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Burg Hohenwerfen

Burg Hohenwerfen

📍 Werfen, Österreich 📅 Gebaut im Jahr 1077

Die wehrhafte Festung hoch in den Wolken

Wie ein dunkler, unüberwindbarer Wächter aus massivem Stein thront die Burg Hohenwerfen auf einem 155 Meter hohen, fast senkrecht abfallenden Felskegel hoch über dem tiefen Tal der Salzach. Sie ist der absolute Inbegriff einer klassischen, trutzigen alpinen Festungsanlage. Majestätisch umrahmt von den schneebedeckten, hoch aufragenden Gipfeln des rauen Tennengebirges und den gewaltigen Berchtesgadener Alpen, dominiert sie die gesamte umliegende Landschaft mit einer fast schon düsteren, furchteinflößenden Erhabenheit. Im direkten und deutlichen Kontrast zu ihrer wesentlich bekannteren "Schwesterburg", der Festung Hohensalzburg in der nahegelegenen Stadt Salzburg, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer mehr zu einer luxuriösen, fürsterzbischöflichen Residenz wandelte, blieb Hohenwerfen über fast 900 Jahre hinweg eine echte, raue und kompromisslose militärische Verteidigungsanlage. Ihre meterdicken, wettergegerbten Mauern waren im Laufe der Jahrhunderte stumme Zeugen von blutigen Bauernaufständen, brutalen Religionskriegen und dienten als berüchtigtes, ausbruchssicheres Staatsgefängnis für in Ungnade gefallene Erzbischöfe. Heute ist die Burg nicht nur für ihre extrem wechselvolle, dunkle Geschichte weltberühmt, sondern glänzt vor allem als spektakuläre, lebendige Bühne für die traditionelle Falknerei und als unverwechselbare filmische Ikone – für immer unsterblich gemacht als das stark bewachte "Schloss Adler" in dem legendären, actiongeladenen Hollywood-Kriegsfilm Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare) mit Richard Burton und Clint Eastwood.

Die zackige, markante Silhouette der Burg ist aus jedem Blickwinkel absolut unverkennbar; sie wirkt fast wie eine natürliche, organische und spitze Verlängerung des nackten Felsens selbst. In ihrer Blütezeit kontrollierte und dominierte sie den engen, strategisch immens wichtigen Gebirgspass und damit die lebenswichtige, extrem lukrative Nord-Süd-Handelsroute, die die reiche Stadt Salzburg direkt mit Italien und dem Mittelmeerraum verband. Über viele lange Jahrhunderte hinweg waren wohlhabende Kaufleute, fromme Pilger und schwer bewaffnete, marschierende Armeen gezwungen, unter den wachsamen Augen der Garnison den Pass zu überqueren, horrende Wegzölle zu entrichten und der absoluten weltlichen Macht der Salzburger Fürsterzbischöfe zähneknirschend Tribut zu zollen.

Eine Geschichte aus Stein und Blut: Das Bollwerk der Erzbischöfe

Die dramatische Entstehungsgeschichte von Burg Hohenwerfen ist untrennbar und tief mit dem sogenannten Investiturstreit verknüpft – jenem epischen, oft gewaltsam ausgetragenen Machtkampf um die absolute Vorherrschaft zwischen dem Papst in Rom und dem mächtigen römisch-deutschen Kaiser im 11. Jahrhundert. Im Jahr 1077 befahl der damalige Salzburger Erzbischof Gebhard, ein glühender, unerschütterlicher Unterstützer des Papstes, in größter Eile und Panik den Bau von drei massiven Verteidigungsfestungen, um sein weitläufiges Territorium vor den anrückenden Truppen des verfeindeten Kaisers zu sichern: die Festung Hohensalzburg, die Anlage in Friesach und eben Hohenwerfen. Diese erste, noch sehr hastig errichtete hölzerne Palisadenburg bildete den strategischen Kern der heutigen, gewaltigen Anlage.

In den darauffolgenden, oft kriegerischen Jahrhunderten wurde die kleine Burg von den nachfolgenden Salzburger Erzbischöfen kontinuierlich erweitert, massiv in Stein umgebaut und militärisch aufgerüstet. Ihre wohl dunkelste, blutigste und verheerendste Stunde erlebte die Anlage jedoch während der großen, gewaltsamen Deutschen Bauernkriege im Jahr 1525. Wütende, bis aufs Blut ausgebeutete Bergleute und verzweifelte Bauern aus der direkt umliegenden Region des Pongau stürmten in einem organisierten Aufstand die scheinbar unbesiegbare Festung, plünderten sie gnadenlos aus und brannten sie fast vollständig nieder. Der amtierende, verhasste Erzbischof Matthäus Lang war gezwungen, in einer demütigenden, nächtlichen Flucht sein Leben zu retten. Nachdem der große Aufstand jedoch wenig später von den gut gerüsteten Söldnerheeren des Adels brutal und blutig niedergeschlagen worden war, folgte die grausame Rache: Die überlebenden Bauern wurden zur Strafe dazu gezwungen, exakt die Burg, die sie gerade erst in Schutt und Asche gelegt hatten, in jahrzehntelanger, zermürbender Frondarbeit wieder komplett neu und noch größer aufzubauen – eine zynische, grausame Maßnahme, die die absolute, unantastbare Autorität des Erzbischofs für die nächsten Jahrhunderte endgültig zementierte.

Während des gesamten 17. und 18. Jahrhunderts erfüllte Hohenwerfen einen sehr makaberen, doppelten Zweck: Einerseits diente es den Erzbischöfen als luxuriöses, abgelegenes Jagdschloss, andererseits fungierte es gleichzeitig als gefürchtetes, völlig isoliertes Staatsgefängnis. Die Burg galt weithin als das absolute, ausbruchssichere Hochsicherheitsverlies des Landes. Ihr mit Abstand berühmtester und tragischster Gefangener war ausgerechnet ein ehemaliger Herrscher: Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Er wurde von seinem eigenen, machthungrigen Neffen gewaltsam gestürzt, in den feuchten Kerkern von Hohenwerfen eingesperrt und starb hier nach jahrelanger, bitterer Isolation im Jahr 1617. Im 19. Jahrhundert fiel die Anlage zunächst in einen traurigen Dornröschenschlaf und verfiel zusehends, bis sie schließlich von Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen (dem auch die berühmte Burg Hochosterwitz in Kärnten gehörte) erworben und in einem sehr romantischen, historisierenden Stil extrem aufwendig restauriert wurde. Ein verheerender Großbrand im Jahr 1931 zerstörte zwar große Teile der Anlage, doch sie wurde glücklicherweise ein weiteres Mal originalgetreu wiederaufgebaut. Während der dunklen Zeit des Nationalsozialismus diente sie vorübergehend als elitäres Schulungszentrum der Polizei (Gendarmerie), bevor sie schließlich nach dem Krieg für die breite Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht wurde.

Die Architektur: Ein Meisterwerk alpiner Befestigungskunst

Burg Hohenwerfen ist in den Augen von Militärhistorikern eine absolute Meisterklasse in der Kunst der mittelalterlichen Verteidigungsarchitektur. Ihr gesamtes, verschachteltes Layout wird kompromisslos von den steilen, schroffen natürlichen Gegebenheiten des Felsens diktiert, auf dem sie ruht. Besucher, die den Weg zu Fuß wagen, nähern sich der Anlage über einen sehr steilen, gewundenen Pfad, der durch eine gut durchdachte Serie von stark befestigten Toren (Torzwingern) führt. Jedes einzelne dieser Tore wurde genial und diabolisch so konstruiert, dass es anrückende Angreifer maximal abbremste und sie in winzigen, nach allen Seiten geschlossenen Innenhöfen einkesselte, wo sie wehrlos dem Beschuss der Verteidiger ausgeliefert waren. In der ausladenden Vorburg befinden sich heute die historischen Stallungen sowie die ehemalige, wichtige Burgbrauerei.

Die wehrhafte Hochburg (The Upper Castle)

Das eigentliche, schlagende historische Herz des gesamten Komplexes ist die massive Hochburg, die sich eng um einen kleinen, kopfsteingepflasterten Innenhof mit der lebensrettenden, tiefen Zisterne gruppiert. Der markante, hohe Glockenturm (Glockenturm) bietet den Wachen einen ungestörten, strategisch perfekten und meilenweiten Panoramablick über das gesamte, enge Tal – ein absolut essenzielles Element zur frühzeitigen Warnung vor anrückenden Feinden. Die kleine, intime Burgkapelle, die dem Heiligen Sigismund geweiht ist, gehört zu den mit Abstand ältesten, noch im Original erhaltenen Teilen der gesamten Anlage und beeindruckt durch ihre massiven, schweren romanischen Grundmauern. Die äußeren, abweisenden Verteidigungsmauern sind an einigen strategisch besonders gefährdeten Stellen bis zu unfassbare 5 Meter dick und durchgehend mit tödlichen Pechnasen (Machicolations) sowie sehr schmalen, schwer zu treffenden Pfeilscharten ausgestattet.

Die Pechküche und die dunklen Kerker

Eine geführte Tour durch das Innere der alten Gebäude offenbart schnell und schonungslos die oft extrem grimmige und harte Realität des damaligen Burglebens. In der sogenannten "Pechküche" (Pitch Kitchen) wurde während einer Belagerung in riesigen eisernen Kesseln tonnenweise klebriges Pech, tierisches Fett und Pflanzenöl siedend heiß gekocht, um es anschließend durch die Öffnungen in den Mauern gnadenlos auf die Köpfe der stürmenden Angreifer zu gießen. Die originale Folterkammer im Verlies enthält detailgetreue Replikate von grausamen Instrumenten, die während der furchtbaren, hysterischen Hexenprozesse, die die gesamte Alpenregion im 17. Jahrhundert wie eine Seuche heimsuchten, intensiv genutzt wurden. Das dunkelste und tiefste Verlies der Burg, ein extrem feuchtes, klaustrophobisches 4 Meter tiefes Loch im Steinboden des Gefängnisturms, war weithin unter dem gefürchteten Namen "Oubliette" (abgeleitet vom französischen 'oublier', der Ort des Vergessens) bekannt. Hier wurden die aussichtslosesten Gefangenen einfach an einem Seil hinabgelassen und oft in der völligen, pechschwarzen Dunkelheit bei Wasser und Brot schlichtweg dem Wahnsinn oder dem langsamen Tod überlassen.

Der historische Salzburger Landeskultur-Falkenhof

Schon seit den ältesten, antiken Zeiten wurde die abgelegene, waldreiche Burg von ihren adligen Besitzern intensiv und leidenschaftlich für die Beizjagd genutzt, ganz besonders für die prestigeträchtige Jagd mit abgerichteten Greifvögeln. Diese uralte, faszinierende Tradition wird heute vom Historischen Falkenhof Salzburg, der seinen festen Sitz in der weitläufigen Vorburg der Anlage hat, täglich lebendig und professionell erhalten. Hohenwerfen ist heute einer der ganz wenigen, ausgewählten Orte in ganz Europa, an dem die komplexe und anspruchsvolle Kunst der mittelalterlichen Falknerei noch so authentisch, respektvoll und auf höchstem Niveau praktiziert wird. Bei den spektakulären, täglichen Flugvorführungen können die Besucher staunend erleben, wie riesige Steinadler, pfeilschnelle Falken, wendige Rotmilane und majestätische Gänsegeier die starken thermischen Aufwinde (Thermik) direkt über den zinnenbewehrten Burgmauern nutzen, um scheinbar mühelos in den blauen Alpenhimmel aufzusteigen. Zu sehen, wie ein ausgewachsener, goldener Steinadler von den höchsten, windgepeitschten Türmen der Burg im steilen Sturzflug zielsicher auf die Beuteattrappe (das Federspiel) des Falkners mitten im Burghof herabstößt, ist ein absolut atemberaubendes, archaisches Spektakel, das den modernen Besucher direkt und emotional mit dem "Sport der Könige" verbindet. Das sehr modern gestaltete und informative österreichische Falknereimuseum im Inneren der Burggebäude dokumentiert zudem extrem detailliert die jahrtausendealte globale Geschichte der Falknerei und stellt wunderschöne historische Falkenhauben, dicke Lederhandschuhe sowie sehr seltene, handgeschriebene historische Abhandlungen über die komplexe Aufzucht und das Training dieser stolzen Vögel aus.

Mythen und Legenden: Der blinde Uhrmacher von Hohenwerfen

Eine besonders tragische und sehr beliebte lokale Legende erzählt von einem äußerst talentierten, aber armen Uhrmacher, der einst fälschlicherweise für ein schweres Verbrechen, das er nachweislich nicht begangen hatte, in die tiefen Kerker der Burg geworfen wurde. Um der Obrigkeit seinen wahren Wert zu beweisen und verzweifelt um sein nacktes Leben und Gnade zu betteln, bot er dem Burgherren an, für den hohen Glockenturm der Festung eine so prächtige, genaue und laute Uhr zu bauen, wie sie das Land noch nie gesehen hatte. Er arbeitete jahrelang unermüdlich und unter extrem schlechten Bedingungen im dunklen Turm und schuf schließlich ein absolutes mechanisches Meisterwerk aus hunderten von perfekten Zahnrädern, Federn und lauten Glockenspielen. Als die Uhr endlich fertiggestellt war und perfekt funktionierte, war der Burgherr von der unvergleichlichen Handwerkskunst so dermaßen beeindruckt und fasziniert, dass er kurzerhand den grausamen Beschluss fasste, dass dieser geniale Uhrmacher niemals im Leben eine derart wunderbare Uhr für einen anderen Fürsten oder König bauen durfte. Er befahl seinen Wachen rücksichtslos, dem armen Mann auf der Stelle die Augen auszustechen und ihn zu blenden. In einem letzten, verzweifelten Akt der Rache bat der nun völlig blinde, blutende Uhrmacher die Wachen, sein Lebenswerk ein allerletztes Mal sanft mit den Händen berühren zu dürfen. Als man es ihm gewährte, griff er zielsicher tief in das komplexe Getriebe und entfernte blind einen einzigen, winzigen und absolut lebenswichtigen Metallstift. Die prächtige Uhr blieb im selben Moment mit einem lauten Ächzen für immer stehen, und die Legende besagt, dass bis zum heutigen Tag niemals wieder jemand auf der Welt gefunden wurde, der fähig gewesen wäre, dieses geniale mechanische Rätsel zu entschlüsseln und die Uhr zu reparieren.

Wichtige und praktische Informationen für Ihren Besuch

Ihre Anreise zur Burg

Die weithin sichtbare Burg Hohenwerfen befindet sich hoch über der charmanten Marktgemeinde Werfen, etwa 40 Kilometer malerische Autofahrt in Richtung Süden von der Mozartstadt Salzburg entfernt. Die Anlage ist für Besucher extrem bequem zu erreichen: Entweder völlig stressfrei mit der direkten S-Bahn von Salzburg (bis zur kleinen Haltestelle Bahnhof Werfen) oder sehr schnell mit dem Auto direkt über die gut ausgebaute Tauernautobahn A10. Vom großen Besucherparkplatz am Fuße des Felsens haben die Besucher dann die freie Wahl: Sie können entweder den sehr steilen, anstrengenden, aber wunderschönen Waldweg (ca. 20 bis 30 Minuten Fußmarsch) hinauf zur Burg wandern, oder sie nutzen ganz bequem den modernen, in den Fels gebauten Schrägaufzug (Funicular Lift), der sie in wenigen Minuten kraftschonend direkt in den historischen Burghof befördert.

Spannende Führungen und saisonale Events

Die gesamte Burganlage ist für Besucher regulär in den Monaten von April bis einschließlich November geöffnet (im Winter bleibt sie geschlossen). Aus Sicherheits- und Denkmalschutzgründen können die faszinierenden historischen Innenräume, das Verlies und die Kapelle ausschließlich im Rahmen einer offiziellen, geführten Tour besichtigt werden. Diese sehr lebendigen und informativen Führungen finden regelmäßig auf Deutsch statt; für alle internationalen Gäste stehen jedoch jederzeit hervorragende, tragbare Audioguides in sehr vielen verschiedenen Sprachen (selbstverständlich auch auf Englisch) zur Verfügung. Die Tour führt die Besucher spannend durch die kleine Burgkapelle, die düstere Pechküche, die umfangreiche historische Waffenkammer (Armoury) und das herrschaftliche Fürstenzimmer. Die absolut sehenswerte und berühmte Flugvorführung der Greifvögel des Falkenhofs ist bereits komplett im regulären Ticketpreis inbegriffen und findet je nach Jahreszeit in der Regel zwei- bis dreimal täglich im Burghof statt (überprüfen Sie unbedingt vorher den aktuellen Zeitplan auf der Website, da sich die genauen Flugzeiten je nach Saison und Wetterbedingungen ändern können!). Das ganze Jahr über ist das Schloss zudem Austragungsort für viele sehr beliebte, besondere Veranstaltungen, wie zum Beispiel laute mittelalterliche Burgfeste, lehrreiche Falknerei-Akademien für Interessierte und extrem atmosphärische, mystische Nachtführungen im flackernden Fackelschein.

Die direkte Verbindung zum Hollywood-Klassiker "Agenten sterben einsam"

Für begeisterte Filmfans und Kinoliebhaber ist der Besuch von Hohenwerfen ein absolutes Muss; sie werden die einzigartige, gezackte Silhouette der Burg sofort freudig wiedererkennen. Obwohl die absolut atemberaubenden, weltberühmten und schwindelerregenden Seilbahn-Kampfszenen des Hollywood-Blockbusters aus technischen Gründen an einem völlig anderen Ort gedreht werden mussten (nämlich an der Feuerkogel-Seilbahn in Oberösterreich), sind absolut alle ikonischen, einschüchternden Außenaufnahmen und Panoramaeinstellungen des fiktiven "Schloss Adler" ganz unbestreitbar und original Burg Hohenwerfen. Die Festung ist bis heute eine sehr gut besuchte, fast schon heilige Pilgerstätte für Tausende von begeisterten Fans des klassischen Actionfilms. Aufmerksame Besucher finden im kleinen Souvenirladen der Burg oft spezielle Merchandise-Artikel, DVDs und detaillierte Hintergrundinformationen, die die einmalige, glamouröse und actionreiche Rolle der alten Burg in der großen Geschichte Hollywoods liebevoll zelebrieren.