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Ashford Castle

Ashford Castle

📍 Cong, County Mayo, Irland 📅 Gebaut im Jahr 1228

Das Kronjuwel der irischen Gastfreundschaft

Majestätisch spiegelt sich Ashford Castle im schimmernden Wasser des Lough Corrib, sanft eingebettet in ein 350 Hektar großes, uraltes und mystisches Waldgebiet. Dieser Ort ist weit mehr als nur ein exklusives Hotel; er ist eine echte irische Institution. Seit über 800 langen, wechselvollen Jahren diente dieses gewaltige Anwesen als luxuriöser Spielplatz für die absoluten Machthaber der jeweiligen Epoche – von den grimmigen, kampferprobten anglo-normannischen Eroberern und dem alteingesessenen irischen Hochadel über die unermesslich reichen Brauerei-Titanen der Guinness-Dynastie bis hin zur modernen Hollywood-Prominenz und internationalen Staatsoberhäuptern. Heute erstrahlt die Festung als eines der renommiertesten und opulentesten 5-Sterne-Hotels der gesamten Welt und wird von führenden Reisemagazinen wie Condé Nast Traveler und Travel + Leisure Jahr für Jahr unangefochten an die Spitze der globalen Bestenlisten gewählt.

Doch Ashford Castle lediglich als einen luxuriösen Ort zum Schlafen zu betrachten, würde völlig am Kern der Sache vorbeigehen. Es ist vielmehr ein atmendes, lebendiges Museum, in dem die tiefen Schichten der dramatischen irischen Geschichte in jedem bemoosten Stein, in jedem spitzen Türmchen und in jeder funkelnden Glasscheibe spür- und sichtbar sind. Ein Aufenthalt hier bietet die seltene, magische Gelegenheit, für einige Tage das Leben eines Lord oder einer Lady aus einer längst vergangenen, glamourösen Ära zu führen – stilecht komplettiert mit traditioneller Falknerei, elegantem Tontaubenschießen und dem obligatorischen, feinen Afternoon Tea in historischen Prunkräumen, die bereits Könige, Königinnen und US-Präsidenten beherbergt haben.

Eine in Stein gemeißelte Geschichte

Das heutige Ashford Castle ist keineswegs ein homogenes Gebäude aus einer einzigen Epoche. Es ist vielmehr ein faszinierender architektonischer Flickenteppich, der lebhaft und detailreich die oft extrem turbulente und blutige Vergangenheit Irlands erzählt.

Die normannische Festung der de Burgo (1228)

Die epische Geschichte dieses Ortes nahm ihren Anfang im Jahr 1228. Die mächtige anglo-normannische Familie de Burgo besiegte den einheimischen, irischen O'Connor-Clan vernichtend und errichtete auf dem strategisch wichtigen Gelände einer alten Klosteranlage nahe dem charmanten Dorf Cong eine massive Festung. Von diesem trutzigen Stützpunkt aus herrschten sie jahrhundertelang mit eiserner Faust über die gesamte westliche Provinz Connacht. Das ursprüngliche Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert war eine rein funktionale, furchteinflößende Verteidigungsburg, die eigens dafür konstruiert wurde, frisch erobertes Territorium in einem zutiefst feindseligen Land um jeden Preis zu halten. Obwohl im Laufe der Jahrhunderte stark modifiziert und umgebaut, bilden die massiven, stämmigen mittelalterlichen Steinmauern bis heute das unerschütterliche Kernstück des gewaltigen Schlosses.

Die Bingham-Ära und die Erweiterung der Mauern (1715)

Nach einer besonders erbitterten und blutigen Schlacht im Jahr 1589 fiel die strategisch wichtige Burg schließlich an den englischen Lord President von Connacht, Sir Richard Bingham. Die Binghams bauten das Anwesen in eine stark befestigte Enklave innerhalb des Geländes um, und im Jahr 1715 wurde das gesamte Gut unter dem heutigen Namen Ashford offiziell eingetragen. Sie ließen ein elegantes Jagdschloss im damals äußerst modernen französischen Stil errichten, welches das extrem harte, kriegerische und martialische Erscheinungsbild des mittelalterlichen Bergfrieds deutlich abmilderte und wohnlicher machte. Das stolze Familienwappen der Binghams, der markante Doppeladler, thront noch heute gut sichtbar auf dem Dach des Schlosses und erinnert an ihre Herrschaft.

Das Goldene Zeitalter der Guinness-Familie (1852)

Die spektakuläre Transformation von Ashford in einen geradezu märchenhaften, viktorianischen Palast begann im Jahr 1852. In diesem Jahr kaufte der unermesslich reiche Brauereimagnat Sir Benjamin Lee Guinness das gesamte Anwesen. Die Guinness-Familie scheute keine Kosten und Mühen, erweiterte den Grundbesitz auf atemberaubende 26.000 Hektar Land und startete ein gigantisches architektonisches Bauprogramm. Sie fügten zwei riesige, verschwenderisch dekorierte viktorianische Erweiterungen im romantischen neugotischen Stil an, ließen den gesamten Westflügel von Grund auf renovieren und pflanzten buchstäblich unzählige Tausende von Bäumen. So schufen sie die mystischen, üppigen und dichten Wälder, die das Schloss heute so pittoresk umgeben.

Sein Sohn, Lord Ardilaun (Arthur Guinness), war ein geradezu besessener, extrem leidenschaftlicher Gärtner. Er setzte das gigantische Werk seines Vaters fort und überwachte persönlich die aufwendige Entwicklung der makellosen, formalen Gärten sowie der weiten, sattgrünen Rasenflächen, die sanft hinab zum funkelnden Seeufer abfallen. Im Gegensatz zu vielen anderen Landbesitzern seiner Zeit galt er als überaus wohlwollender und sozial engagierter Gutsherr. Ein auffälliger steinerner Obelisk, der noch heute stolz auf dem Gelände steht, dient als dauerhaftes Denkmal für die tiefe Dankbarkeit der lokalen Bevölkerung für seine beispiellose und lebensrettende Unterstützung während der verheerenden irischen Hungersnot (Great Famine).

Vom Herrensitz zum absoluten Luxushotel (1939)

Das Anwesen blieb bis 1939 im stolzen Besitz der Guinness-Familie, als es schließlich an Noel Huggard, einen äußerst geschäftstüchtigen und visionären Hotelier, verkauft wurde. Er öffnete die schweren Türen des Schlosses als erstklassiges Luxushotel, das vom ersten Tag an eine extrem wohlhabende und elitäre internationale Klientel anzog. Im Jahr 2013 wurde das historische Anwesen schließlich von der renommierten 'Red Carnation Hotel Collection' erworben. Die neuen Eigentümer pumpten unglaubliche 75 Millionen Euro in eine umfassende, extrem detailgetreue und liebevolle Restaurierung. Dieses gewaltige Projekt umfasste unter anderem den komplett neuen Einbau von 800 historischen Fenstern, die komplette, aufwendige Neueindeckung des riesigen Daches und die weltweite, penible Suche nach authentischen antiken Möbeln und Kunstwerken. Alles mit dem einen Ziel: sicherzustellen, dass absolut jede Ecke und jeder Winkel des Hauses den unverfälschten, historischen und luxuriösen Charme einer vergangenen Epoche ausstrahlt.

John Ford und "Der Sieger" (The Quiet Man) in Cong

Im Jahr 1951 wurden Ashford Castle und das angrenzende, winzige Dorf Cong völlig unerwartet zum absoluten Zentrum der internationalen Kinowelt. Der legendäre Hollywood-Regisseur John Ford reiste mit einer riesigen Crew an, um sein berühmtes, irisch-romantisches Technicolor-Meisterwerk The Quiet Man (im Deutschen bekannt als "Der Sieger") zu drehen. Die Hauptrollen spielten die Weltstars John Wayne und Maureen O'Hara. Während der Dreharbeiten logierten große Teile der Besetzung und der Crew stilecht direkt im Schloss.

Dieser absolute Filmklassiker hat in der gesamten Region bis heute eine unauslöschliche und tiefgreifende Spur hinterlassen. Das weitläufige Schlossgelände ist in dem Film prominent zu sehen, und berühmte, ikonische Szenen – wie der dramatische Faustkampf an der alten Steinbrücke oder die romantische Werbung auf dem idyllischen Friedhof – wurden in unmittelbarer Nähe gedreht. Noch heute pilgern fanatische Anhänger des Films (die sogenannten 'Quiet Man Crazies') aus allen Teilen der Welt nach Cong, um andächtig in den großen Fußstapfen des "Duke" (John Wayne) zu wandeln. Das Hotel verfügt heute sogar über einen exklusiven, privaten kleinen Kinosaal, in dem die Gäste den Film während ihres Aufenthalts stilvoll auf der Leinwand genießen können.

Ein Blick in das Innere des Schlosses

Ein Spaziergang durch die opulenten öffentlichen Räume von Ashford Castle fühlt sich exakt so an, als wäre man zu einer extrem exklusiven, aristokratischen Hausparty im späten 19. Jahrhundert eingeladen.

  • Der George V. Speisesaal (The George V Dining Room): Dieser atemberaubende Raum wurde 1905 von der Guinness-Familie in Rekordzeit eigens erbaut, um den Prinzen von Wales (den späteren König George V.) standesgemäß zu bewirten. Er ist der absolute Inbegriff architektonischer Erhabenheit und feiner Handwerkskunst. Ausgestattet mit schweren, kunstvoll geschnitzten Eichenvertäfelungen, elf blendend hellen Kronleuchtern aus feinstem Waterford-Kristall und oft untermalt von den sanften Klängen eines Hauspianisten, ist ein Abendessen hier ein zutiefst formelles, fast schon theatralisches und unvergessliches Erlebnis.
  • Der Connaught Room: Ein deutlich intimerer, aber nicht minder luxuriöser Raum, der häufig für ungestörte private Dinnerpartys oder den extrem beliebten traditionellen Afternoon Tea genutzt wird. Er besticht durch einen spektakulären, handgeschnitzten offenen Kamin und bietet fantastische, weite Ausblicke über den Lough Corrib.
  • Die Prince of Wales Bar: Ursprünglich diente dieser Raum als das praktische Waffenzimmer (Gun Room) des Anwesens. Heute ist die Bar über und über mit historischen Erinnerungsstücken und Antiquitäten gefüllt und bietet eine unglaublich gemütliche, holzgetäfelte Atmosphäre, die stark an einen exklusiven Londoner Herrenclub erinnert – der absolut perfekte, stilvolle Ort für ein perfekt gezapftes Pint Guinness am knisternden Kaminfeuer.
  • Das Verlies (The Dungeon): Tief im Erdgeschoss des ältesten, mittelalterlichen Flügels gelegen, serviert dieses Restaurant im lässigeren Bistro-Stil hervorragende, bodenständige irische Gerichte. Die Atmosphäre ist hier rustikaler, geprägt von massiven steinernen Gewölbedecken, flackerndem Kerzenlicht und authentischen, historischen Ritterrüstungen, die Wache stehen.

Das Anwesen: Ein 350 Hektar großer Spielplatz

Die unzähligen exklusiven Aktivitäten, die auf dem riesigen Anwesen angeboten werden, sind ein ebenso großer Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt wie das Schlossgebäude selbst.

Die älteste Falknerschule Irlands

Ashford Castle ist überaus stolz darauf, die Heimat von Irlands ältester School of Falconry (Falknerschule) zu sein. Hierbei handelt es sich keineswegs nur um eine passive, touristische Vogelschau zum Zusehen; Gäste haben die einmalige Möglichkeit, an einem sogenannten 'Hawk Walk' (Falkenspaziergang) teilzunehmen. Dabei werden Sie von erfahrenen Falknern angeleitet und erleben, wie ein imposanter Harris-Bussard direkt aus den hohen Baumwipfeln herabstößt und sanft auf Ihrer eigenen, behandschuhten Faust landet. Es ist eine zutiefst faszinierende, aufregende Erfahrung, die den Gast auf ganz direkte Weise mit den edlen, alten Jagdtraditionen der mittelalterlichen Gründer des Schlosses verbindet.

Bootsfahrt auf dem Lough Corrib

Das Schloss liegt äußerst malerisch direkt an den Ufern des Lough Corrib, dem zweitgrößten See in ganz Irland. Täglich nimmt ein charmantes Ausflugsboot (die 'Isle of Inisfree') Gäste mit auf eine entspannte Fahrt rund um die sagenumwobenen 365 Inseln des Gewässers. Die fantastischen Ausblicke vom Wasser aus auf das sich majestätisch aus den dichten Wäldern erhebende Schloss, mit den schroffen, wilden Bergen von Connemara als dramatischem Hintergrund, brennen sich unvergesslich in das Gedächtnis ein.

Tontaubenschießen & Bogenschießen

Für Gäste, die ihre Treffsicherheit auf traditionelle Weise unter Beweis stellen möchten, bietet das weitreichende Anwesen erstklassige Schießstände für das klassische Tontaubenschießen (Clay Pigeon Shooting) sowie professionelle Anlagen für das traditionelle Bogenschießen. Hochqualifizierte Instruktoren führen die Gäste geduldig und fachkundig in die Grundlagen ein, was dieses Erlebnis auch für völlige Anfänger absolut zugänglich, sicher und extrem unterhaltsam macht.

Praktische Informationen für Besucher

Ashford Castle befindet sich idyllisch gelegen im Dorf Cong im County Mayo, etwa eine 45-minütige malerische Autofahrt von der lebhaften Stadt Galway City entfernt.

  • Zugang für Nicht-Hotelgäste: Im deutlichen Gegensatz zu vielen anderen streng abgeschotteten Luxushotels weltweit, ist das riesige, parkähnliche Außengelände von Ashford Castle gegen eine geringe Eintrittsgebühr auch für normale Tagesbesucher geöffnet. Diese Eintrittsgebühr berechtigt Sie dazu, in aller Ruhe durch die wunderschönen, formalen Gärten zu spazieren, die berühmte Steinbrücke aus dem Film 'The Quiet Man' zu besichtigen und natürlich die extrem beeindruckende Außenfassade des Schlosses ausgiebig zu fotografieren. Der direkte Zugang zum luxuriösen Inneren des Gebäudes (die Lobby, die Hauptrestaurants und die privaten Bars) ist jedoch aus Diskretionsgründen strikt den zahlenden Hotelgästen sowie Besuchern mit vorherigen, bestätigten Tischreservierungen vorbehalten.
  • Afternoon Tea (Der Nachmittagstee): Die mit Abstand beste, eleganteste und beliebteste Möglichkeit für Nicht-Hotelgäste, das prunkvolle Innere des Schlosses zu besichtigen, ist die Buchung des traditionellen Afternoon Tea im prächtigen Connaught Room. Diese Veranstaltung ist extrem beliebt und gilt als absolutes Highlight einer Irlandreise; eine rechtzeitige Reservierung viele Wochen im Voraus ist daher absolut unerlässlich.
  • Kleiderordnung (Dress Code): Der George V Dining Room besteht am Abend auf einer strengen, formellen Kleiderordnung (Jackett und Krawatte sind für Herren obligatorisch). In allen anderen öffentlichen Bereichen des Hotels ist die Atmosphäre deutlich entspannter und wird allgemein als 'smart casual' (sportlich-elegant) beschrieben.
  • The Lodge at Ashford Castle: Für Reisende, die die exklusiven Preise für eine Suite im Hauptschloss etwas zu hoch finden, bietet das Schwesterhotel 'The Lodge at Ashford Castle', das sich ebenfalls auf demselben riesigen Schlossgelände befindet, eine wesentlich modernere, frischere und preislich etwas zugänglichere Alternative, ohne auf den Zugang zu den Annehmlichkeiten des Anwesens verzichten zu müssen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich einfach so hineinspazieren?
Nein, das ist nicht möglich. Sie können an der Haupteinfahrt eine Eintrittsgebühr entrichten, um das Außengelände, die Wälder und die Gärten zu erkunden. Ohne eine vorherige Zimmer- oder Tischreservierung wird Ihnen jedoch der Zutritt zum eigentlichen Hotelgebäude verwehrt.
Spukt es in Ashford Castle?
Aber natürlich, wir sind in Irland! Die lokale, farbenfrohe Legende berichtet vom Geist eines armen Dienstmädchens aus dem 19. Jahrhundert, das durch die Flure wandern soll. Die heutigen Hotelgäste berichten jedoch im Allgemeinen von einer äußerst friedlichen und ungestörten Nachtruhe in den luxuriösen Betten!
Was kostet eine Übernachtung?
Die Zimmerpreise variieren sehr stark je nach gewählter Saison und Auslastung. Als Faustregel können Sie jedoch davon ausgehen, dass Sie für ein Standardzimmer in der Hauptsaison mindestens 800 Euro pro Nacht einplanen müssen. Die luxuriösen Suiten kosten selbstverständlich ein Vielfaches dieses Betrags.