Riesige, alte Burgen sind und waren immer sehr viel mehr als bloß utilitaristische, rein funktionale Verteidigungsstrukturen aus totem Stein; sie fungierten im Laufe der Jahrhunderte stets auch als gigantische, schützende Gefäße für die wilde menschliche Vorstellungskraft und Fantasie. Seit undenklichen Zeiten sind diese steinernen Leviathane, die hoch auf Hügeln oder an Klippen thronen, die absolut bevorzugte und dramatische Kulisse für lebendige lokale Legenden, schaurige Gespenstergeschichten und tief verwurzelte, identitätsstiftende nationale Mythen gewesen.
Lange bevor das moderne Zeitalter der allgegenwärtigen Massenmedien, der erklärenden Wissenschaft und der Aufklärung anbrach, war die mündlich überlieferte Folklore für die einfache, oft ungebildete Dorfbevölkerung schlichtweg die einzige, logische Methode, um sich die ständigen, unerklärlichen Dinge in ihrer harten, oft unberechenbaren Umwelt verständlich zu machen (Explain the inexplicable). Unerklärliche, dumpfe Geräusche tief unten in den schwarzen Höhlensystemen, das schaurige, pfeifende Heulen des starken Winterwindes in einem leeren, verlassenen Burgturm, plötzliche, verheerende Krankheiten oder auch die oft tragische, brutale und von Verrat geprägte Geschichte einer mächtigen lokalen Adelsfamilie – all das wurde nicht wissenschaftlich oder rational erklärt, sondern rasch in faszinierende, oft monströse und magische, fesselnde Erzählungen verpackt und am knisternden Feuer weitergegeben.
Dieser Artikel begibt sich auf eine spannende, mystische und historische Reise quer durch ganz Europa, um einige der absolut langlebigsten, bekanntesten und hartnäckigsten Mythen und Legenden zu erkunden, die noch heute untrennbar an unsere alten, faszinierenden Burgen geknüpft sind – angefangen bei den riesigen, feuerspeienden Drachen in Polen bis hin zu den zutiefst tragischen, weinenden Weißen Frauen (White Ladies) im mystischen Deutschland und Österreich.
Die tapferen Drachentöter und das Böse in der Höhle (The Dragon Slayers)
Der Drache ist vollkommen unbestritten das absolut ultimative, archetypische und furchteinflößendste Monster (Ultimate monster) in der gesamten mittelalterlichen, traditionellen europäischen Folklore. Er ist weitaus mehr als nur ein gefährliches Tier; er repräsentiert symbolisch das reine, völlig unkontrollierbare Chaos, die extreme, gefräßige Habgier (oft visualisiert durch das ständige, eifersüchtige Horten von riesigen Mengen an goldenem Schatz in dunklen Höhlen / Hoarding gold) und die völlig ungezähmten, feindlichen, zerstörerischen Ur-Kräfte der unbarmherzigen Natur. Es ist daher architektonisch und psychologisch absolut keine große Überraschung, dass enorm viele Burgen – die ja ihrerseits paradoxerweise genau mit dem gegenteiligen, klaren Ziel erbaut wurden, der wilden, weiten Landschaft strenge, königliche menschliche Ordnung, Gesetz und Sicherheit aufzuzwingen (Impose order) – tief an ihren steinernen, dunklen Fundamenten und in ihren feuchten Kellern oft ganz untrennbar mit einer eigenen, blutigen alten Drachengeschichte verbunden sind.
Der Wawel-Drache (Smok Wawelski) - Krakau, Polen
Tief und feucht verborgen direkt unter den massiven, dicken Mauern des wunderschönen, ehrwürdigen Königsschlosses Wawel (Wawel Royal Castle), das majestätisch in Krakau über der Weichsel thront, liegt eine tatsächlich existierende, natürliche und dunkle Kalksteinhöhle. Diese ist bei den Einheimischen seit ewigen Zeiten einfach als die ominöse Drachenhöhle (Dragon’s Den) bekannt und gefürchtet. Einer extrem alten, tief verwurzelten polnischen Gründungslegende zufolge soll hier während der fernen, sagenhaften Herrschaftszeit des guten Königs Krakus einst ein absolut furchterregender, riesiger Drache gelebt haben. Dieses schreckliche Ungeheuer terrorisierte die arme, aufstrebende Stadt pausenlos und forderte regelmäßig grausame, blutige Tribute in Form von Schafen und Kühen (und in einigen wesentlich dramatischeren, düsteren Versionen der Geschichte natürlich auch den Tribut der schönsten, unschuldigen Jungfrauen / Maidens), nur um seinen endlosen Hunger zu stillen. Tapfere, stark gepanzerte und hoch bewaffnete Ritter des Königs ritten aus, versuchten mutig, das Untier im ehrenvollen, offenen Kampf mit Schwert und Lanze zu töten, und versagten allesamt kläglich und blutig. Der überraschende, ungleiche wahre Held dieser berühmten Geschichte war am Ende überhaupt gar kein ausgebildeter Krieger oder edler Ritter, sondern interessanterweise ein ganz bescheidener, cleverer und gewitzter einfacher Schuhmacherlehrling namens Skuba. Die genial listige Falle (The Trap): Der schlaue Skuba nutzte im Kampf kein nutzloses, stumpfes Schwert; er nutzte stattdessen frühe Chemie und listige Biologie. Er nahm ganz einfach das intakte Fell eines großen, toten Schafes, füllte es heimlich und prall randvoll mit brennendem, giftigem Schwefel und heißem, flüssigem Pech (Sulfur and tar) und platzierte diesen manipulierten, unwiderstehlichen Köder ganz bewusst und provokant direkt außen vor dem dunklen Eingang der Höhle. Der gierige, unvorsichtige Drache verschlang den vermeintlich leckeren Köder sofort im Ganzen. Daraufhin begann der konzentrierte Schwefel in seinem Magen fürchterlich zu brennen, was in der Bestie einen derart unstillbaren, rasenden und schmerzhaften Durst auslöste. Er rannte in völliger Panik direkt an das Ufer des nahegelegenen, großen Flusses Weichsel (Vistula River) und trank… und trank… und trank immer weiter große Mengen an Wasser, in der verzweifelten Hoffnung, das innere Feuer zu löschen, bis er am Ende unter ohrenbetäubendem Knall einfach wie ein Ballon in Tausend Stücke explodierte (Exploded). Die nüchterne Realität vor Ort (The Reality): Wenn Sie heute das Schloss Wawel besuchen, steht direkt am Flussufer unterhalb der Burg eine sehr beeindruckende, große, feuerspeiende Metallskulptur des berühmten Drachen, die zur großen Freude aller Touristen und Kinder völlig automatisch (gesteuert durch eine unterirdische, moderne Erdgasleitung) genau alle 5 Minuten völlig echte, heiße und große Feuerstöße (Breathing real fire) spuckt. Geht man dann in die dunkle, prächtige alte Wawel-Kathedrale hinein, kann man dort oben, in Ketten gelegt und hängend, tatsächlich massive, uralte und riesige gebleichte Knochen bewundern, von denen das einfache Volk im Mittelalter steif und fest glaubte, es seien die tatsächlichen, wahren und letzten unheilvollen Überreste jenes besiegten Wawel-Drachen. (Moderne, nüchterne Paläontologen und Zoologen haben diese faszinierenden Knochen jedoch mittlerweile sehr deutlich und ohne jeden Zweifel als alte, fossile Oberschenkelknochen von Wollmammuts, prähistorischen Walen und urzeitlichen Nashörnern identifiziert. Diese faszinierenden, riesigen Fossilien (Fossils) wurden vermutlich schon im tiefen Mittelalter zufällig von Menschen bei Grabungen gefunden und dann von ihnen schlichtweg in ihrer Unwissenheit völlig und grundlegend falsch als Beweise für mächtige, magische Drachen fehlinterpretiert / Misinterpreted).
Der stolze, beschützende Ljubljana-Drache - Slowenien
Die wunderschöne Burg von Ljubljana (Ljubljana Castle) thront stolz über einer ganzen Stadt, die extrem stolz ist, von einem mächtigen Drachen symbolisiert zu werden. Diese faszinierende, viel ältere Legende knüpft sogar noch weitaus weiter in der Zeit zurück und verbindet sich direkt mit der klassischen griechischen Mythologie, genauer gesagt mit dem berühmten Helden Jason (dem Anführer der furchtlosen Argonauten). Nachdem der listige Jason im fernen Griechenland das kostbare, magische Goldene Vlies (Golden Fleece) erfolgreich gestohlen hatte, floh er auf dem Seeweg weit nach Norden, immer tief entlang der weiten Flüsse Donau und der Sava. Dort, genau an den feuchten, undurchdringlichen Sumpfquellen des Flusses Ljubljanica, stieß er auf einen massiven, furchterregenden und gefährlichen Sumpfdrachen (Marsh dragon) und tötete diesen nach einem langen, epischen Kampf heldenhaft. Interessanterweise wandelte sich das Bild des Drachen jedoch mit der Zeit grundlegend: Der Drache prangt heute absolut stolz, grün und wild auf dem offiziellen Stadtwappen von Ljubljana und bewacht majestätisch mit vier großen Bronzestatuen die berühmte, ikonische Drachenbrücke (Dragon Bridge) im Zentrum der Stadt. Er wird heute absolut nicht mehr als bösartiges, zu tötendes Monster (Monster) gefürchtet, sondern im Gegenteil als ein wachsamer, kraftvoller und geliebter mythischer Beschützer (Protector) der Stadt verehrt.
Die tragischen, weinenden Weißen Frauen (Die Weiße Frauen / The White Ladies)
Während brüllende, schuppige Drachen in der Erzählung fast immer offensichtliche, rein externe, furchtbare physische Bedrohungen (Physical threats) für eine Gemeinschaft darstellten, repräsentieren die vielen, wandelnden Schlossgespenster (Ghosts) in der Regel eher viel tiefere, innere emotionale Wunden und absolut unausgesprochene, grausame psychologische familiäre Traumata (Psychological trauma). Der mit absolut großem Abstand am allermeisten verbreitete, bekannteste und traurigste Gespenster-Archetyp in der sehr reichen, alten europäischen Burg-Folklore ist ganz zweifellos die sogenannte Weiße Frau (White Lady). Sie ist in fast ausnahmslos allen bekannten Legenden der Geist einer ehemals jungen, schönen, aber zutiefst tragischen adeligen Frau (Noblewoman), die unter extrem schrecklichen, oft gewaltsamen oder unglücklichen Umständen viel zu früh und tragisch starb. Ihr unruhiger Tod war dabei meistens auf einen bösen, kalten familiären Verrat (Betrayal) oder auf das verbotene Ausleben einer völlig inakzeptablen, oft gesellschaftlich streng verbotenen, leidenschaftlichen Liebesaffäre (Forbidden love) zurückzuführen, deren Entdeckung fatale Folgen hatte.
Die unglückliche, trauernde Weiße Frau der Hohenzollern
Die mächtige, berühmte Dynastie, die lange Zeit unangefochten von der monumentalen und stark befestigten Burg Hohenzollern (Hohenzollern Castle in Schwaben) aus regierte (und die später, nach einem enormen Aufstieg, stolz das riesige Deutsche Kaiserreich / German Empire beherrschte), wurde Berichten zufolge unaufhörlich von einer sehr bekannten, weinenden Weißen Frau heimgesucht und gewarnt. Dieser blasse Geist (Spirit) wird von Historikern und Forschern zumeist mit der höchst tragischen, echten historischen Figur der unglücklichen Gräfin Kunigunde von Orlamünde (Countess Kunigunde of Orlamünde) in direkte Verbindung gebracht. Die grausame und blutige Tragödie (The Tragedy): Die Legende besagt, dass die verwitwete, noch junge Kunigunde sich Hals über Kopf sehr tief und leidenschaftlich in einen jüngeren, attraktiven Prinzen verliebte (Fell in love). Der begehrte Prinz war einer formellen Eheschließung mit ihr eigentlich nicht abgeneigt und sagte ihr in einem Gespräch zu, er würde sie heiraten, wenn da nicht ein großes Hindernis wäre: “Vier Augen stehen uns im Wege” (“Four eyes stood in the way”). Mit diesem kryptischen, seltsamen Satz meinte der Prinz in Wahrheit eigentlich lediglich seine beiden eigenen, sehr strengen und stark widerstrebenden Eltern, die dieser für den Adel unpassenden und wenig lukrativen Verbindung politisch strikt und absolut feindlich gegenüberstanden (Opposed). Die blinde, vor Liebe fast verrückte Kunigunde interpretierte diese Worte jedoch in ihrem emotionalen Wahn völlig und fundamental grausam falsch (Misinterpreted this). In ihrem geistigen Rausch und ihrer Verzweiflung dachte sie irrtümlich, der Prinz bezeichne ihre eigenen zwei kleinen, unschuldigen Kinder aus ihrer allerersten Ehe (Two children) als das einzige, verhasste Hindernis, das zwischen ihr und dem neuen Liebesglück stand. In einem unfassbaren, furchtbaren und nicht zu erklärenden Anfall von purem, blindem Wahnsinn (Fit of madness) tötete sie in der Nacht brutal und leise ihre beiden eigenen, schlafenden Kinder mit einer spitzigen, langen und goldenen Haarnadel (Golden needle), die sie ihnen in die Augen stieß. Als der Prinz schließlich die volle, grausame Wahrheit über diese abscheuliche, furchtbare und verrückte Tat erfuhr, wies er sie sofort, voller Ekel und absolut schockiert, für immer angewidert von sich ab (Rejected her). Von bittersten, unerträglichen und bohrenden Gewissensbissen und extremer Reue völlig und unheilbar geplagt, suchte die völlig zerstörte Kunigunde verzweifelt nach einer geistlichen Absolution (Redemption). Die Überlieferung erzählt, sie sei barfuß und buchstäblich oft weinend auf ihren blutigen Knien den weiten, steinigen Weg bis hinunter in den fernen Vatikan (Vatican) in Rom gerutscht, nur um den Papst um Vergebung anzuflehen, starb dort aber letztlich ungehört und in völlig absolutem, tieftraurigem und bitterem Elend (Misery). Das dunkle, gefürchtete Omen der Erscheinung (The Omen): Seit diesem Tag galt es am Hofe der stolzen Hohenzollern als ein absolut gesichertes, unausweichliches und extrem gefürchtetes böses Omen, ihren leuchtenden, bleichen und weinenden Geist nachts durch die eiskalten und langen dunklen Korridore der Burg wandeln zu sehen: Sie erschien angeblich immer dann (Portend), wenn ein sehr baldiges, unerwartetes Unglück oder gar der sichere, plötzliche Todesfall eines amtierenden, regierenden Hohenzollern-Herrschers unmittelbar bevorstand. Zahlreiche, verbriefte und angeblich ernsthafte, eidesstattliche Sichtungen und unheimliche Berichte über ihr weinendes Erscheinen durch Offiziere gingen tatsächlich völlig historisch dokumentiert direkt (Preceded) dem unerwarteten Tod mehrerer berühmter preußischer Könige (Prussian kings) deutlich voraus und jagten dem Adel Angst ein.
Die verborgene, lächelnde Weiße Frau von Burg Bernstein - Österreich
Ein weiteres, nicht minder fesselndes Beispiel findet sich auf der markanten, ehrwürdigen Burg Bernstein (Bernstein Castle). Hier wird die Identität der umgehenden, ruhelosen Weißen Frau als eine ehemals junge Adlige namens Katalin (Katalin) identifiziert. Die blutige Legende besagt, dass sie sich leichtsinnigerweise in eine leidenschaftliche, gefährliche und hochverräterische, heimliche Affäre (Affair) mit dem absolutistischen, verheirateten Burgherrn selbst verstrickt hatte. Doch die Affäre flog auf: Seine eigene, eifersüchtige und betrogene, rachsüchtige und wütende Ehefrau (Wife) erwischte die beiden ahnungslos und heimlich in Flagranti. Anstatt sie jedoch einfach schnell zu erdolchen oder öffentlich verurteilen zu lassen (Didn’t kill them), ersann sie eine weitaus grausamere, langsamere und qualvollere Rache. Sie ließ die arme, schreiende Katalin durch loyale Wachen fesseln, sie brutal und lebendig in einen engen, dunklen ledernen Sack einnähen (Leather sack) und diesen Sack dann eiskalt, leise und lebendig tief, sehr tief hinab in den kalten, wasserlosen, schwarzen und extrem tiefen Brunnen der Burg werfen (Deep well). Man sagt, dass Katalins Geist noch heute nachts durch die Gänge wandert. Im Gegensatz zu vielen anderen Rachegeistern wandelt sie dabei angeblich niemals heulend, schreiend, klagend oder Rache fordernd umher (Not wailing), sondern ihr Gesicht trägt stets ein seltsames, extrem trauriges, melancholisches, aber sanftes Lächeln (Smiling sadly). Die Legende behauptet weiter, dass sie ahnungslose, späte Gäste der Burg freundlich mit der blassen Hand einlädt, ihr still in die Dunkelheit zu folgen (Invite guests to follow her) – nur um sich dann an der Wand, die sich dem alten Brunnen am nächsten befindet, völlig lautlos aufzulösen und spurlos in der steinernen Dunkelheit zu verschwinden (Vanish at the wall).
Riesige Riesen und der listige Teufel: Wer baute die massiven Steine? (The Builders)
Für einen ungebildeten mittelalterlichen Bauern, der sein gesamtes Leben in einfachen Lehm- oder rissigen Holzhütten verbrachte, stellte sich beim Anblick von gigantischen Burgen oft unweigerlich eine zutiefst theologische oder magische Frage: Wie in aller Welt konnten bloße, einfache, winzige und schwache kleine Menschen überhaupt dazu fähig sein, derart gigantische, völlig unfassbar riesige, rechteckige Steinblöcke über große Entfernungen heranzuschaffen und übereinanderzustapeln? Die einfache, in vielen Kulturen verwurzelte logische Antwort darauf war fast immer: Das muss zweifellos das Werk von extrem mächtigen, unheimlichen oder übernatürlichen Wesen (Supernatural) gewesen sein.
Der beeindruckende Giant’s Causeway und das wackelige Dunluce Castle - Nordirland
Obwohl der berühmte Giant’s Causeway aus geologischer, wissenschaftlicher Sicht heute zweifelsfrei rein und völlig natürlich durch vulkanische Basalt-Eruptionen entstanden ist (Natural), sind das beeindruckende Naturdenkmal sowie auch die völlig waghalsig, extrem nahe am rutschigen Rand positionierten und teilweise bereits in den brausenden Ozean abgestürzten, historischen Burgen wie Dunluce Castle (Dunluce) tief, tief in der irischen Mythologie und alten Sage der großen, unbezwingbaren gälischen Riesen verwurzelt (Giants). Allen voran der berühmte, riesige und mutige Sagenheld Finn MacCool. Die absolut surreale Skalierung und die seltsam perfekte, geometrische Form dieser großen, sechseckigen massiven Basaltsäulen (Basalt columns) – sowie die extrem gefährliche, buchstäblich völlig waghalsige, furchteinflößende und schwindelerregende Position dieser wehrhaften Festungen auf den rutschigen, senkrecht abfallenden dunklen Klippen über den stürmischen, tödlichen eisigen Fluten des brausenden irischen Nord-Ozeans (Perilous position) – legten für den einfachen Betrachter zwingend die absolute Schlussfolgerung nahe, dass nur wahre, furchtlose Riesen und mächtige Giganten die Kraft und den Mut besessen haben konnten, diese dramatische Landschaft und diese unglaubliche Verteidigungslinie überhaupt jemals in eine derartige eiserne Form gebracht zu haben.
Teufelsbrücken und verfluchte, einsame Türme (The Devil’s Bridges and Towers)
Quer verstreut über ganz Mittel- und Nordeuropa werden unzählige waghalsig konstruierte Brücken, massive dunkle Festungstürme und tiefe Steinschluchten in unzähligen Märchen und Legenden direkt dem Werk des bösen, hinterlistigen christlichen Teufels (The Devil) höchstpersönlich zugeschrieben. Der in diesen Sagen ausgehandelte, dunkle, finstere Handel oder teuflische Pakt (The deal) ist dabei in seinen Grundzügen fast immer exakt derselbe: Der verzweifelte menschliche Baumeister verspricht dem Teufel etwas, und der Teufel erbaut im Gegenzug die extrem schwierige Burg oder Brücke mit seiner magischen, dunklen Kraft blitzschnell völlig alleine in nur einer einzigen, extrem kurzen, mondlosen Nacht (Single night). Dafür fordert der Fürst der Finsternis jedoch am nächsten Morgen unerbittlich als seinen blutigen Lohn (Demands) die erste arme, lebende, atmende, kleine Seele, die dumm genug ist oder gewungen wird, nach der Fertigstellung über die neue, wackelige Brücke zu gehen oder mutig in das neue Burgtor hinein zu marschieren. Die listigen, pfiffigen, schlauen und stets wachsamen kleinen Menschen im Dorf überlisten (Cheat) den starken Teufel dann am Ende glücklicherweise fast immer mit einem Bauern-Trick: Sie scheuchen einfach am nächsten Morgen einen ahnungslosen Hund oder einen völlig laut krähenden Hahn hastig als Erstes, ganz schnell über die Brücke (Rooster across first) in Richtung des wartenden Dämons. Der wütende, betrogene Teufel verschwindet dann meist unter ohrenbetäubendem Gebrüll und stinkendem Rauch und muss sich widerwillig mit der unbedeutenden Tierseele abfinden. Auf dem berühmten, völlig von Wasser umschlossenen schwedischen Schloss Gripsholm (Gripsholm Castle) – das historisch und definitiv ganz und gar nicht vom feurigen Teufel, sondern von Gustav Wasa erbaut wurde – hat die nachweislich furchtbare und isolierte Geschichte des runden Kerkers eine eigene Legende geboren. Die extrem unheimliche, furchteinflößende und unruhige Atmosphäre, besonders im alten Theaterturm, und die grauenvolle, furchtbar lang andauernde, historisch echte und brutale Inhaftierung von König Erik XIV. (der von seinen eigenen Feinden schließlich qualvoll, hinterrücks, aber historisch bewiesen mit heimlichem, toxischem Arsen langsam vergiftet wurde, welches fies und heimlich in seine letzte Mahlzeit, eine leckere Erbsensuppe / Pea soup, gemischt worden war) haben tiefe Spuren in der Volksseele hinterlassen. Dies führte zwangsläufig zur Entstehung dunkler, düsterer Märchen und Sagen über böse, bösartige geschlossene, nächtliche blutige Teufelspakte (Demonic pacts) und einen andauernden, niemals verblassenden, völlig übernatürlichen Wahnsinn (Lingering madness), der den alten Ort noch heute vergiften soll.
Versteckte alte Goldschätze und ewig, stumm schlafende Armeen (Hidden Treasures)
Folklore diente jedoch keineswegs immer nur der Verbreitung von blankem Horror oder der Erklärung des Unerklärlichen; sie bot der unterdrückten, leidenden Landbevölkerung oft auch extrem viel Hoffnung auf Gerechtigkeit und Erlösung. Ein extrem häufig anzutreffendes, tief verwurzeltes europäisches und beliebtes Motiv ist hierbei der gerechte „König unter dem riesigen Berg“ (King Under the Mountain) oder der mächtige, stumm schlafende Krieger-Held.
Das gewaltige Kyffhäuser-Denkmal & die alte Reichsburg - Deutschland
Die romantischen und mächtigen, alten roten Steinruinen des sagenumwobenen Kyffhäuser-Gebirges in Thüringen sind auf ewig extrem eng, untrennbar und fast mythisch mit der historisch hochgradig extrem wichtigen, riesigen und imposanten, bekannten und bedeutenden Figur des mächtigen Staufer-Kaisers Friedrich Barbarossa (Emperor Frederick Barbarossa) (Rotbart) verknüpft. Die sehr beliebte, alte und weit verbreitete deutsche Legende besagt unbeirrt und hartnäckig, dass dieser verehrte große Held und starke Herrscher während eines fernen, mörderischen und blutigen Kreuzzugs im Osten gar niemals wirklich im Fluss Saleph ertrank (wie es die Historiker nüchtern behaupten), sondern dass er in Wirklichkeit auf ewig tief im harten Berg verborgen liegt (Sleeps in a cave). Er sitzt dort tief in der riesigen Höhle schlafend, schwer ruhend, völlig stumm, dunkel und völlig still mit seinen treuesten, alten starken mutigen und toten Rittern wartend vor einem massiven, schweren steinernen runden, glatten und harten magischen, riesigen dicken massiven, riesigen alten runden Tisch (Stone table). Im Laufe der vielen ruhenden, stummen dunklen und stillen vielen Jahrhunderte soll sein gewaltiger roter Bart angeblich buchstäblich komplett magisch durch die harte, eiserne runde Tischplatte hindurchgewachsen (Grown through) sein. Er schlummert und wartet dort still, bis die schwarzen, magischen, riesigen sprechenden und dunklen alten und krächzenden Raben (Ravens) eines Tages endgültig aufhören werden, um den tiefen großen Berg herumzufliegen; genau dann wird er und sein Schwert und sein Pferd wieder völlig glorreich und völlig siegreich und unbesiegbar auferstehen (Awake) und Deutschland wieder endgültig zu seiner alten historischen und wahren großen, wahren Größe und Reinheit zurückführen. Diese extrem aufgeladene Geschichte wurde im 19. Jahrhundert massiv politisch instrumentalisiert.
Die magische Goldene Ente der Stadt Warschau
Zurück in den kühlen Straßen der polnischen Hauptstadt Warschau rankt sich eine völlig faszinierende Sage um den glitzernden Ostrogski-Palast (Ostrogski Palace, ganz nah beim prunkvollen alten königlichen Schloss). Die Geschichte erzählt leise, dass tief drunten in den dauerhaft und völlig unerreichbaren tiefen feuchten und sehr überfluteten Kellergewölben (Flooded cellars) der mächtigen alten Residenz eine wunderschöne, seltene magische Goldene Ente (Złota Kaczka) völlig verborgen lebte. Sie bewachte treu und eifersüchtig einen gewaltigen und unfassbaren alten wertvollen magischen Schatz. Eines Tages bot die Ente einem völlig mittellosen, tapferen und ehrlich verzweifelten jungen armen kleinen mutigen und tapferen Soldaten ein wahres und echtes Vermögen in Form von goldenen Dukaten an. Es gab jedoch an das verlockende Angebot eine absolut unverrückbare, magische und extrem eiserne strenge und feste kleine und absolut feste strenge und bindende kleine, harte und klare kleine einzige einzige (Condition) magische und harte kleine Bedingung: Der kleine Mann musste absolut alles, bis auf die letzte Münze, exakt innerhalb von genau nur absolut und nur einem absolut absolut streng exakt an nur einem allerletzten einzigen Tag (In one day) ausgeben, und zwar extrem absolut egoistisch nur komplett für sich selbst, ohne jemals auch nur einen winzigen Penny dem armen und an den guten und der ehrlichen Wohltätigkeit oder einem armen guten guten guten und armen Menschen aus Barmherzigkeit zu geben. Er kaufte viel, doch am Abend gab er instinktiv einem hungernden Bettler eine Münze. Er versagte. Der Schatz verschwand (Vanished).