Der ziegelrote Riese des rauen Nordens
Direkt an den friedlichen, malerischen Ufern des langgestreckten Vanajavesi-Sees, geografisch nahezu exakt auf halbem Weg zwischen der belebten finnischen Hauptstadt Helsinki und der dynamischen Industriestadt Tampere, thront majestätisch und unübersehbar die Burg Häme (auf Finnisch: Hämeen linna). Sie stellt in der architektonischen Landschaft Finnlands eine absolute, faszinierende Seltenheit dar: Es handelt sich um eine riesige, mittelalterliche Burg, die fast vollständig und exklusiv aus massiven, gebrannten roten Ziegelsteinen (Red brick) erbaut wurde. Während die überwältigende, absolute Mehrheit aller anderen historischen finnischen und skandinavischen Befestigungsanlagen pragmatisch entweder aus rauem, kaltem Naturstein oder schlichtweg aus leicht verfügbarem, aber vergänglichem Holz errichtet wurde, verleihen genau diese markanten, tiefroten Ziegelwände der Burg Häme eine visuelle Wärme und eine extrem imposante, weithin sichtbare physische Präsenz, die in der ansonsten oft kargen, nordischen Naturlandschaft absolut einzigartig und beispiellos ist. Gemeinsam mit der berühmten Olavinlinna (der Olafsburg) und der mächtigen Burg Turku bildet sie heute das unangefochtene historische Triumvirat, die absolute Dreifaltigkeit der größten und mit Abstand bedeutendsten mittelalterlichen Festungsanlagen des gesamten Landes.
Über einen immensen, historischen Zeitraum von mehr als unglaublichen 700 langen Jahren hinweg fungierte genau diese mächtige, rote Burg als das unbestrittene, absolute administrative und militärische Machtzentrum für die gesamte weitreichende, umliegende Region Tavastia (die finnisch auch als Häme bezeichnet wird). Ihre dicken, rauen Ziegelmauern haben im Laufe der teils extrem blutigen und gewalttätigen Jahrhunderte unglaublich viel gesehen und stumm miterlebt: Sie boten schwer gepanzerten schwedischen Kreuzrittern extrem sicheren und oft dringend benötigten Schutz, sie widerstanden monatelang den brutalen, gewaltigen und massiven Invasionen starker, feindlicher russischer Armeen, und sie dienten in späteren, deutlich dunkleren und weitaus tragischeren Zeiten für viele endlose Jahrzehnte hinweg als ein berüchtigtes, eiskaltes und völlig auswegloses Gefängnis für Tausende verzweifelter, finnischer Insassen. Heute, da sie von den meisten störenden, rein pragmatischen und oft unschönen architektonischen Anbauten späterer, modernerer Epochen glücklicherweise wieder vollständig befreit und in jahrelanger, extrem liebevoller und hochkomplexer, aufwendiger Detailarbeit akribisch genau in ihr beeindruckendes, ursprüngliches mittelalterliches Erscheinungsbild zurückversetzt wurde, steht sie stolzer denn je da. Sie erhebt sich heute als ein unvergängliches, monumentales und weithin sichtbares Denkmal für die extrem unruhige, oft sehr blutige und stets zutiefst von ständigen Grenzkonflikten und Kriegen geprägte Geschichte der historischen, umkämpften schwedisch-russischen Grenzgebiete im finsteren Zeitalter des Mittelalters und weit darüber hinaus.
Eine unbezwingbare, eiserne Bastion des blutigen Schwedischen Kreuzzugs
Die absoluten, exakten historischen Ursprünge der gewaltigen Burg Häme sind leider noch heute sehr tief und undurchsichtig in den dichten, mythologischen Nebeln des sogenannten "Zweiten Schwedischen Kreuzzugs" (Second Swedish Crusade) verborgen, welcher etwa in der Mitte des rauen 13. Jahrhunderts mit eiserner und blutiger Hand in dieser isolierten Region stattfand. Historiker gehen heute aufgrund diverser, spärlicher Aufzeichnungen allgemein mit sehr großer, an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die erste, noch relativ provisorische Festungsanlage an exakt dieser strategisch wichtigen Stelle um das Jahr 1260 herum von dem mächtigen und furchteinflößenden schwedischen Adligen und Staatsmann Jarl Birger (auf Schwedisch weithin als Birger Jarl bekannt) sehr bewusst und strategisch klug gegründet wurde. Sein primäres, unerbittliches und unnachgiebiges politisches und militärisches Ziel bei dieser groß angelegten Unternehmung war es, die stetig wachsende schwedische absolute Kontrolle und unangefochtene Vorherrschaft über die einheimischen, heidnischen und extrem hartnäckig und wild kämpfenden Tavastier (die Ur-Einwohner der Häme-Region) ein für alle Mal blutig, gewaltsam und endgültig zu festigen. In ihren allerersten, bescheidenen und noch sehr rauen Anfängen handelte es sich bei der Befestigung höchstwahrscheinlich lediglich um ein einfaches, aber stark befestigtes militärisches Feldlager, das sicher auf einer kleinen, umspülten Insel im Flusslauf thronte. Doch im stetigen, unaufhaltsamen Verlauf der folgenden, extrem kriegerischen und unruhigen Jahrzehnte wuchs genau dieses kleine, unscheinbare Lager immer weiter massiv an und verwandelte sich schließlich in einen absolut furchteinflößenden, scheinbar völlig unüberwindbaren und unzerstörbaren gewaltigen steinernen Bergfried (Keep).
Im tiefen, dunklen Zeitalter des europäischen Mittelalters etablierte sich die immer größer werdende Burg sehr schnell und völlig unangefochten als das absolute, alleinige administrative, rechtliche und militärische Kontrollzentrum der gesamten, riesigen umgebenden Provinz. Sie war fortan das überaus repräsentative und stark gesicherte, offizielle Zuhause für den amtierenden, einflussreichen schwedischen Burgkommandanten, dessen schwer bewaffnete, ständige Garnison und das äußerst wichtige, lokale Gericht. Das unbestrittene "Goldene Zeitalter" (Golden Age) der stolzen Burg fiel historischen Untersuchungen zufolge höchstwahrscheinlich exakt in die relativ lange und sehr prosperierende, erfolgreiche Amtszeit des berühmten, weitsichtigen Kommandanten Olof Tott, welcher im späten, aufblühenden 15. Jahrhundert hier mit harter, aber durchaus auch kluger Hand herrschte. Genau während dieser entscheidenden Epoche wurden die massiven, extrem beeindruckenden oberen Stockwerke aus leuchtend rotem Ziegelstein (Brick upper stories) mit enormem, logistischem Aufwand und unter Einsatz modernster Techniken hinzugefügt, welche die für damalige Verhältnisse typischen und weithin bekannten architektonischen Stile und die fortschrittlichen, raffinierten Baumethoden des berühmten Deutschen Ordens (Teutonic Order) aus dem südlichen Baltikum deutlich sichtbar widerspiegeln. Die extrem filigranen, hochkomplexen und kunstvollen Ziegelmuster, die noch heute die massiven Außenwände zieren, sowie die schiere, schwindelerregende und erdrückende architektonische Größe des mächtigen Hauptbergfrieds, stammen fast ausnahmslos alle aus dieser einzigartigen, relativ kurzen, aber extrem intensiven historischen Periode des unerhörten, plötzlichen wirtschaftlichen Wohlstands und der schier unbegrenzten, stark zur Schau gestellten militärischen und herrschaftlichen Macht.
Der dramatische Wandel: Von der stolzen Festung zum einfachen Kornspeicher und schließlich zum dunklen Gefängnis
Als sich die hart umkämpften, offiziellen Grenzen des riesigen, expandierenden Schwedischen Reiches im Laufe der späteren, kriegerischen Jahrhunderte immer weiter drastisch und unaufhaltsam in Richtung Osten verschoben, verlor die einst so extrem strategisch wichtige und unersetzliche Burg Häme relativ schnell und endgültig ihre immens große, vormalige militärische und strategische Bedeutung für die schwedische Krone. Bis zum Anbruch des späten 18. Jahrhunderts war die alte, stolze Anlage daher durch anhaltende, sträfliche Vernachlässigung und fehlende, dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen völlig in einen beklagenswerten, teilweisen Ruinenzustand verfallen. Die überaus pragmatischen, kostenbewussten schwedischen Militärs (und ironischerweise viele Jahre später auch die neuen russischen Besatzer) fanden jedoch in den massiven, extrem robusten und nahezu unverwüstlichen roten Steinmauern völlig neue, sehr viel profanere und nützlichere zivile Verwendungsmöglichkeiten. Im späten 18. Jahrhundert wurde der große, sehr markante und weithin sichtbare runde Kanonenturm (Gun Tower) als letzte große Verteidigungsmaßnahme noch eilig zur Anlage hinzugefügt, doch das riesige Hauptgebäude der einstigen stolzen Burg wurde im Inneren völlig entkernt und sehr pragmatisch in einen massiven, mehrstöckigen Kornspeicher (Granary) – und später auch in eine riesige, hochproduktive königliche Kronbäckerei (Crown bakery) – umfunktioniert, um die großen, in der Region stationierten Armeen dauerhaft mit dringend benötigten, sicheren und massenhaften Lebensmittelvorräten und frischem Brot zuverlässig zu versorgen.
Doch das mit absolutem, weitem Abstand allerdüsterste, beklemmendste und traurigste Kapitel in der gesamten, langen Baugeschichte der Festung begann exakt im Jahr 1837, als das gewaltige, alte Gebäude offiziell und mit weitreichenden, architektonischen Eingriffen in ein furchteinflößendes, schweres staatliches Zuchthaus und Gefängnis (Prison) umgewandelt wurde. Für deutlich über ein gesamtes, langes und leidvolles Jahrhundert – bis tief hinein in das Jahr 1953 – war die Burg Häme landesweit als ein extrem berüchtigter, eiskalter und hoffnungsloser Ort der absoluten, harten Inhaftierung, Isolation und der drakonischen, unbarmherzigen staatlichen Bestrafung bekannt. Eine Zeit lang beherbergte die düstere Anlage sogar exklusiv das landesweit einzige und absolut gefürchtete Frauengefängnis in ganz Finnland. Die einst so prunkvollen, weiten und luftigen mittelalterlichen großen Säle wurden rücksichtslos, pragmatisch und völlig lieblos in winzige, extrem beengte und oft dunkle Einzelzellen unterteilt, und das wunderschöne, rote und historische Ziegelmauerwerk wurde sowohl im Inneren als auch außen rücksichtslos unter dicken, abweisenden Schichten aus schlichtem, grauem Putz (Plaster) und monotoner, steriler gelber Farbe (Yellow paint) geradezu erstickt und für Jahrzehnte völlig unsichtbar gemacht. Es war ein durch und durch dunkler, chronisch überfüllter, eiskalter und zutiefst elender Ort der völligen Verzweiflung – ein unvorstellbar gigantischer, deprimierender und trauriger Kontrast zu dem einst so edlen, prachtvollen und lebensfrohen mittelalterlichen Adelshof unter der Herrschaft des Kommandanten Olof Tott.
Die beispiellose, gigantische und langwierige Restaurierung
Als das verhasste Gefängnis im Jahr 1953 schließlich nach langem, erbittertem politischem Ringen offiziell und endgültig für immer geschlossen und in modernere Einrichtungen verlegt wurde, begann fast augenblicklich ein extrem massives, landesweit beachtetes und unglaublich langwieriges historisches und architektonisches Restaurierungsprojekt. Es dauerte fast unglaubliche 35 Jahre schwerster, oft frustrierender und hochkomplexer Detailarbeit, um dieses ambitionierte Vorhaben schließlich erfolgreich und zur vollsten Zufriedenheit der Denkmalschützer abzuschließen. Das erklärte, wichtigste Ziel dieses enormen Aufwands war es, ausnahmslos alle grausamen, pragmatischen und hässlichen architektonischen Veränderungen und grauenhaften Einbauten aus der traurigen Gefängnisära systematisch, aber äußerst behutsam und vorsichtig zu entfernen und somit das verborgene, eigentliche mittelalterliche, rote Herz der Burg wieder freizulegen und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Der dicke, erstickende Putz wurde in jahrelanger Handarbeit zentimeterweise mühsam abgeklopft, die unzähligen, bedrückenden und feuchten Zwischenwände der kleinen Gefängniszellen wurden rücksichtslos abgerissen, und das wunderschöne, originale und historische rote Ziegelmauerwerk wurde schließlich wieder stolz und in seiner vollen Pracht dem Tageslicht ausgesetzt.
Das finale, sichtbare Ergebnis ist aus heutiger architekturhistorischer Sicht extrem faszinierend und wertvoll, denn die durchführenden Architekten und Restauratoren der Anlage versuchten bei ihrer Arbeit bewusst zu keinem einzigen Zeitpunkt, die alte Burg nach der Freilegung künstlich völlig "neu", steril oder fehlerlos aussehen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Sie entschieden sich dafür, die vielen tiefen, historischen Narben (Scars of history), die die wechselvolle Nutzung im Laufe der Epochen in das Gestein und die Mauern geschlagen hatte, völlig offen, ehrlich und schonungslos sichtbar zu bewahren und sogar stolz zu präsentieren. In vielen Räumen können interessierte Besucher daher heute auf beeindruckende Weise direkt nebeneinander das grobe, extrem raue und unbearbeitete Grundgestein aus der rohen, militärischen mittelalterlichen Periode, die sehr eleganten, kunstvoll geschichteten und makellosen Ziegel aus der glanzvollen, prunkvollen Ära der Renaissance sowie gleichzeitig die extrem harten, lieblosen und oft sehr schmerzhaften Markierungen, Schrammen und baulichen Überreste der düsteren, bedrückenden Gefängnisstrukturen erkennen. Es ist zweifellos ein Gebäude, das seine gesamte, extrem wechselvolle und oftmals sehr brutale Geschichte völlig offen, absolut ungeschönt und mit einem ganz besonderen, unvergleichlichen Stolz für jedermann sichtbar trägt.
Ein eindrucksvoller, geführter Rundgang durch die historische Burg
Ein intensiver Besuch der Burg Häme gleicht daher weniger einem einfachen Museumsbesuch als vielmehr einer wirklich tiefen, faszinierenden und fast schon greifbaren, physischen Zeitreise durch exakt diese unterschiedlichen, faszinierenden und sehr oft gegensätzlichen architektonischen Schichten der Vergangenheit.
Der prunkvolle Königssaal (King's Hall) und das private Gemach der Königin (Queen's Chamber)
Die mit absolutem, unangefochtenem Abstand beeindruckendsten, prachtvollsten und am aufwendigsten restaurierten Räume befinden sich direkt im großen, repräsentativen Hauptgeschoss (Main floor) der Burg. Der sogenannte Königssaal (auf Finnisch: Kuninkaansali) war einst der gigantische, zentrale mittelalterliche Bankettsaal der Festung, in dem die opulentesten, lautesten und wichtigsten Feste der ganzen Region gefeiert wurden. Er wurde mit extrem hohem, finanziellem und handwerklichem Aufwand wieder fast exakt in sein ursprüngliches, hochherrschaftliches Aussehen aus dem 15. Jahrhundert zurückversetzt und besticht heute durch eine unglaublich hohe, kunstvoll geschnitzte, dunkle Holzdecke und extrem filigrane, tragende und sehr typische gotische Ziegelgewölbe (Gothic brick vaults). Dieser fantastische, akustisch hervorragende Raum wird heute extrem gerne und sehr oft für hochkarätige, staatliche Veranstaltungen (High-profile events) und äußerst exklusive, festliche Abendessen gebucht und genutzt. Direkt im Anschluss daran, quasi Tür an Tür, befindet sich das sogenannte Gemach der Königin (Queen's Chamber), ein deutlich kleinerer, intimerer und weitaus wärmer wirkender Raum, der höchstwahrscheinlich einst als der primäre, private Rückzugsort und die komfortablen Wohnquartiere für die engste Familie des amtierenden Burgkommandanten diente.
Die gigantische Garnisonsbäckerei (The Bakery)
Eines der absolut einzigartigsten und unerwartetsten, aber gleichzeitig faszinierendsten historischen Merkmale der Anlage ist die absolut gigantische, fast schon industriell anmutende Bäckerei aus dem 18. Jahrhundert, die sich tief unten im sicheren Kellergeschoss (Basement) befindet. Sie wurde in jener Zeit exklusiv und ganz gezielt dafür konzipiert, konstruiert und ausgebaut, um im Notfall tagtäglich und ununterbrochen das dringend benötigte, frische Brot für die gesamte, extrem große, oft Tausende von Männern starke, hungrige lokale Militärgarnison vor Ort zu backen. Die enormen, massiv aus dicken Steinen gemauerten, höhlenartigen Backöfen sind noch heute vollständig erhalten und vermitteln dem Betrachter einen unglaublich direkten, eindrucksvollen und oft auch sehr überraschenden Eindruck von der schieren, logistischen Herausforderung und dem enormen täglichen Aufwand, den es zwingend erforderte, eine derart große, stehende Armee im rauen finnischen Klima tagtäglich sicher zu ernähren.
Der unerlässliche, lebensrettende Burgbrunnen (The Well)
Direkt im Zentrum des engen, komplett umschlossenen inneren Burghofs (Inner courtyard) können Besucher heute noch immer den absolut unverzichtbaren, historischen Burgbrunnen bestaunen. Der ständige, uneingeschränkte Zugang zu sauberem, absolut sicherem und ausreichendem Süßwasser war bei jeder mittelalterlichen Belagerung oft der einzige, entscheidende Faktor über nacktes Überleben oder einen sicheren, elendigen Tod durch Verdursten. Der Schacht des Brunnens in der Burg Häme ist erstaunlicherweise unglaublich und extrem tief, da er damals in mühsamster, jahrelanger, extremer Knochenarbeit von einfachen Männern und Gefangenen fast ausschließlich per Hand und mit primitivsten Werkzeugen durch das extrem harte, undurchdringliche, massive skandinavische Grundgestein (Bedrock) geschlagen werden musste, bis er schließlich eine absolut sichere und beständige, tiefliegende Wasserader erreichte.
Das bedrückende Gefängnismuseum (The Prison Museum)
Direkt außerhalb der schützenden, hohen Hauptmauern der alten Burg steht gut sichtbar ein extrem markantes, völlig gelb (Yellow) gestrichenes, sternförmiges und massives Gebäude, das selbst auf den ersten, flüchtigen Blick frappierend an ein typisches, strenges klassisches Gefängnis des 19. Jahrhunderts erinnert – schlichtweg deshalb, weil es tatsächlich genau das ist. Dies ist das offizielle und extrem sehenswerte, wenn auch bedrückende Gefängnismuseum (auf Finnisch: Vankilamuseo), das heute höchst authentisch und ungeschönt in dem stark gesicherten, originalen ehemaligen Kreisgefängnis (County prison) direkt neben der Burg untergebracht ist. Es gilt unter Experten als eines der extrem wenigen, absolut authentischen Museen auf der ganzen Welt, das sich tatsächlich noch vollständig in einem zu 100 % echten, originalen, niemals architektonisch veränderten, historischen Zellentrakt aus dem 19. Jahrhundert befindet. Die Besucher können hier mit einem mulmigen Gefühl im Bauch direkt in die absolut originalen, extrem winzigen, eiskalten und oft sehr dunklen, bedrückenden Strafzellen eintreten, die zahllosen, verzweifelten und oft extrem berührenden originalen Wandgraffitis (Graffiti) an den kalten Wänden lesen, die von völlig verzweifelten, lebenslangen Insassen über Generationen hinweg heimlich in den Putz und die Türen geritzt wurden, und so unglaublich viel über die extrem harte, oft völlig gnadenlose und unerbittliche, alltägliche Realität des alten finnischen Straf- und Justizsystems lernen. Dieser Bereich der Anlage bietet somit einen extrem wichtigen, sehr düsteren, ernüchternden und zutiefst nachdenklich stimmenden Kontrapunkt zu der oft fälschlicherweise viel zu oft romantisierten und stark verklärten Mittelalter-Nostalgie der eigentlichen Hauptburg.
Mythen und Geister: Düstere Legenden um die Burg
Es ist eine fast schon eiserne, ungeschriebene Regel: Eine Burg von diesem extremen Alter, dieser gewaltigen Größe und vor allem mit einer solch immens blutigen, oft grausamen und leidvollen Geschichte sammelt im Laufe der Jahrhunderte völlig unausweichlich unzählige Geister (Ghosts) und schaurige Legenden um sich. Die mit absolutem Abstand bekannteste, meist erzählte und traurigste Geschichte rankt sich um die sogenannte "Graue Dame" (Grey Lady). Der Überlieferung und dem festen lokalen Glauben nach soll sie der unruhige, rastlose Geist einer schönen, jungen Frau sein, die sich einst hoffnungslos und unglücklich in einen einfachen, unbedeutenden schwedischen Burgwächter verliebte. Der damalige, strenge und grausame Kommandant der Burg, der diese unstandesgemäße, heimliche und skandalöse Affäre strikt und unnachgiebig ablehnte, bestrafte das junge Liebespaar drakonisch und ohne jede Gnade: Er ließ den jungen Wachmann kurzerhand ohne Pardon in einen völlig aussichtslosen, fernen und sicheren Kriegstod an die äußerste Front schicken, während das junge Mädchen als abschreckendes Beispiel brutal und für den Rest ihres Lebens in einem winzigen, dunklen und einsamen Turm der Festung eingesperrt wurde. Man erzählt sich flüsternd, dass sie dort völlig verzweifelt und allein langsam an einem gebrochenen Herzen verstarb. Bis zum heutigen Tag, so schwören unzählige Zeugen, wandert ihr weinender, schluchzender Geist in den dunkelsten Nächten ruhelos über die rauen, eiskalten Zinnen, ewig und vergebens wartend auf die niemals stattfindende, unmögliche Rückkehr ihres geliebten Soldaten.
Eine weitere, wesentlich unheimlichere und düsterere Geschichte betrifft die sogenannte "Teufelskammer" (Devil's Chamber). Während der jahrzehntelangen, großen und umfassenden Restaurierungsarbeiten entdeckten erstaunte Bauarbeiter völlig überraschend einen extrem kleinen, fensterlosen und extrem gut versteckten geheimen Raum, an dessen dunklen Wänden überaus seltsame, kryptische, völlig unerklärliche und extrem unheimliche Symbole und seltsame Markierungen tief in den Stein geritzt waren. Bis heute wird hartnäckig gemunkelt und spekuliert, dass genau dieser ominöse, dunkle Raum in grauer Vorzeit ein absolut streng geheimer und gefürchteter Ort gewesen sein muss, an dem dunkle, schwarze Magie (Black magic) oder völlig verbotene Rituale praktiziert wurden – oder aber, was weitaus weltlicher, aber nicht minder grausam wäre, dass es sich dabei schlichtweg um eine besonders brutale, kleine Isolationszelle handelte, in der aufsässige Gefangene systematisch gebrochen wurden. In diesem spezifischen, dunklen und unheimlichen Teil des riesigen Schlosses sollen nach übereinstimmenden Aussagen sehr oft elektrische Lichter völlig ohne Grund unkontrolliert flackern, und völlig plötzliche, unerklärliche und extreme Temperaturabfälle (Drops in temperature) – sogenannte 'Cold Spots' – sind dort unter Besuchern und Mitarbeitern gleichermaßen keine Seltenheit und ein häufig berichtetes Phänomen.
Wichtige Informationen zur perfekten Planung Ihres Besuchs
Die Ortschaft Hämeenlinna ist verkehrstechnisch extrem gut, bequem und schnell zu erreichen, beispielsweise ganz entspannt mit den regulären, modernen Fernzügen von der Hauptstadt Helsinki (die Fahrzeit beträgt hierbei angenehme 1 Stunde) oder auch problemlos aus der Richtung von Tampere. Die Burg selbst liegt nur einen sehr kurzen, etwa 15-minütigen und landschaftlich überaus malerischen Spaziergang direkt vom lokalen Bahnhof der Stadt entfernt, wobei ein wunderschöner, sehr gut ausgebauter und bequemer Fußgängerweg fast die gesamte Zeit direkt entlang des idyllischen Seeufers verläuft.
- Der umliegende, weitläufige Park: Die gewaltige Festung ist fast komplett umgeben von einem sehr schönen, weitläufigen, extrem gepflegten und grünen Park (Park), der sich elegant direkt entlang des ruhigen Sees erstreckt. Dieser Park ist ein extrem beliebter, kostenloser Treffpunkt für viele Einheimische, die dort regelmäßig joggen, entspannt und ausgedehnt picknicken oder an warmen Sommertagen einfach nur stundenlang entspannt auf dem Rasen sitzen und zusehen, wie die vielen kleinen und großen Boote friedlich auf dem glitzernden Wasser vorüberziehen.
- Das faszinierende Museo Militaria: Direkt neben dem Burggelände, authentisch untergebracht in den historischen, massiven alten Gebäuden der ehemaligen Artilleriekaserne (Artillery barracks), befindet sich das überaus empfehlenswerte und extrem umfangreiche Militärmuseum, welches die gesamte, oft extrem blutige, heldenhafte und aufopferungsvolle nationale Militärgeschichte Finnlands (Military history of Finland) umfassend dokumentiert. Es ist für alle Besucher von Vorteil, dass fast immer ein stark vergünstigtes Kombi-Ticket (Combined ticket) angeboten wird, welches sehr oft den zeitgleichen, vollständigen Eintritt sowohl in die Hauptburg, als auch in das bedrückende Gefängnismuseum und in dieses hervorragende militärische Museum in einem einzigen, sehr praktischen Paket beinhaltet.
- Die spektakulären Sommer-Events (Summer Events): Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie Ihren Besuch unbedingt für den Monat August planen. In diesem Monat verwandelt sich das gesamte riesige, weite Burggelände rund um die Festung traditionell in einen gewaltigen, lauten und extrem bunten Schauplatz für das größte Mittelalter-Festival der gesamten Region (auf Finnisch bekannt als Hämeen Keskiaikamarkkinat). Die weitläufige Area füllt sich dann tagelang komplett mit professionellen Schaustellern, schwer gepanzerten Rittern (Knights in armor), echten, krachenden und wilden Lanzen- und Ritterturnieren (Jousting tournaments), großen, authentischen und duftenden historischen Handwerkermärkten (Craft markets) und authentischer, lauter mittelalterlicher Live-Musik. Es ist mit absolutem Abstand die beste und allerschönste Zeit im gesamten Jahr, um zu erleben, wie diese historische, massive Anlage für ein langes Wochenende wieder völlig zum Leben erwacht.
Die alte Burg Häme ist ein wahrer, unerschütterlicher historischer Überlebender (Survivor). Sie hat allen feindlichen, flammenden Pfeilen, allen massiven, zerstörerischen Kanonenkugeln und selbst dem gnadenlosen, extrem langsamen und tückischen Zerfall durch die Zeit immer wieder erfolgreich und eisern standgehalten. Und auch heute noch leuchten ihre massiven, unverwechselbaren roten Ziegelmauern jeden Abend wunderschön, warm und geradezu magisch im tiefroten Licht des nordischen Sonnenuntergangs auf – als ein ungemein warmes, tröstliches und scheinbar absolut unvergängliches, beständiges Symbol für die gesamte, weite historische Tavastia-Region.