten, am Tag der Urteilsvollstreckung überhaupt nicht mehr ohne fremde Hilfe alleine hinaufgehen konnte, sondern auf dem Weg hinauf von Wachen völlig getragen werden musste (Carried).
  • Der schottische Volksheld William Wallace (William Wallace): Nach seinem Verrat und der Gefangennahme durchkämpfte der tapfere Schotte die unfassbaren und brutalen Torturen der absolut vollen und längsten schrecklichsten Prozedur namens “Hängen, Ausweiden und Vierteilen” (“Hanged, Drawn, and Quartered”) – eine Maßnahme, die von vielen Wissenschaftlern sehr einhellig oft und zu Recht (Arguably) als die allerschlimmste, brutalste, furchtbarste (Most brutal) und sadistischste offizielle, gesetzliche und legale Hinrichtungsmethode (Execution method) eingestuft und betrachtet wird, die sich jemals der kranke, menschliche und juristische Geist grausam ausgedacht hat (Ever devised). Sie wurde ihm zuteil und befohlen als höchste, verdiente ultimative Bestrafung für seinen unentschuldbaren, blutigen bewaffneten Hochverrat (Treason) gegen den unnachgiebigen und machtvollen König Edward I. von England (Edward I).

Das letzte und eiskalte Urteil: Fazit (Conclusion)

Der unterirdische Burgkerker und der feuchte Kerker sind und bleiben für immer die absolut unschöne, extrem finstere, pechschwarze und kalte Schattenseite (Shadow side) all jener prachtvollen, wunderschönen, sonnendurchfluteten Ritterromantik und des glitzernden königlichen Glanzes (Glamour) einer jeden märchenhaften Burgruine. Der dunkle Stein des tiefen Kerkers fungiert tief im Keller völlig stumm, unbeirrbar und kompromisslos und extrem drastisch als die allerwichtigste (und oft verdrängte), absolut grausige (Grim), ungeschönte und eiskalte historische und extrem reale, nackte Erinnerung (Reminder) daran: Der hehre, edle und stets besungene, so wundervolle, stolze ritterliche (Code of Chivalry) und sehr höfische ritterliche und strahlende Ethik- und “Ritterkodex” (Chivalry) auf den Zinnen war eigentlich stets, fast vollkommen, ausnahmslos (Usually only applied) und absolut absolut ausschließlich ein schützendes und rettendes Privileg für die reichsten (Rich people), vornehmsten und mächtigsten Mitglieder (Nobles) der Gesellschaftsordnung (Nobility). Für den unglücklichen armen Bauern, für den sturen Rebellen, für den tapferen Verräter oder für jeden fanatischen, verzweifelten Häretiker, der in Ungnade fiel (Rebel, Traitor, Heretic), war die historische (Medieval world), wirkliche und ungebändigte mittelalterliche Welt (World) nichts anderes als ein absolut dunkler, brutaler und furchtbarer Ort von ganz extremer, unregulierter (Extreme), staatlich sanktionierter (Mechanized) und eiskalter, mechanisierter, systematischer Barbarei und rücksichtsloser (Brutality) Bestialität. Ein Ort, an dem der weiche, wehrlose sterbliche und fühlende menschliche Körper (Human body) rechtlich gesehen und ohne jede Ausnahme wirklich und wahrhaftig nichts anderes und keineswegs mehr Wert war, als nur noch ein weiteres nutzloses, unbedeutendes und austauschbares Ding aus dem Dreck – ein weiteres und leicht zerbrechliches Ding (Another thing), das ganz einfach und eiskalt von den Händen des unerbittlichen Staates und des Justizwesens völlig zerschmettert (Broken by the state) wurde, um an ein unterschriebenes Urteil und Macht zu gelangen.