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Inveraray Castle

Inveraray Castle

📍 Inveraray, Schottland 📅 Gebaut im Jahr 1743

Der mächtige Stammsitz des Clan Campbell: Ein Kraftzentrum der Highlands

Inveraray Castle ist weitaus mehr als nur ein prachtvolles, herrschaftliches Zuhause; es ist seit vielen Generationen der unangefochtene, offizielle Stammsitz des Duke of Argyll, dem obersten und mächtigsten Chief (Häuptling) des legendären Clan Campbell. Über viele blutige Jahrhunderte hinweg waren die schottischen Campbells wohl der mit Abstand absolut mächtigste, einflussreichste – und gleichermaßen auch der mit Abstand umstrittenste und meistgehasste – Clan in den gesamten schottischen Highlands. Sie agierten äußerst geschickt als die primären, bewaffneten Agenten und gnadenlosen Vollstrecker der fernen, königlichen Regierung in einer wilden, ungezähmten Region, die jeglicher zentralen Autorität oft extrem feindselig gegenüberstand. Ihre gewaltige, imposante Festung spiegelt genau diesen immensen, fast schon königlichen Status perfekt wider. Das aktuelle Schlossgebäude war das absolut erste seiner gewaltigen Größenordnung in ganz Schottland, das jemals in dem damals extrem modernen, verspielten Stil der Neugotik (Gothic Revival) von Grund auf neu erbaut wurde. Es kreiert eine völlig unverwechselbare, atemberaubende und scharfe Silhouette aus unzähligen, aufragenden Zinnen, eckigen Wehrtürmen und markanten, spitzen konischen Dächern, die auf den ersten Blick aussieht wie ein perfekter, künstlicher Märchenpalast, der sich fast schon surreal gegen die dunkle, extrem raue und schroffe natürliche Bergkulisse der Dunderave-Hügel und das tiefschwarze, eisige Wasser des angrenzenden Loch Fyne abhebt.

Die bemerkenswerte Geschichte: Ein völlig modernes Schloss für einen modernen Chief

Dieses strategisch extrem wertvolle Stück Land wird bereits seit den fernen 1400er Jahren völlig ununterbrochen von den mächtigen Campbells bewohnt und beherrscht. Die allererste, ursprüngliche und rein militärische mittelalterliche Festung wurde jedoch in späteren Jahren von den Bewohnern schlichtweg als zu altmodisch, zu feucht und absolut ungeeignet für die feinen Ansprüche eines modernen, hochgebildeten Adligen des 18. Jahrhunderts erachtet. In den aufstrebenden 1740er Jahren traf daher der damalige, 3. Duke of Argyll, Archibald Campbell, die radikale Entscheidung, eine komplett neue, luxuriöse und lichtdurchflutete Residenz erbauen zu lassen. Er beauftragte den in ganz Großbritannien extrem berühmten Architekten Roger Morris mit dem Entwurf des neuen Schlosses und engagierte zudem William Adam (den Vater des späteren, legendären Star-Architekten Robert Adam), um die massiven, komplexen Bauarbeiten vor Ort streng zu überwachen. Um sich und seiner Familie jedoch absolute, uneingeschränkte Privatsphäre zu garantieren und um die freie, unverbaute Sicht auf die wunderschöne Landschaft massiv zu verbessern, traf der Duke eine für damalige Verhältnisse geradezu unfassbar radikale und rücksichtslose Entscheidung: Er ließ schlichtweg das absolut gesamte, historische Dorf Inveraray samt all seinen armen Bewohnern zwangsweise an seinen heutigen, etwas entfernteren Standort umsiedeln und ließ absolut alle alten, schäbigen Fischerkaten (Cottages), die viel zu nah an seinem prächtigen neuen Zuhause standen, rücksichtslos und komplett abreißen. Genau dieser bemerkenswerte und radikale, frühe Akt der systematischen Stadtplanung (Town planning) erschuf letztendlich jene wunderschöne, pittoreske Kleinstadt mit ihren markanten, weiß getünchten Fassaden, die wir heute kennen und die von Experten einhellig als eines der mit Abstand besten, perfektesten Beispiele für eine sogenannte "New Town" (Planstadt) des 18. Jahrhunderts in ganz Schottland angesehen wird.

Die massiven Bauarbeiten am Schloss selbst begannen zwar bereits im Jahr 1743, wurden jedoch relativ schnell und jäh durch den Ausbruch des großen, blutigen Jakobitenaufstands von 1745 unterbrochen. Die Campbells waren stets extrem loyale, unerschütterliche und kampfbereite Unterstützer der englischen Regierung in London, weshalb das halbfertige Schloss sofort als sichere Garnison für die Regierungstruppen gegen die heranstürmenden jakobitischen Rebellen stark befestigt und genutzt wurde. Das prunkvolle Schloss wurde letztendlich erst im Jahr 1789 nach langer Bauzeit endgültig und feierlich fertiggestellt. Doch im späten Jahr 1877 erlitt das prächtige Gebäude ein katastrophales, weitreichendes Feuer, welches weite Teile fast völlig zerstörte. Interessanterweise resultierte genau dieser tragische Brand jedoch in der nachträglichen architektonischen Hinzufügung des komplett neuen dritten Stockwerks sowie der bis heute so ikonischen, markanten, spitzen und konischen Dächer auf den vier großen Ecktürmen. Genau diese letzte, teure Veränderung verlieh dem Schloss schließlich seinen so unverwechselbaren, oft gerühmten und eleganten "französischen Château-Look", der es noch heute so extrem scharf und positiv von dem ansonsten eher harten, kargen und strengen traditionellen schottischen Baronialstil (Scottish baronial style) anderer Burgen der Region abhebt.

Das beeindruckende Innere: Kalte Waffen und romantische Hochzeiten

Das extrem luxuriöse Innere von Inveraray ist in seiner Wirkung absolut genauso beeindruckend, massiv und atemberaubend wie sein majestätisches Äußeres und kombiniert auf eine geradezu geniale, faszinierende Weise die spürbare, harte militärische Macht des alten Clans mit der extrem raffinierten, feinen Eleganz der späten Aufklärung.

Die gewaltige Waffenkammer (The Armoury Hall)

Die gigantische, sogenannte Waffenkammer (Armoury Hall) ist unzweifelhaft der mit Abstand eindrucksvollste, atemberaubendste und höchste Raum im gesamten Schlosskomplex; sie hält sogar offiziell den bestätigten Guinness-Weltrekord für die absolut höchste Decke in einem existierenden schottischen Schloss (sagenhafte 21 Meter). Ihre extrem hohen Wände sind nahezu lückenlos geschmückt mit einer absolut präzise arrangierten, extrem symmetrischen und geometrischen, atemberaubenden Ausstellung von weit über 1.300 historischen, echten und scharfen Waffen. Diese furchteinflößende, blank polierte Sammlung beinhaltet unter anderem originale Brown Bess-Musketen direkt aus der blutigen, verheerenden Schlacht von Culloden (wovon einige sogar noch sehr deutlich ihre starken, historischen Kampfschäden aufweisen), schwere, brutale Lochaber-Äxte und klassische, schottische Breitschwerter (Broadswords). Es ist eine absolut schillernde, extrem einschüchternde und unmissverständliche, machtvolle Erinnerung an die ehemals grenzenlose, harte martialische Macht des Clans und seine zentrale, brutale und entscheidende Rolle bei der blutigen und endgültigen Unterdrückung der jakobitischen Aufstände in den Highlands.

Die eleganten Prunkräume (The State Rooms)

Im denkbar schärfsten, gewollten Kontrast zu der kalten, martialischen und waffenstarrenden Armoury Hall präsentieren sich der luxuriöse Staatsspeisesaal (State Dining Room) und der feine Salon (Drawing Room) in geradezu unvorstellbarer, exquisiter französischer neoklassizistischer Dekoration. Sie bestechen durch ihre wunderschönen, extrem detailliert bemalten Decken und ihre teuren, Wände, die fast vollständig mit extrem kostbaren, riesigen echten Beauvais-Wandteppichen behangen sind. Exakt diese beiden wunderschönen Räume bildeten übrigens die absolut perfekte, glamouröse und weltbekannte Kulisse für das viel gesehene Weihnachts-Spezial (Christmas special) der globalen TV-Erfolgsserie Downton Abbey im Jahr 2012, in dem das Schloss als das fiktive schottische Anwesen "Duneagle Castle" (das große Zuhause des Marquess of Flintshire) eine absolute cineastische Hauptrolle spielte. Echte Fans der Hit-Serie werden das opulente, einzigartige historische Setting, in dem die adelige Familie Crawley während ihres dortigen Sommeraufenthalts verweilte, beim Betreten des Raumes sofort wiedererkennen. Das fotogene Schloss diente zudem auch in unzähligen anderen Film- und Fernsehproduktionen als extrem beliebte, perfekte Kulisse für das wilde Drama, die Tragödie und die raue Romantik der schottischen Highlands.

Der faszinierende Clan-Raum (The Clan Room)

Ein weiteres, absolutes Highlight des Rundgangs ist der liebevoll kuratierte Clan-Raum (Clan Room), der die extrem komplexe, blutige und oft schwer durchschaubare, jahrhundertelange Familiengeschichte der mächtigen Campbells bis ins kleinste Detail erzählt. Er beinhaltet unter anderem einen riesigen, extrem weit verzweigten und faszinierenden genealogischen Stammammbaum (Genealogical tree), der unmissverständlich die schier unglaubliche, weitreichende Reichweite und den politischen Einfluss des Clans aufzeigt. Zudem werden hier in gut gesicherten Vitrinen absolut unbezahlbare, historische echte Artefakte ausgestellt, wie beispielsweise der originale, geschnitzte Griff des Dolches (Dirk handle) und der originale, pelzige Sporran (die traditionelle Gürteltasche), welche einst dem legendären, berüchtigten und berühmten schottischen Gesetzlosen (und großen, ständigen Rivalen der Campbells) Rob Roy MacGregor ganz persönlich gehörten. Dieser Raum dient heute als eine Art offizieller, historischer und extrem wichtiger Pilgerort (Pilgrimage site) für unzählige Campbell-Nachfahren aus der absolut ganzen Welt (besonders aus Nordamerika und Australien), die hierher reisen, um sich tief mit ihren eigenen, alten schottischen Wurzeln zu verbinden.

Die weitläufigen Gärten und das riesige Anwesen

Das Schloss selbst liegt absolut perfekt und sicher eingebettet in 16 Acres (etwa 6,5 Hektar) extrem formaler, gepflegter und wunderschöner Gärten und gehört zu einem noch viel größeren, schier endlos erscheinenden und wilden Gesamtanwesen von unfassbaren 60.000 Acres (etwa 24.000 Hektar) Land. Die Rabatten der Blumenbeete im Garten sind absolut makellos, perfekt gepflegt und randvoll mit wunderschönen, üppigen Rhododendren und farbenfrohen Azaleen bepflanzt, welche in dem extrem milden, wenn auch oftmals sehr feuchten und regenreichen Klima der schottischen Westküste erstaunlich hervorragend, kräftig und extrem groß gedeihen. Insbesondere das berühmte sogenannte "Flagstaff Border" (die Fahnenmast-Rabatte) ist für seine unglaubliche, leuchtende, bunte und üppige florale Blütenpracht weithin bekannt und berühmt.

Die weiten Ausblicke über das ruhige, dunkle Wasser des großen Loch Fyne sind schlichtweg absolut atemberaubend und unvergesslich. Besucher, die über noch genügend körperliche Energie verfügen und gerne wandern, können zudem mutig den extrem steilen und fordernden Weg hinauf zum alten, ehrwürdigen Dun Na Cuaiche Wachturm (Watchtower) antreten, um von dort oben mit einem absolut unvergleichlichen, weiten Panoramablick über das winzige Schloss, die kleine Stadt Inveraray und das riesige, glitzernde Loch belohnt zu werden. Der schweißtreibende Fußmarsch ist zwar sehr steil und durchaus anstrengend, aber er lohnt sich zweifellos absolut, denn er bietet schlichtweg eine der absolut fantastischsten, bekanntesten und ikonischsten Fotomöglichkeiten (Photo opportunities) in der gesamten Region Argyll.

Geisterhafte Legenden: Der tote Dudelsackpfeifer und das heimgesuchte Bett

Wie absolut jedes wirklich gute, echte und alte schottische Schloss, das etwas auf sich hält, so wird natürlich auch Inveraray Castle hartnäckig nachgesagt, dass es extrem stark verflucht sei und intensiv von Geistern heimgesucht werde. Der mit Abstand absolut berühmteste, am häufigsten gesehene und am meisten diskutierte ruhelose Geist des Schlosses ist der sogenannte "Ghostly Piper" (der geisterhafte Dudelsackpfeifer). Einer sehr alten, traurigen lokalen Legende zufolge wurde dieser arme Mann einst völlig grausam und ungerecht wegen des angeblichen Diebstahls eines einzigen, kleinen wertvollen Bechers kurzerhand erhängt – ein schweres Verbrechen, das er aber mit allergrößter Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht begangen hatte. Seine ewig wehklagende, klagende Dudelsackmusik (Pipe music) soll noch heute sehr oft deutlich im Inneren des alten Schlosses zu hören sein, und dies ganz besonders dann, wenn kurz darauf ein wichtiges, edles Mitglied der Familie Campbell im Begriff ist, zu sterben. Eine weitere, extrem schaurige und gruselige lokale Legende betrifft das mysteriöse "Haunted Bed" (das heimgesuchte, verfluchte Bett) tief im sogenannten MacArthur-Raum. In genau diesem Zimmer wurde im fernen, kriegerischen Jahr 1644 ein junger, völlig unschuldiger irischer Harfenspieler (Harpist) von den brutalen, rücksichtslosen Soldaten des damaligen Dukes kaltblütig und grausam ermordet. Unzählige Gäste, die im Laufe der Jahre in diesem Raum übernachtet haben, berichten noch heute extrem verängstigt und übereinstimmend davon, nachts urplötzlich eine eiskalte, bedrückende und körperliche Präsenz im Zimmer gefühlt zu haben, oder sie wachten sogar völlig panisch auf, weil ihnen mitten in der dunkelsten, kältesten Nacht von einer unsichtbaren Hand gewaltsam die schwere Bettdecke (Bedclothes) weggezogen wurde. Sogar der aktuell heute noch dort lebende, äußerst pragmatische Duke hat bereits öffentlich und offen zugegeben, in exakt diesem speziellen Raum des Öfteren eine extrem unheimliche, unerklärliche und sehr seltsame Präsenz und Atmosphäre gespürt zu haben.

Wichtige und nützliche Besucherinformationen

Aktuelle Öffnungszeiten (Opening Hours)

Inveraray Castle ist in der Regel für die breite Öffentlichkeit von Anfang April bis Ende Oktober (während der touristischen Hauptsaison) geöffnet. Die regulären, verlässlichen täglichen Öffnungszeiten sind normalerweise von 10:00 Uhr am Morgen bis 17:00 Uhr am späten Nachmittag (wobei der absolut letzte, offizielle Einlass für Gäste immer strikt um 16:30 Uhr erfolgt). Es bleibt trotz allem Tourismus nach wie vor das völlig reale, liebevoll genutzte, ständige Familienheim des aktuellen, 13. Duke of Argyll, Torquhil Campbell, und seiner direkten Familie. Genau diese erstaunliche und schöne Tatsache verleiht dem riesigen Schloss eine ungemein warme, sehr einladende, familiäre und vor allem extrem "bewohnte" Atmosphäre (Lived-in atmosphere), die extrem vielen, völlig sterilen und künstlichen, reinen Schloss-Museen heutzutage leider allzu oft völlig fehlt.

Zusätzliche Einrichtungen (Facilities)

Das Schloss verfügt über einen sehr gemütlichen und liebevoll eingerichteten Tea Room, in dem täglich frische, lokale schottische Spezialitäten (Produce), wärmende Suppen und extrem köstliche, traditionelle hausgemachte Kuchen serviert werden. Zudem gibt es vor Ort einen hervorragend sortierten Gift Shop (Souvenirladen), in dem stolze Besucher original Campbell-Tartans (Schottenkaros) und unzählige andere schottische Souvenirs als Erinnerung erwerben können. Das Schloss liegt malerisch und direkt am unmittelbaren Rand der wunderschönen Kleinstadt Inveraray, welche selbst eine absolut architektonisch ansehnliche und sehenswerte Planstadt ist, die unbedingt eine nähere Erkundung wert ist. Verpassen Sie bei Ihrem Besuch dort auf gar keinen Fall das sogenannte Inveraray Jail; dies ist ein komplett erhaltenes, historisches altes Gefängnis und Gerichtsgebäude (Courthouse) aus dem 19. Jahrhundert, welches heute in ein absolut faszinierendes, hochgradig interaktives, düsteres Museum umgewandelt wurde, oder aber das maritime, nautische kleine Museum direkt am großen Pier, welches extrem detailliert und spannend die alte, harte Geschichte der extrem wichtigen, lokalen Heringsfischerei-Industrie erzählt.

Anreise zum Schloss (Getting There)

Die Kleinstadt Inveraray liegt sehr idyllisch und verkehrsgünstig direkt an der Hauptstraße A83, etwa 60 englische Meilen (gut 96 Kilometer) nordwestlich der schottischen Metropole Glasgow gelegen. Die Autofahrt dorthin ist ein absolut landschaftliches und optisches Highlight; sie führt Sie direkt durch den wunderschönen und wilden Loch Lomond and The Trossachs National Park und führt über den extrem berühmten, spektakulären und kurvigen Bergpass mit dem klangvollen Namen "Rest and Be Thankful" (Ruhe aus und sei dankbar). Für all jene Touristen ohne eigenen Mietwagen verkehren zudem sehr regelmäßig öffentliche, große und komfortable Linienbusse vom zentralen Buchanan Street Busbahnhof in Glasgow aus direkt bis in das kleine Inveraray, was das Schloss auch ohne ein privates, eigenes Auto absolut leicht und entspannt erreichbar macht.