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Neues Schloss Herrenchiemsee

Neues Schloss Herrenchiemsee

📍 Chiemsee, Deutschland 📅 Gebaut im Jahr 1878

Das Versailles der bayerischen Könige

Nahezu magisch und scheinbar völlig schwerelos auf der großen Herreninsel (Men's Island) direkt in der Mitte des glitzernden Chiemsees – dem mit Abstand größten See im Bundesland Bayern – schwebend, ist das Neue Schloss Herrenchiemsee ein absolut gigantisches, steinernes Monument für manische Obsession, vollendete Schönheit und tiefste, menschliche Tragik. Es war das unbestritten letzte, das absolut größte und mit extrem weitem Abstand teuerste aller weltberühmten „Märchenschlösser“, die jemals von dem exzentrischen König Ludwig II. von Bayern, der liebevoll auch der „Märchenkönig“ (oder "Swan King") genannt wurde, erdacht und in Auftrag gegeben wurden. Doch Herrenchiemsee unterscheidet sich fundamental von seinen anderen Projekten: Im Gegensatz zu Schloss Neuschwanstein (welches tief von mittelalterlichen, wagnerianischen Ritter-Fantasien inspiriert ist) oder dem winzigen Schloss Linderhof (welches im Grunde eine kleine, intime Rokoko-Schmuckschatulle darstellt), wurde Herrenchiemsee mit einem absolut spezifischen, völlig singulären Hauptzweck entworfen: Es sollte ein gigantischer, kompromissloser architektonischer Tribut und eine glühende Hommage an die uneingeschränkte, absolute Monarchie des französischen Königs Ludwig XIV. – dem berühmten „Sonnenkönig“ – sein, den Ludwig II. sein Leben lang fast schon grenzenlos und fanatisch verehrte und idealisierte.

Das riesige Schloss war von vornherein niemals als ein tatsächlicher, dauerhafter oder komfortabler Wohnsitz für ihn selbst gedacht, sondern ganz explizit als ein rein symbolischer „Tempel des Ruhmes“ (Temple of Fame). Es ist im Kern eine fast millimetergenaue, architektonische Replik des weltberühmten Schlosses von Versailles in Frankreich. Doch Ludwig II. begnügte sich nicht mit bloßem Kopieren; in vielerlei Hinsicht übertrifft Herrenchiemsee das französische Original sogar in seiner schieren Opulenz und Pracht, nicht zuletzt deshalb, weil es in seiner Bauzeit massiv von über zwei vollen Jahrhunderten modernstem, technologischem Fortschritt im Bauwesen profitieren konnte. Tragischerweise steht der gewaltige Palast heute jedoch als ein unvollendetes, faszinierendes Fragment. Lediglich der prunkvolle, gigantische Mitteltrakt (Central wing) wurde jemals fertiggestellt, bevor König Ludwig im Jahr 1886 unter noch immer völlig ungeklärten, mysteriösen Umständen ums Leben kam. Heute wandern verblüffte Besucher durch unvorstellbar luxuriöse Säle, die förmlich vor feinstem Blattgold und seltenem Porzellan triefen, nur um dann plötzlich und unerwartet durch eine unscheinbare Tür zu treten und sich mitten in völlig nackten, staubigen und unverputzten, rohen Ziegelsteinkorridoren wiederzufinden – eine extrem drastische, sichtbare und physische Manifestation eines gewaltigen, königlichen Traums, der abrupt, grausam und viel zu früh beendet wurde.

Die Tragische Geschichte: Der unerfüllte Traum eines extrem einsamen Königs

König Ludwig II. erwarb die komplett bewaldete Herreninsel ursprünglich im Jahr 1873 eigentlich nur mit dem hehren Ziel, die unzähligen, alten Bäume der Insel davor zu bewahren, rücksichtslos von Holzunternehmen abgeholzt zu werden. Doch schon sehr bald danach übernahm seine grenzenlose, ausufernde Fantasie wieder völlig die Kontrolle über seine Entscheidungen. Nachdem er das originale Versailles im Jahr 1874 endlich persönlich, heimlich besucht hatte, studierte er dessen massive architektonische Baupläne über Jahre hinweg absolut akribisch, fast schon manisch und detailversessen. Im Jahr 1878 war es dann so weit: Der Startschuss für die massiven Konstruktionsarbeiten auf der einsamen Insel fiel. Das gesamte Bauprojekt war von seinen logistischen Ausmaßen her schier unvorstellbar und immens. Absolut jedes einzelne Stück des riesigen Baumaterials, jeder Ziegel, jedes Stück Holz und jeder Marmorblock musste extrem aufwendig per Boot über den weiten See verschifft werden. Im Untergrund wurden extrem moderne, leistungsstarke Dampfmaschinen fest installiert, nur um mit enormem Druck das viele Wasser für die gigantischen Fontänen der Gärten aus dem See nach oben zu pumpen. Die Gesamtkosten des Baus waren in jeder Hinsicht astronomisch; sie leerten die ohnehin schon schwer belasteten königlichen Staatskassen in atemberaubendem Tempo und versetzten die gesamte bayerische Staatsregierung in absolute, blanke Panik und höchste Alarmbereitschaft.

König Ludwig selbst hielt sich ironischerweise während seiner gesamten Regentschaft nur für lächerliche wenige Tage – im tristen, nebligen Herbst des Jahres 1885 – tatsächlich in diesem gigantischen, fertigen Schloss auf. Er schlief in dieser kurzen Zeit tief im opulenten Prunkschlafzimmer (State Bedchamber), wandelte in völliger Isolation stundenlang im flackernden Licht von Tausenden Kerzen durch die spiegelnde, endlos wirkende Große Spiegelgalerie und verschwand danach für immer und lautlos zurück in die dunkle Nacht. Als er nur ein knappes Jahr später auf höchst tragische und bis heute nicht restlos geklärte Weise im kalten Wasser des Starnberger Sees ertrank, wurden absolut alle noch laufenden Bauarbeiten auf der Insel sofort, radikal und kompromisslos von der Regierung gestoppt. Die noch völlig unfertigen, riesigen Seitenflügel wurden entweder direkt im Anschluss wieder kostengünstig abgerissen oder aber schlichtweg als hohle, rohe Backsteinruinen belassen. Für viele darauffolgende Jahrzehnte wurde der unfertige Palast von vielen Kritikern nur noch als ein peinlicher, absurder, gigantischer „Weißer Elefant“ (ein ruinös teures, nutzloses Projekt) verhöhnt und belächelt, doch heute ist das Schloss völlig unbestritten einer der mit Abstand wertvollsten, berühmtesten und meistbesuchten kulturellen Schätze im gesamten Bundesland Bayern.

Die Architektur: Wie man den legendären Sonnenkönig noch übertrifft

Die generelle Architektur von Schloss Herrenchiemsee ist tief verwurzelt im Stil des extrem üppigen Neoklassizistischen Barocks (Neoclassical Baroque) und stellt im Wesentlichen eine absolut detailgetreue, fast maßstabsgetreue Nachbildung der berühmten Gartenfassade von Versailles dar. Doch König Ludwig wollte sich niemals nur mit einem einfachen, platten Kopieren zufriedengeben; er strebte stets unerbittlich nach der absoluten Perfektionierung (to perfect) des großen Vorbilds.

Die atemberaubende Große Spiegelgalerie (Great Hall of Mirrors)

Das absolute, unangefochtene und prunkvolle Herzstück des gesamten, riesigen Palastes ist zweifellos die Große Spiegelgalerie (Spiegelsaal). Es handelt sich dabei um den mit riesigem Abstand atemberaubendsten, opulentesten und teuersten Raum im gesamten Gebäudekomplex. Mit einer schier unglaublichen, durchgehenden Länge von beeindruckenden 98 Metern ist dieser Raum tatsächlich noch ein gutes Stück länger dimensioniert als das weltberühmte Original, die Galerie des Glaces im fernen Versailles. Der weite Saal verfügt über exakt 17 extrem hohe, gewölbte Fensterfronten, die sich zum weiten Garten hin öffnen, und exakt 17 exakt korrespondierende, riesige, sündhaft teure Spiegel auf der direkt gegenüberliegenden Wandseite, was die Raumwirkung ins Unendliche potenziert. Die extrem aufwendig bemalte, hohe Decke ist vollständig bedeckt mit gewaltigen Gemälden und heroischen Szenen, die ausnahmslos der grenzenlosen Glorifizierung des französischen Königs Ludwig XIV. dienen. An späten, dunklen Abenden ordnete Ludwig oft höchstpersönlich an, dass ausnahmslos alle 33 massiven, schweren Kristallkronleuchter und alle 44 großen, glitzernden Kandelaber – was in der Summe bedeutet, dass gleichzeitig unglaubliche 2.000 einzelne, echte Wachskerzen brannten – feierlich entzündet wurden. Dies erschuf in der Dunkelheit einen wahrhaft schillernden, unfassbaren Korridor aus scheinbar absolut unendlichem Licht, einzig und allein für seine völlig einsamen, melancholischen, mitternächtlichen Spaziergänge durch das riesige Schloss.

Das Prunkschlafzimmer (The State Bedroom)

Das sogenannte Prunkschlafzimmer (Paradeschlafzimmer) war architektonisch das innerste, absolut sakrale und unantastbare Heiligtum des gesamten Palastes. Es war, was viele Besucher heute sehr überrascht, niemals und zu keinem Zeitpunkt wirklich zum echten, profanen Schlafen gedacht oder geplant. Vielmehr diente es ausschließlich für extrem formelle, rein symbolische und stark ritualisierte Zeremonien – namentlich das berühmte „Lever“ (das feierliche morgendliche Aufstehen des Königs) und das „Coucher“ (das hochformelle Zubettgehen des Königs). Diese speziellen Zeremonien ahmten den strengen, überaus komplexen und fast schon göttlich anmutenden Hofstaat (French court) in Frankreich minutiös bis ins allerletzte Detail nach. Das monströse Bett selbst ist ein absolutes, unbezahlbares Meisterwerk der filigransten Holzschnitzkunst und der aufwendigsten, teuersten Handstickerei; allein die extrem detaillierte Anfertigung dieses einen einzigen Möbelstücks dauerte ganze sieben volle, arbeitsintensive Jahre. Der Bereich des Bettes ist vom restlichen Teil des prunkvollen Saales durch eine dicke, schwere, echt goldene Balustrade (Golden balustrade) streng abgetrennt, was auf sehr archaische, eindrückliche Weise die fast schon göttliche, völlig unantastbare und weit über dem normalen Volk stehende Natur des absoluten Monarchen verdeutlichen sollte.

Das Intime Esszimmer (The Dining Room) und das berühmte „Tischlein-deck-dich“

Das sogenannte Private Esszimmer (Private Dining Room) des Königs verfügt über ein absolutes, erstaunliches technologisches und maschinenbauliches Meisterwerk, welches exakt und vollkommen Ludwigs extremem, tiefernsten Bedürfnis nach absoluter, menschlicher Isolation entsprach: das sogenannte „Tischlein-deck-dich“ (The Wishing Table). Hierbei handelte es sich um einen vollkommen mechanisch betriebenen, schweren Esstisch, der durch eine große, passgenaue Luke direkt durch den Fußboden hinab in die sich darunter befindliche, große Schlossküche abgesenkt werden konnte. Dort wurde er vom eifrigen Personal üppig mit den feinsten Speisen gedeckt und im Anschluss daran sofort wieder langsam nach oben, direkt in das Esszimmer des Königs gehievt. Diese geniale, ausgeklügelte Mechanik erlaubte es dem menschenscheuen König, seine täglichen Mahlzeiten vollkommen, absolut alleine zu sich zu nehmen, ohne dass er jemals auch nur den Schatten eines einzigen Dieners in seinem Zimmer sehen oder gar ertragen musste. Der gigantische, schwere und aufwendig gearbeitete Kronleuchter (Chandelier), der tief von der Decke dieses extrem privaten Raumes herabhängt, ist komplett aus feinstem Meissener Porzellan gefertigt und gilt heute unangefochten als das absolut größte, schwerste und komplexeste, jemals erschaffene Einzelobjekt (Porcelain object) aus Porzellan auf der ganzen Welt.

Der unvollendete, mystische Nordflügel (The Unfinished North Wing)

Die offizielle, faszinierende Führung durch das gewaltige Schloss endet für die Besucher in der Regel immer mit einem letzten, extrem eindringlichen und sehr ernüchternden Blick tief in den sogenannten unvollendeten Nordflügel (Unfinished North Wing). Genau an diesem kritischen Punkt zerbricht die sonst so perfekte, makellose und goldene königliche Illusion schlagartig und unwiderruflich in tausend Stücke. Anstatt weiteren Goldes und Prunks sieht man hier nichts weiter als nackte, völlig rohe und staubige Ziegelsteinwände (Bare brick walls), hohle, klaffende und leere Fensterhöhlen (Empty window frames) ohne jedes Glas und tiefe, dunkle Gerüstlöcher in den Decken, die nie verputzt wurden. Es ist ein überaus bedrückender, fast schon geisterhafter und melancholischer Ort, der jedoch einen extrem wertvollen, hochinteressanten und sehr seltenen Einblick in die brutalen, ungeschönten Bautechniken und die harte Handwerksarbeit des 19. Jahrhunderts bietet – und der auf sehr brutale, visuelle Weise das völlig abrupte, unerwartete und eiskalte Ende der Träume und der Herrschaft des unglücklichen Königs manifestiert.

Die prachtvollen Gärten und die riesigen Fontänen

Der gigantische, weitläufige Schlosspark wurde von dem brillanten Landschaftsarchitekten Carl von Effner sorgfältigst entworfen und folgt in seiner Struktur – genau wie auch das Gebäude selbst – absolut buchstabengetreu und penibel der extrem strengen, perfekten mathematischen Symmetrie (Strict symmetry) klassischer französischer, formaler Gärten. Die extrem weite, dominante Mittelachse (Central axis) der Anlage führt den Blick des Besuchers pfeilgerade vom Schloss weg, hinunter zu dem langen, künstlich angelegten Kanal und schließlich nahtlos weiter bis hinaus auf den weiten See. Die extrem zahlreichen, üppigen Springbrunnen und großen Wasserbassins (Fountains) sind absolut spektakulär und überaus reich verziert mit prachtvollen, vergoldeten und steinernen Statuen, welche traditionell klassischen Gottheiten wie Fama, Fortuna und der Latona gewidmet sind. Im sehr starken, positiven Gegensatz zu seinem großen Vorbild in Versailles, wo der stets mangelnde, schwache Wasserdruck über Jahrhunderte hinweg ein massives, peinliches und unlösbares technisches Problem darstellte, nutzten die brillanten deutschen Ingenieure beim Bau von Herrenchiemsee jedoch modernste, extrem kraftvolle und dampfbetriebene Pumpmaschinen (Steam-powered pumps). Diese erzeugten spielend leicht gigantische Wasserstrahlen, die extrem hoch in die Luft schossen – eine herausragende, meisterhafte technologische Glanzleistung, auf die König Ludwig zu seinen Lebzeiten ganz besonders und überaus stolz war. Die herrlichen, großen Wasserspiele (The Fountains) werden auch heute noch zur großen Freude der Touristen während der gesamten Sommersaison in sehr regelmäßigen Abständen für das Publikum in Betrieb genommen.

Mythen und alte Legenden: Der ruhelose Geist des Königs

Die gesamte Insel ist oftmals tief durchdrungen von einer ganz eigenen, extrem melancholischen, sehr stillen und schweren Atmosphäre, was ganz besonders und intensiv in den oft stark nebelverhangenen, grauen Herbsttagen (Autumn mists) spürbar wird. Unter den alteingesessenen Einheimischen der Region und dem Personal wird manchmal noch heute ehrfürchtig hinter vorgehaltener Hand davon gesprochen, dass der viel geliebte "Kini" (der liebevolle, weithin bekannte bayerische Kosename für den verstorbenen König Ludwig) noch immer unsichtbar, ruhelos und ewig suchend auf seiner einsamen, verlassenen Trauminsel umherwandert. Eine extrem hartnäckige und schaurige Legende besagt zudem steif und fest, dass sich in einigen Nächten – und ganz besonders exakt am Todestag des Königs – die eigentlich völlig unbeleuchteten, kalten und dunklen Kronleuchter in der großen Spiegelgalerie plötzlich und ohne jede menschliche Einwirkung ganz von selbst entzünden und in einem extrem fahlen, unheimlichen und völlig geisterhaften Licht (Ghostly light) zu flackern beginnen. Ob an diesen alten Geschichten nun auch nur der geringste Funke Wahrheit dran ist oder nicht: Der extrem präsente, tief traurige und spürbare Geist des ewig einsamen, unverstandenen Königs ist zweifellos in absolut jedem einzelnen, vergoldeten Raum dieses unglaublichen und gigantischen Schlosses bis auf den heutigen Tag greifbar und allgegenwärtig geblieben.

Wichtige Besucherinformationen und hilfreiche Tipps

Die Anreise (Getting There)

Die reine, logistische Anreise zum Schloss Herrenchiemsee ist bereits ein kleines, wunderschönes und sehr entspanntes Abenteuer für sich. Besucher müssen im allerersten Schritt zwingend bis in die kleine, direkt am See gelegene Ortschaft Prien am Chiemsee reisen (diese ist bequem mit dem Zug in etwa einer Stunde Fahrzeit von der Großstadt München aus zu erreichen). Vom dortigen, malerischen Hafen in Prien aus (den man in den Sommermonaten praktischerweise auch mit einer sehr charmanten, historischen alten Dampfstraßenbahn, der Chiemsee-Bahn, direkt vom Bahnhof aus erreichen kann), steigen Sie auf eines der vielen großen, modernen Fährschiffe um, die Sie dann gemütlich und sicher über den See direkt zur Herreninsel (Herreninsel) übersetzen. Die entspannte Bootsfahrt selbst bietet dabei bereits absolut atemberaubende, unvergessliche und weite Ausblicke auf die markanten Gipfel der umliegenden, bayerischen Alpen (Alps).

Der Fußweg zum Schloss (The Walk)

Nachdem Sie am großen, geschäftigen Bootsanleger der Insel angekommen sind, erwartet Sie ein äußerst angenehmer, extrem entspannender und sehr schöner 15- bis 20-minütiger Fußweg. Dieser leicht ansteigende Weg führt Sie quer durch den dichten, sehr alten und Schatten spendenden Wald der Insel direkt hinauf bis zum Eingang des großen Palastes. Für Besucher, die sich ein noch viel exklusiveres, sehr authentisches und wahrlich absolut königliches Erlebnis für ihren Besuch wünschen, stehen am Pier traditionell auch klassische, wunderschöne Pferdekutschen (Horse-drawn carriages) zur Verfügung, die regelmäßig zwischen der Bootsanlegestelle und dem majestätischen Haupteingang des Schlosses hin und her pendeln.

Eintrittskarten und aktuelle Öffnungszeiten (Tickets and Hours)

Der riesige Palast ist glücklicherweise fast das gesamte Kalenderjahr hindurch für die Öffentlichkeit geöffnet und zugänglich (Ausnahmen und offizielle Schließtage sind hierbei lediglich der 1. Januar, der Faschingsdienstag, sowie der 24., 25. und der 31. Dezember). Die offiziellen Öffnungszeiten in den extrem besucherstarken Sommermonaten liegen in der Regel durchgehend von 09:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr am späten Nachmittag, während sie in den kalten Wintermonaten erfahrungsgemäß deutlich verkürzt werden. Ganz wichtig: Die hochgradig wertvollen und extrem empfindlichen inneren Prunkräume des Schlosses können aus Sicherheitsgründen ausnahmslos und strikt nur im Rahmen einer offiziell geführten, begleiteten Tour (Guided tour) besichtigt werden, welche in der Regel exakt etwa 35 kurzweilige Minuten in Anspruch nimmt. Diese überaus professionellen Führungen werden fortlaufend und regelmäßig sowohl in deutscher als auch in fließender englischer Sprache angeboten. Während der extrem beliebten Hochsaison im Sommer bietet die Schlösserverwaltung zudem gelegentlich sehr spezielle und stark nachgefragte Führungen in den späten Abendstunden an (die sogenannten „Königlichen Dämmerungstouren“ oder Royal Twilight tours). Für diese ganz besonderen Events sind die stark begrenzten Tickets jedoch erfahrungsgemäß fast immer schon viele lange Monate im Voraus komplett und restlos ausverkauft!

Das faszinierende König Ludwig II. Museum

Ihr reguläres Eintrittsticket für das Schloss berechtigt Sie glücklicherweise fast immer und automatisch auch zum direkten, kostenlosen Eintritt in das sehr moderne, extrem liebevoll und hochwertig gestaltete König Ludwig II. Museum, welches sich sehr leicht zugänglich im Erdgeschoss (Ground floor) des riesigen Palastgebäudes befindet. Es wird von Experten absolut und dringendst empfohlen, dieses großartige Museum unbedingt direkt im Anschluss an die geführte Schloss-Tour ausgiebig zu besuchen. Die dortige, äußerst faszinierende Ausstellung präsentiert eine extrem breite und persönliche Palette an unschätzbar wertvollen, historischen Originalexponaten: Darunter befinden sich unter anderem die absolut echten, schweren Krönungsgewänder (Coronation robes) des Königs, viele sehr intime, extrem seltene persönliche Fotografien, seine originale, sehr bedrückende Totenmaske (Death mask), sowie – und das ist für viele das absolute Highlight – die gigantischen, komplett detaillierten Architekturpläne und Entwürfe für viele weitere, noch fantastischere Schlösser, die Ludwig vor seinem frühen, unerwarteten Tod leider nie mehr verwirklichen konnte (darunter die Entwürfe für einen riesigen, echten chinesischen Palast sowie für eine gewaltige byzantinische Festungsanlage). Genau dieser überaus wichtige, tiefe Besuch im Museum liefert jedem Touristen den absolut unerlässlichen, dringend benötigten psychologischen, historischen und extrem menschlichen Kontext, der zwingend notwendig ist, um den so komplexen, zerrissenen und faszinierenden Mann, der zeitlebens hinter diesem unglaublichen, steinernen Wahnwitz (Masonry) stand, wirklich und tiefgreifend zu verstehen.